St.Otmars Handballer finden auf alles eine Lösung: Trotz dezimierten Kader gewinnen die St.Galler bei GC Amicitia Zürich

Die St.Galler NLA-Handballer gewinnen auswärts bei GC Amicitia Zürich mit 32:28 (14:14). In der Offensive spielt das Team von Zoltan Cordas variabel, in der Defensive konsequent.

Ives Bruggmann aus Zürich
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Andrija Pendic gestaltet bei St.Otmar das Spiel und erzielt darüber hinaus acht Treffer.

Andrija Pendic gestaltet bei St.Otmar das Spiel und erzielt darüber hinaus acht Treffer.

Bild: Benjamin Manser

Einfach war die Aufgabenstellung für St.Otmars Handballer vor der Partie in der Zürcher Saalsporthalle keineswegs. Im Gegenteil. Mit Frédéric Wüstner, Benjamin Geisser und Dominik Jurilj fielen gleich drei Schlüsselspieler aus. Erschwerend kam hinzu, dass GC Amicitia Zürich im Vergleich zur vergangenen Saison eine deutlich verbesserte Equipe präsentierte.

So taten sich die St.Galler im ersten Durchgang lange Zeit schwer. Umso mehr, als dass die Zürcher in der Startviertelstunde eine hundertprozentige Wurfquote vorzuweisen hatten. St.Otmars Goalie Aurel Bringolf bekam erstmals in der 15. Minute die Hände an einen Wurf, und trotzdem stand es zu diesem Zeitpunkt 4:7 aus Sicht des Gästeteams. Doch St.Otmar stabilisierte sich, glich die Partie bis zur Pause wieder aus. In Abwesenheit des Distanzschützen Jurilj waren die St.Galler noch mehr als sonst gezwungen, den Ball sauber und schnell laufen zu lassen. Dies gelang vor allem in der zweiten Halbzeit ordentlich.

Hinten kompakt, vorne flexibel

Die Defensive St.Otmars war dann dafür verantwortlich, dass die Führung stetig ausgebaut werden konnte. In der 47. Minute erzielte David Fricker das Tor zum 23:19, was den ersten Vier-Tore-Vorsprung bedeutete. Co-Trainer Andy Dittert sagt:

«Wir sind in der zweiten Halbzeit hinten kompakter gestanden und haben die leichten Tore im Eins-gegen-Eins verhindert.»

So waren die Zürcher gezwungen, aus der Distanz zu werfen. Und dies taten sie – auch dank einiger Paraden Bringolfs – nicht mehr so erfolgreich wie zu Beginn.

In der Offensive überzeugte das St.Galler Kollektiv einmal mehr mit Variantenreichtum. Auf jede Zürcher Umstellung wusste Trainer Zoltan Cordas eine Antwort. War es über weite Strecken die Vorgabe, das grosse, aber behäbige Abwehrzentrum zu bewegen, so bekam zwischenzeitlich Neuzugang Noah Haas die Möglichkeit, aus der Distanz zu werfen. Der 2,04-Meter-Hüne reüssierte bei drei von fünf Versuchen. Ebenfalls verhalf der Rückraum Kreisläufer Tobias Wetzel und Flügel Fricker zu ausgezeichneten Wurfpositionen. Wetzel dankte es mit vier Treffern, Fricker mit deren fünf. Die Hauptdarsteller Andrija Pendic und Filip Maros ergänzten sich nicht nur in der Spielgestaltung optimal, sie steuerten auch acht respektive sieben Treffer zum verdienten Sieg bei.

St.Otmars Co-Trainer Andy Dittert

St.Otmars Co-Trainer Andy Dittert

Benjamin Manser

Dittert fordert Heimstärke ein

Mit dem am Ende souveränen Auswärtssieg reiht sich St.Otmar nach vier Runden auf dem dritten Rang in der NLA-Tabelle ein. Im kommenden Spiel empfangen die St.Galler den RTV Basel in der Kreuzbleiche. «Wir wollen daheim wieder eine Macht werden», sagt Coach Dittert. Bei den ersten beiden Gelegenheiten erfüllte St.Otmar die Vorgaben Ditterts. Ein Sieg gegen Basel ist auch deshalb umso wichtiger, weil danach die Partien gegen die drei Topteams der Liga folgen.