St. Otmar verliert in der Nationalliga A der Handballer beim Tabellenersten Kadetten Schaffhausen 25:28 – bleibt aber auf dem 4. Platz

Fritz Bischoff aus Schaffhausen
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Bo Spellerberg war einmal mehr mit seinen zehn Toren der beste Werfer seines Teams.

Bo Spellerberg war einmal mehr mit seinen zehn Toren der beste Werfer seines Teams. 

Dass St.Otmar auch im vierten Saisonvergleich mit den Kadetten Schaffhausen chancenlos war und auswärts 25:28 verlor, entsprach allen Vorzeichen. Die Ausgangslage zwischen dem Tabellenersten der Nationalliga A und dem Tabellenvierten war bei der Zuordnung der Favoritenrolle unmissverständlich und klar. Da waren zum einen die statistischen Werte, die gegen die St.Galler sprachen, zum andern die personellen Fakten. Seit genau fünf Jahren konnte St.Otmar in Schaffhausen nie mehr gewinnen und in den bisherigen drei Saisonvergleichen setzte es für die Ostschweizer jeweils Kanterniederlagen ab. Zu den wenig verheissungsvollen Zahlen, die gegen St.Otmar sprachen, kam abermals in dieser Saison Verletzungspech dazu. Rares Jurca hatte sich in der Partie vom vergangenen Sonntag gegen GC Amicitia Zürich eine Handverletzung zugezogen und Dominik Jurilj brach sich im Training vom Donnerstag einen Finger. So waren die Rückraumpositionen einmal mehr auf ein Minimum geschrumpft. Da kam die erstmalige Spielberechtigung von Filip Maros, der vor zwei Wochen von den Kadetten zu den St.Gallern gewechselt hatte, mehr als gelegen. Doch als der 28jährige in der 18. Minute erstmals zum Einsatz kam, lag sein neues Team bereits 6:11 im Rückstand.

Schaffhauser nutzen St.Galler Fehler

Die Gastgeber zeigten von Beginn weg, wer in dieser Partie das spielbestimmende Team sein sollte. Nach einem fulminanten Start führten sie nach nicht einmal fünf Minuten bereits 4:0, nach sieben Minuten lagen sie 6:1 vorne. Wohl ergab sic  mehrheitlich bestimmend und zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass es auf eindrücklich konsequente Weise die Fehler des Gegners ausnutzte. Dies insbesondere in den Schlussminuten der 1. Halbzeit. Bis zur 25. Minute hatte sich St.Otmar bis zum 13:10 herangekämpft. Dann aber leistete es sich drei Fehler in Folge. Die Schaffhauser nutzen dies eiskalt zu einfachen Gegenstosstreffern und lagen zur Pause 17:10 in Führung. «Dieses Leistungsloch hätte ganz einfach nicht eintreten dürfen», urteilte Captain Jonas Kindler.

Unerwartete Spannung in der Schlussphase

Nach den missratenen Schlussminuten der St.Galler deutete für die 2. Halbzeit alles auf einen weiteren Kantersieg des amtierenden Meisters hin. Die Moral des Otmar-Teams war jedoch nicht gebrochen, die Moral der Schafhauser wohl etwas zu unbekümmert, als sie auch Mitte der 2. Halbzeit noch mit sieben Treffern (24:17) in Führung lagen. Den Vorsprung zu vergrössern vermochte der Gastgeber jedoch nicht. Weit mehr wirkte die Equipe immer verunsicherter und nicht mehr homogen in den Aktionen. Dies gab St. Otmar auftrieb. Plötzlich schien gar ein Punktgewinn noch möglich. Vom 27:20 in der 49. Minute verkürzten die St.Galler bis zur 57. Minute auf 27:25. Doch als zwei Minuten vor dem Ende Tobias Wetzel aus bester Position am Kreis verwarf, blieb der Anschlusstreffer aus. Die Kadetten trafen noch zum 28:25 und konnten erleichtert jubeln. Sie hatten sich in den spannenden Schlussminuten – wohl eher unnötigerweise – zum Sieg gezittert. St.Otmar stand einmal mehr in Schaffhausen ohne Punkte da, musste sich jedoch für einmal nicht mit einer Kanterniederlage im Gepäck aus der Halle schleichen. Weit mehr verdiente sich das Team von Spielertrainer Bo Spellerberg, der einmal mehr mit seinen zehn Toren der beste Werfer seines Teams war, Respekt ob seiner kämpferischen Leistung.