Über den Kampf zum Sieg: St.Otmar gewinnt in der Nationalliga A der Handballer beim Tabellenletzten RTV Basel 29:24 (12:13)

St.Otmar kann die Partie gegen den Tabellenletzten RTV Basel mit 29:24 für sich entscheiden. Am Ende ist es ein durch das Kollektiv erkämpfter Erfolg, der seinen Ursprung zum einen in einer verbesserten Zweikampfstärke im Offensivbereich hatte und zum andern an einer kämpferischen und kompakten Verteidigungsarbeit.

Fritz Bischoff aus Basel
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Der Spielertrainer nimmt das Spiel in die Hand: Bo Spellerberg erzielt für St.Otmar neun Tore.

Der Spielertrainer nimmt das Spiel in die Hand: Bo Spellerberg erzielt für St.Otmar neun Tore.

Bild: Benjamin Manser

Die Ausgangslage und die Vorzeichen zum zweiten Spiel des Jahres für die Partie zwischen dem RTV Basel und St.Otmar im Basler Rankhof waren klar und unmissverständlich. Obwohl beide Teams ihre Jahresauftaktpartien verloren hatten (St.Otmar 23:24 gegen den HC Kriens-Luzern und der RTV Basel 22:29 gegen den HSC Suhr Aarau), waren die St.Galler der klare Favorit. Nur schon die Tabellenlage mit Rang 4 und 21 Punkten aus 18 Partien der Gäste im Vergleich zu den drei Punkten des Basler Tabellenletzten, stempelte St. Otmar zum anerkannten Favoriten. Zog man noch die zwei bisherigen Saisonvergleiche mit den 36:27- und 34:28-Erfolgen der Ostschweizer in Betracht, so konnte es über die Stärkeverhältnisse keine Fragezeichen geben.

Verstärkungen beim RTV Basel

Doch, dass rein statistische Werte keine endgültigen Fakten sind, hat sich schon mehrfach erwiesen. So auch in den beiden Partien der aktuellen Meisterschaft zwischen den Baslern und den St.Gallern, als sich St.Otmar jeweils bis weit in die zweite Halbzeit hinein schwergetan hatte. Angesicht der Tatsache, sich der RTV auf das neue Jahr und im Ansinnen den Abstieg zu verhindern mit den drei neuen Akteuren Aleksander Spende, Jonas Dell und Srdjan Predragoviv verstärkt hatte, war St.Otmar, bei dem immer noch die verletzten Benjamin Geisser, Rares Jurca und Séverine Kaiser fehlten, vorgewarnt. Wohl agierten die Ostschweizer Gäste von Beginn weg konzentriert, doch reichte dies gegen den motivierten Gegner nicht, um schon früh eine klare Linie vorgeben zu können.

Kein Team in dominanter Rolle

Bei wechselnder Führungsposition gelang es keiner Mannschaft im Verlaufe der 1. Halbzeit mit mehr als zwei Treffern in Führung zugehen. Dass zur Pause der RTV Basel 13:12 vorne lag, war weit mehr dem Zufall, denn seiner Überlegenheit geschuldet – aber auch der mangelnden Konstanz der Gäste. Offensiv wie defensiv fehlte die überzeugende Linie. Im Angriff fiel die Chancenauswertung nicht optimal aus und in der Verteidigung wurden die Räume zu wenig dicht gemacht. Hätte nicht Jonas Kindler bis zu seiner Auswechslung nach 20 Minuten (er wurde von einem Ball am Kopf getroffen und konnte in der Folge nicht mehr deutlich sehen) im Tor eine sehr gute Leistung gezeigt, wäre der Rückstand seines Teams wohl nach Ablauf der ersten 30 Spielminuten deutlicher gewesen.

Über den Kamp zum Sieg

Die Pausenführung schien den RTV zu beflügeln. Innerhalb von nur zwei Minuten nach Wiederbeginn führte er 16:12. St. Otmar benötigte rund zehn Minuten, um sich wieder zu fassen, beim 19:19 den Gleichstand zu erreichen und nach Dreivierteln der Spielzeit beim 20:21 wieder in Führung zu gehen. Es war dann der gesteigerten Abwehrleistung von Torhüter Aurel Bringolf und der Treffsicherheit – vor allem bei Penaltys – von Spielertrainer Bo Spellerberg (total 9 Tore) zu verdanken, dass die Führung auf vier Treffer (21:25) ausgebaut werden konnte und damit die Vorentscheidung zum 29:24-Auswärtssieg gelegt war. Doch es war am Ende auch ein durch das Kollektiv erkämpfter Erfolg, der seinen Ursprung zum einen in einer verbesserten Zweikampfstärke im Offensivbereich hatte und zum andern an einer kämpferischen und kompakten Verteidigungsarbeit. Gegen diese fand das Heimteam, je näher das Spielende rückte, immer weniger adäquate Mittel, um noch erfolgreich sein zu können. So war der elfte Saisonsieg St.Otmars schliesslich ein verdienter, der auch die Sicherung des 4. Tabellenranges bedeutet.

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