St.Otmars Trainer Zoltan Cordas nutzt die ersten Wochen für eine Inventur

Der Österreicher hat seit Anfang Juni wichtige Eindrücke von seiner neuen Mannschaft gesammelt.

Ives Bruggmann
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St.Otmars Dominik Jurilj erzielt gegen Horgen sieben Treffer.

St.Otmars Dominik Jurilj erzielt gegen Horgen sieben Treffer.

Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 22.Juni 2020)

Die NLA-Handballer St.Otmars schliessen heute den ersten Teil der Vorbereitung auf die neue Saison ab. Seit knapp einem Monat arbeiten sie nun mit dem neuen Trainer Zoltan Cordas zusammen. Vieles ist neu. Dem Chef schwebt eine andere Art von Handball vor, als sie sein Vorgänger Bo Spellerberg praktizierte.

Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass Spielertrainer Spellerberg auf dem Feld ersetzt werden muss. Cordas will dabei in der Offensive auf viel Tempo setzen und auf diese Weise einen Teil der Tore kompensieren, die mit dem Abgang Spellerbergs verloren gingen.

Maximales Tempo

Im Training zählt Cordas die Sekunden vom Ballgewinn bis zum Abschluss herunter. Mehr als vier Sekunden sollten es nicht sein, besser drei. So sollen die Handballer daran gewöhnt werden, den Gegner mit maximalem Tempo zu überraschen. Doch der neue Spielstil braucht Zeit, die Spieler müssen die neue Herangehensweise noch verinnerlichen.

Wetzel und Wüstner sollen nicht mehr herausstechen

In den vergangenen eineinhalb Wochen hat Cordas mit St.Otmar drei Freundschaftsspiele bestritten, um das neue Spielkonzept zu testen. Gegen die NLB-Teams Kreuzlingen (31:24), Horgen/Wädenswil (34:30) und Stäfa (37:23) setzte es zwar erwartungsgemäss drei Siege ab. Mit der Art und Weise war der neue Übungsleiter aber nur bedingt zufrieden. Einzig von der ersten Halbzeit gegen Stäfa (21:7) zeigte sich Cordas angetan. «Da haben meine Spieler gezeigt, zu was sie fähig sind.» Um gleich hinzuzufügen: «Eine Halbzeit ist zu wenig. Ich erwarte immer vollen Einsatz.»

Diese Aussage bringt die Herangehensweise von Cordas auf den Punkt. Leidenschaft und Einsatzwille sind für ihn Grundvoraussetzung. Tobias Wetzel und Frédéric Wüstner seien in dieser Hinsicht Vorbilder.

«Aber den anderen muss es gelingen, dass diese beiden mit ihrem Kampfgeist nicht mehr herausstechen. Jeder ist gefordert, alles aus sich herauszuholen. In jedem Spiel. In jedem Training.»

Nach dem ersten Teil der Vorbereitung beginnt für den Trainer nun die Inventur, wie er es nennt. Er habe in Sachen Einsatzwille, Technik und Leistungsfähigkeit schon einiges gesehen. Von den Trainingsspielen wurden zudem Videos gemacht. Die Zeit bis zur Fortsetzung der handballspezifischen Vorbereitung Ende Juli nutzt Cordas, um sein Konzept zu verfeinern. Die Attribute schnell, frech und kämpferisch spielen dabei eine wichtige Rolle.

Jurilj und Kaiser die Gewinner

In der ersten Phase der Vorbereitung erhielten alle Kaderspieler die Gelegenheit, sich zu zeigen. Zu den Gewinnern zählten Dominik Jurilj und Severin Kaiser. Andrija Pendic wird wohl auch in der kommenden Saison die tragende Rolle in der Offensive übernehmen. Jurilj dürfte auf Grund des Abgangs Spellerbergs zu deutlich mehr Spielzeit gelangen. Kaiser meldete sich nach seiner langen Verletzungspause gewohnt treffsicher zurück. «Die Spieler und auch ich müssen jetzt erst einmal alles sacken lassen», sagt Cordas.

Untätig bleiben die Handballer in den kommenden Wochen nicht. Im Gegenteil. Das Programm im Athletikbereich wird bis zum erneuten Trainingsstart aufgestockt.

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