St. Otmar besiegt sich selbst

Nach einer teilweise desolaten Leistung verliert St. Otmar zum Auftakt der NLA-Finalrunde daheim gegen Wacker Thun 24:29. Mit vielen Fehlern machen es die St. Galler dem Gegner leicht. Trotz der Niederlage ist St. Otmar weiterhin auf einem Playoff-Platz klassiert.

Daniel Good
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Gegen die Thuner war kein Durchkommen. Vedran Banic (Mitte) erzielte immerhin sechs Tore. (Bild: Benjamin Manser)

Gegen die Thuner war kein Durchkommen. Vedran Banic (Mitte) erzielte immerhin sechs Tore. (Bild: Benjamin Manser)

HANDBALL. Am ersten Spieltag der NLA-Finalrunde trafen die drei Teams aus der oberen Tabellenhälfte auf die Mannschaften auf den Plätzen vier, fünf und sechs. Schon am Samstag hatten sich Leader Pfadi Winterthur und die Kadetten aus Schaffhausen souverän durchgesetzt. Dem auf Rang vier klassierten St. Otmar war im Vorfeld des zweiten Meisterschaftspensums am ehesten zugetraut worden, mit Wacker Thun eine Equipe aus der Spitzengruppe zu besiegen, zumal die Ostschweizer gestern das Heimrecht auf ihrer Seite hatten. Mit 850 Zuschauern war der Besuch in der Kreuzbleichehalle ordentlich, die Leistung St. Otmars hingegen schlecht. Mit der 24:29-Niederlage waren die St. Galler sogar noch gut bedient. Thun spielte nach der Pause oft mit der zweiten Garde, nachdem die Berner Oberländer bereits bei Halbzeit 15:9 in Führung gelegen hatten. Bis zur 50. Minute baute Thun den Vorsprung sogar auf 25:16 aus.

St. Otmar war gestern nicht bereit. Keiner der 14 Spieler St. Otmars wartete mit seinem üblichen Leistungsvermögen auf. Teilweise haarsträubende Fehler blockierten den Spielfluss. In der Defensive waren die St. Galler schwach, in der Offensive harmlos. Als St. Otmar in der 54. Minute durch Tomas Babak auf 21:25 verkürzte und sich doch noch ein Hoffnungsschimmer auf ein positives Resultat abzeichnete, brachten sich die Ostschweizer erneut selber um die Früchte ihrer Anstrengungen. Dem neuen Cheftrainer Predrag Borkovic gelang es während der Partie nie, seine Mannschaft von der Seitenlinie aus auf einen besseren Weg zu bringen.

Auch Herausforderer verlieren

Das Beste für St. Otmar am ersten Spieltag der Finalrunde war, dass auch die in der Tabelle hinter den St. Gallern klassierten GC Amicitia Zürich und Kriens-Luzern verloren. So bleiben die Ostschweizer auf dem vierten Platz, der auch noch zur Qualifikation für das Playoff reicht. In der gestrigen Verfassung hat St. Otmar im Playoff allerdings nichts zu suchen.

«Mit der Qualität unseres Kaders sollte eigentlich mehr möglich sein als der vierte Platz», sagte der Goalie und Captain Jonas Kindler nach dem Spiel. Das auf dem dritten Tabellenrang klassierte Thun liegt allerdings bereits sechs Punkte vor St. Otmar. «Wir haben uns vorgenommen, von der ersten Minute an Vollgas zu geben. Stattdessen lagen wir von Beginn weg im Rückstand. Der Funke sprang nie über in unserem Spiel.»

Schon unter Druck

Das Erreichen des Playoffs sollte für ein Team wie St. Otmar mit drei WM-Teilnehmern ein reelles Ziel sein. Aber der Vorsprung auf GC Amicitia beträgt bloss einen Punkt. Und in den beiden nächsten Runden warten mit der Auswärtspartie gegen Titelverteidiger Kadetten Schaffhausen und dem Heimspiel am 22. Februar gegen Leader Pfadi Winterthur grosse Herausforderungen auf die St. Galler.

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