St. Otmar verliert weiter

Schlechte fünf Minuten kosten St. Otmar in der NLA-Finalrunde Punkte in Thun. Die St. Galler verlieren gegen den Meister 22:28. Nach der Pause erhalten sie sieben Gegentore in Folge.

Daniel Good/Thun
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Tomas Babak erzielte mit sieben Treffern die meisten Tore für St. Otmar. (Bild: Ralph Ribi)

Tomas Babak erzielte mit sieben Treffern die meisten Tore für St. Otmar. (Bild: Ralph Ribi)

HANDBALL. St. Otmar wartete beim Gastspiel in Thun an sich mit einer ordentlichen Leistung auf. Trotzdem verloren die Ostschweizer gegen Wacker mit 22:28 auch die dritte Partie in der Finalrunde, womit das Erreichen des NLA-Playoffs weiter in die Ferne gerückt ist. Bis zur Pause hielten die St. Galler mit dem Meister und Champions-League-Teilnehmer mit, sieben Gegentore unmittelbar nach dem Seitenwechsel trugen St. Otmar aber erneut eine Niederlage ein, derweil Thun in der Finalrunde zum erstenmal gewann.

St. Otmar begann gut und lag in der ersten Halbzeit meistens in Führung. Der St. Galler Goalie Jonas Kindler wartete mit vielen Paraden auf, im Angriff brachte es St. Otmar auf eine vernünftige Ausbeute. Fünf verschiedene Spieler zeichneten für die ersten fünf Tore St. Otmars verantwortlich. Der erste Doppeltorschütze war Vedran Banic mit einem Siebenmeter zur 6:4-Führung. Der Kroate wurde aber schon in der 16. Minute nach der dritten Zwei-Minuten-Strafe disqualifiziert. Die Schiedsrichter meinten es nicht gut mit St. Otmar. Strafen über Strafen erhielten die St. Galler insbesondere in der ersten Hälfte, als sie mehrmals die Möglichkeit hatten, Thun weiter zu distanzieren.

Gmürs Ärger

«Eine Katastrophe», sagte St. Otmars sportlicher Leiter Dominique Gmür nach dem Spiel zur Leistung der Schiedsrichter. Für gewöhnlich hält sich Gmür mit der Beurteilung der Unparteiischen zurück, gestern in Thun vermochte er sich aber kaum mehr zu beruhigen.

Thun trat jedoch in umstrittenen Momenten auch abgeklärter auf. So erzielte Nikolai Isailovic fünf Sekunden vor der Pause das 13:12. Der Treffer des Serben sollte die entscheidende Aktion der Partie sein. Dieses Tor beflügelte Wacker, derweil St. Otmar völlig von der Rolle fiel. Auf 20:12 erhöhte Wacker in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit, während St. Otmar zu Beginn der zweiten 30 Minuten in sieben Angriffen ohne Tor blieb. «So kann man nicht gewinnen in Thun. Mit dem 0:7 in fünf Minuten haben wir uns selber besiegt», sagte St. Otmars Kreisläufer Filip Pendic.

Trotz des grossen Rückstands hielt St. Otmar weiter dagegen und verkürzte in der 53. Minute durch einen Siebenmeter von Tomas Babak auf 20:23. Der tschechische EM-Teilnehmer Babak war mit sieben Treffern erneut der erfolgreichste Torschütze St. Otmars. Allerdings verpasste Babak auch das 21:23, mit dem er Thuns Sieg nochmals hätte gefährden können.

«Moral intakt»

«Die Moral der Mannschaft ist intakt», sagte Pendic. «Wir haben uns nie aufgegeben, weitergekämpft und mit einem oder zwei Toren zu hoch verloren.» Obwohl es nun schwierig wird, das Playoff der besten vier Mannschaften zu erreichen, gibt St. Otmar nicht auf. «So lange es rechnerisch möglich ist, unter die vier besten Mannschaften zu kommen, wehren wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln», sagte Pendic. Sieben Punkte beträgt der Rückstand der Ostschweizer auf das viertklassierte Bern Muri. Am Sonntag spielen die St. Galler daheim gegen Kadetten Schaffhausen.

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