St. Otmar verwirft den Sieg

Die St. Galler unterliegen in der NLA-Finalrunde bei Pfadi Winterthur 31:34.
Die Gäste verspielen in der zweiten Halbzeit einen Sieben-Tore-Vorsprung.

Ives Bruggmann, Winterthur
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Zwar trifft Benjamin Geisser sechsmal. Er lässt aber auch einige Möglichkeiten ungenutzt. (Bild: Urs Bucher)

Zwar trifft Benjamin Geisser sechsmal. Er lässt aber auch einige Möglichkeiten ungenutzt. (Bild: Urs Bucher)

So nahe am Sieg war St. Otmar gegen Pfadi Winterthur in dieser Saison noch nie. Nach einer guten, aber nicht überragenden ersten Halbzeit und einem Blitzstart in den zweiten Abschnitt lagen die St. Galler 22:15 in Führung. Die Abwehr stand bis zu diesem Zeitpunkt solide, und in der Offensive spulten die Gäste ihr Programm sicher ab. Weder an der Wurfquote noch an der variablen Spielweise gab es etwas auszusetzen. Doch dann kam der Bruch.

Geisser: Sechs Treffer aus 14 Versuchen


Die St. Galler nutzten die Wurfgelegenheiten nicht mehr konsequent. Alleine Benjamin Geisser hätte genug Möglichkeiten gehabt, die Partie zu Gunsten St. Otmars zu entscheiden. Am Ende erzielte der Kreisläufer jedoch nur sechs Treffer aus 14 Versuchen. Aber auch andere wie Spielertrainer Bo Spellerberg und Andrija Pendic legten nicht mehr dieselbe Treffsicherheit an den Tag. Dazu kam, dass die Defensive nicht mehr den Zugriff auf die Winterthurer fand. St. Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg sagte:

«In dieser Phase nutzte Pfadi gefühlt alle Möglichkeiten, während wir die Frustration aus der Offensive vielleicht mit in die Defensive nahmen.»

Er blickte aber kurz nach der Partie bereits wieder zuversichtlich in die Zukunft. «Wir machten vieles richtig. Sonst hätten wir uns nicht so viele Chancen herausgespielt.»

Neue Taktik ausprobiert

In allen vier Spielen gegen den aktuellen Leader hat St. Otmar am Sieg geschnuppert. «Dieses Selbstvertrauen müssen wir mitnehmen, auch wenn die Niederlage bitter ist», so Spellerberg. Der dänische Spielertrainer liess anders als in den drei vorangegangenen Partien gegen Pfadi nur in Unterzahl mit einem zusätzlichen Feldspieler agieren. Auf den siebten Mann verzichtete er gestern Abend komplett. Auch so fand St. Otmar über die gesamte Spieldauer Lösungen in der Offensive. Für den Trainer sind diese Erfahrungen vor allem im Hinblick auf das Playoff wertvoll. «Das ist auch ein Investment in die Zukunft. Das kann noch wichtig werden.» In der Tat haben die St. Galler gezeigt, dass sie über das Potenzial verfügen, gegen eine unangenehme Defensive zu bestehen. Nur an der Chancenverwertung müssen sie noch arbeiten. «Wichtig ist, dass wir mehrere Systeme in der Offensive griffbereit haben», sagte Spellerberg, der vier Treffer aus acht Versuchen erzielte.
In der zweiten Halbzeit agierte Leader Winterthur äusserst abgeklärt. «Ich denke, die Physis hat am Ende den Ausschlag gegeben», sagte Pfadis Filip Maros. Die Winterthurer legten in der Deckung und in der Offensive ­einen Zacken zu, und im Tor fand Matias Schulz gegen Ende der Partie doch noch zur Normalform. «Mit dem Selbstvertrauen, das wir uns in den vergangenen Spielen erarbeiteten, wussten wir, dass noch etwas geht», sagte Maros.
Aufgrund dieser vermeidbaren Niederlage rutscht St. Otmar auf den fünften Platz in der Finalrundentabelle ab. «Die Top Vier wären wichtig, weil wir dann im Playoff ein Heimspiel mehr hätten», sagt Spellerberg. Um dieses Ziel zu erreichen, bleiben den St. Gallern noch vier Partien. Und genug Zeit, um an der Effizienz zu feilen.