St. Otmar als Sprungbrett

Akteure von St. Otmar kommen nur selten zum Zug in der Schweizer Handball-Nationalmannschaft. Mit Jost Brücker lief am Yellow Cup in Winterthur wieder einmal ein Feldspieler aus St. Gallen für die Schweiz auf.

Daniel Good
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HANDBALL. «Ohne die Unterstützung von St. Otmar hätte ich das nicht geschafft», sagt der bald 24jährige Jost Brücker nach seiner Premiere im Schweizer Nationaldress. Am Yellow Cup in Winterthur gehörte der gebürtige Urner erstmals zur Nationalmannschaft. Beim 26:25-Sieg gegen Weissrussland erzielte der linke Flügel zwei wichtige Tore, nachdem die Schweiz 22:23 in Rückstand geraten war. «Als ich vor anderthalb Saisons aus der Nationalliga B nach St. Gallen kam, war ich weit davon entfernt, Nationalspieler zu sein. Dass ich es nun erreicht habe, ist ein Zeichen für die Sponsoren, aber auch für unsere Junioren. Wir profitieren vom optimalen Umfeld, das uns der Club bietet.»

Mit den beiden Treffern gegen WM-Teilnehmer Weissrussland hat Brücker auf sich aufmerksam gemacht. Stammkraft in der Nationalmannschaft ist er aber noch lange nicht. Vier Spieler buhlen auf der linken Aussenposition um Aufgebote und Einsätze, unter ihnen der langjährige Bundesliga-Akteur Manuel Liniger. «Mein Einstand war super. Als ich gegen Weissrussland eingewechselt wurde, lief es auf Anhieb gut für das Schweizer Team. Es war ein hervorragendes Gefühl, etwas beigetragen zu haben, dass wir doch noch gewinnen konnten. Jetzt habe ich einen Fuss in der Türe. Ich muss mich nun mit konstant guten Leistungen in der Nationalliga A weiter aufdrängen. Wichtig ist einstweilen aber, dass ich einmal dabei war», sagt Brücker. Er hofft insbesondere, im EM-Qualifikationsspiel im Juni in St. Gallen gegen Mazedonien wieder mit von der Partie zu sein.

Zwei Chancen gegen Österreich

Schon heute und am Donnerstag erhält Brücker in Testspielen der Schweizer gegen WM-Teilnehmer Österreich zwei weitere Chancen, Werbung in eigener Sache zu machen. Liniger macht die Reise nach Österreich nicht mit.

Brücker ist der erste Feldspieler St. Otmars seit fast zweieinhalb Jahren, der in der Schweizer Nationalmannschaft eingesetzt wurde. Zuletzt war Filip Pendic 2012 an der Reihe gewesen, ehe sich der Kreisläufer schwer am Knie verletzte und ein Jahr ausfiel. Regelmässig für Tschechien spielen Brückers Vereinskollegen Martin Galia und Tomas Babak, die ab dem 15. Januar die WM in Qatar bestreiten. «Ich werde am Fernseher so viele WM-Partien wie möglich verfolgen und Tschechien die Daumen drücken», sagt Brücker. WM-Coach der Tschechen ist St. Otmars Trainer Jan Filip. In der laufenden EM-Ausscheidung ist Tschechien Gegner der Schweiz.

Zukunft ungeklärt

Mit St. Otmar geht das NLA-Pensum im Februar weiter. Brückers Vertrag ist nur noch bis Ende Saison datiert. «Bis jetzt ist vom Club niemand auf mich zugekommen. Ich würde gerne bleiben. Es gefällt mir in St. Gallen», sagt Brücker. Weil er das Bachelor-Studium an der HSG aber beendet hat, ist Brücker nicht mehr an die Stadt gebunden. Auf dem Markt hat er dank der Einsätze mit der Nationalmannschaft gute Karten.