St.Otmar vergibt Vorsprung und holt doch noch ein Unentschieden

Trotz zwischenzeitlich acht Toren Vorsprung holt St.Otmar auswärts im Spitzenspiel gegen den BSV Bern nur ein 35:35. Damit fallen die St.Galler in der Tabelle hinter Schaffhausen zurück.

Fritz Bischoff, Gümligen
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Bo Spellerberg war auf Seite St. Otmars gegen die Berner mit acht Treffern der zweitbeste Torschütze. (Bild: Ralph Ribi (11. November 2018))

Bo Spellerberg war auf Seite St. Otmars gegen die Berner mit acht Treffern der zweitbeste Torschütze. (Bild: Ralph Ribi (11. November 2018))

Mit dem 35:35-Unentschieden gestern Abend in Gümligen gegen den BSV Bern haben die St.Galler die fünfte Partie in Folge nicht verloren. Sie bleiben damit seit der knappen und vor allem unnötigen 29:30-Heimniederlage gegen Pfadi Winterthur vor eineinhalb Monaten ohne Niederlage.

Solider Auftritt während erster Halbzeit

Wie schon im Hinspiel von Mitte September mit dem 34:28-Erfolg zeigten die Ostschweizer auch beim jüngsten Vergleich mit den Bernern in deren neuer prunkvollen Halle in Gümligen während 45 Minuten einen soliden und sichern Auftritt. Die Partie war von der ersten Minute an in einer zum Teil recht aufgeheizten und aggressiven Stimmung extrem umkämpft und spannend. Die Gastgeber waren offensichtlich bemüht, ihre schmähliche 22:33-Niederlage gegen Fortitudo Gossau vor einer Woche vergessen zu machen.

Aus einer hart zupackenden Defensive heraus starteten sie – zusammen mit ihren sicher agierenden Torhüter Edin Tatar – immer wieder schnelle Angriffsauslösungen und brachten damit St. Otmar in einige Schwierigkeiten, was sich in der 8:5-Führung des Heimteams nach zehn Minuten manifestierte. Es dauerte schliesslich bis zur 23. Minute, ehe die St. Galler beim 14:13 erstmals die Führung übernehmen konnten. Diese bauten sie bis zur Pause auf vier Treffer aus.

Ausgleich zwei Sekunden vor Ende

Nach der Pause schien St. Otmar einem sicheren Sieg entgegenzugehen. Nach 40 Minuten führten die Gäste mit acht Toren (26:18), die Vorentscheidung schien gefallen. Doch der Schein trügte. Der BSV kämpfte sich in die Partie zurück, nutzte die vielen Zeitstrafen gegen St. Otmar, aber auch den Umstand, dass die Chancenauswertung des Gegners immer mangelhafter wurde. Mit einem starken Torhüter im Rücken steigerten sich die Berner in einen veritablen Rausch und kamen in der 55. Minute zum 31:31-Ausgleich, um wenig später gar in Führung zu gehen. St. Otmar hatte die acht Tore Vorsprung aus der Hand gegeben.

«Unsere Defensive stand im letzten Viertel der Partie nicht mehr gut, die Abstimmungen stimmten nicht mehr», sagte Ramon Hörler.

In der hektischen Schlussphase ging der BSV Bern 19  Sekunden vor dem Ende nach einem Gegenstoss 35:34 in Führung, ehe Julian Rauch zwei Sekunden vor der Schlusssirene vom rechten Flügel aus für die St. Galler mit seinem Treffer zum 35:35 doch noch einen Punkt rettete.

Nach 120 Minuten ein gerechtes Unentschieden

Die Partie, deren reguläre Spielzeit 60 Minuten betrug, war nach genau 120 Minuten Dauer Spielzeit mit einem schliesslich gerechten Unentschieden und vielen Emotionen zu Ende. «Es ist klar, dass wir diesen Sieg nicht hätten verspielen dürfen. Alleine die Tatsache, dass wir 35 Gegentore kassierten, begründet schon den unnötigen Punktverlust», meinte Ramon Hörler. Der damit natürlich recht hatte.