St. Otmar siegt ohne Glanz

St. Otmar gewinnt das NLA-Heimspiel gegen Altdorf 33:28 und ist auf Rang fünf plaziert. Der St. Galler Torhüter Martin Galia treibt den Aufsteiger mit 17 Paraden zur Verzweiflung.

Marco Ellenberger
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Björn Fröhlich ersetzte bei St. Otmar den verletzten Captain Jakub Szymanski und erzielte neun Treffer. (Bild: Coralie Wenger)

Björn Fröhlich ersetzte bei St. Otmar den verletzten Captain Jakub Szymanski und erzielte neun Treffer. (Bild: Coralie Wenger)

HANDBALL. Die Mannschaft von Spielertrainer Jan Filip und Coach Jan Keller fuhr mit dem 33:28-Sieg gegen Altdorf in der Kreuzbleiche zwei budgetierte Punkte ein. Sie geriet am Ende zwar nicht mehr in Gefahr, von einem souveränen Auftritt war sie dennoch ein gutes Stück entfernt. Der Aufsteiger aus der Innerschweiz forderte den St. Gallern mehr ab, als ihnen lieb sein durfte. Und die Altdorfer ärgerten sich nach Spielschluss gar über eine Niederlage, die nicht hätte sein müssen. «St. Otmar hat heute nicht gewonnen, weil es besser war, sondern weil wir unsere Chancen nicht genützt haben», haderte Altdorfs Trainer Burkhard Keller.

Der Deutsche lag mit seiner Aussage nicht daneben. Die St. Galler, die ihre Verunsicherung erneut nicht verbergen konnten, fanden vor allem defensiv nie zur erhofften Stabilität. Zwar führte das Heimteam nach 14 Minuten mit 8:4, doch mit einer Reihe von Wechseln nahm sich St. Otmar den Schwung in der Folge gleich selbst. Altdorf legte den zu Beginn vorhandenen Respekt kontinuierlich ab, begann an seine Chance zu glauben und begegnete den St. Gallern fortan auf Augenhöhe. Mehr noch: Angeführt vom achtfachen Torschützen Christoph Piske, der ein starkes Spiel machte, übernahmen die Innerschweizer nach 23 Minuten gar erstmals die Führung.

Reuters Torchancen

Weil St. Otmar insgesamt erneut weit unter seinen Möglichkeiten blieb, und Altdorf viel aus seinem Potenzial herausholte, entwickelte sich eine Partie, die an sich auf beide Seiten hätte kippen können. Es war schliesslich ein Akteur, der den Unterschied ausmachte und für St. Otmar die Kohlen aus dem Feuer holte: Torhüter Martin Galia. Mit seinen 17 Paraden und einer Leistung, die im zweiten Durchgang das Prädikat Weltklasse verdiente, war er wiederholt zur Stelle, wenn sich Altdorf mit scheinbarer Leichtigkeit durch das träge, zuweilen auch emotionslose Abwehrdispositiv des Heimteams kombinierte. Alleine Philipp Reuter, der Topskorer des Aufsteigers, hätte genügend Chancen gehabt, um seinem Team mindestens einen Punkt zu sichern. Doch er scheiterte mehrfach freistehend am überragend agierenden Keeper.

Guter Björn Fröhlich

So lag St. Otmar nach gut einer Dreiviertelstunde mit vier Toren voraus, ohne wirklich besser agiert oder geglänzt zu haben. Doch immerhin schafften es die St. Galler, den Vorsprung ohne allzu grosse Probleme über die Zeit zu bringen. Grossen Anteil daran hatten Björn Fröhlich mit neun und Tomas Babak mit sieben Treffern, die mit starken Einzelaktionen immer wieder zum Erfolg kamen. Fröhlich war dabei so etwas wie der Alleinunterhalter: Nebst seinen Toren standen am Ende auch zehn Fehlwürfe und vier technische Fehler in seiner Statistik. Doch er liess sich nicht beirren und übernahm viel Verantwortung. Und das war wichtig: Denn St. Otmar schaffte es nur selten, die gegnerische Abwehr in Bewegung zu bringen und Tore herauszuspielen. «Die Verunsicherung war greifbar», sagte Coach Keller. «Wir müssen Schritt für Schritt nehmen. Für uns zählte nur der Sieg, das Resultat war zweitrangig.» Mit dem Resultat allerdings, waren die St. Galler gestern ziemlich gut bedient.

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