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St. Galler stehen im Steilhang

Wenn St. Gallen morgen zum Europa-League-Spiel in Valencia antritt, sind gegen 1500 Fans aus der Ostschweiz dabei. Die meisten von ihnen werden in schwindelerregender Höhe auf der steilsten Stadionrampe Europas stehen.
Ralf Streule
Das Mestalla-Stadion in Valencia ist seit 90 Jahren stetig gewachsen – und zum engen Flickwerk mitten in der Stadt geworden. (Bild: getty/Manuel Queimadelos Alonso)

Das Mestalla-Stadion in Valencia ist seit 90 Jahren stetig gewachsen – und zum engen Flickwerk mitten in der Stadt geworden. (Bild: getty/Manuel Queimadelos Alonso)

FUSSBALL. Was der Valencia CF derzeit zeigt, ist aus dem Blickwinkel seiner Anhänger schwindelerregend. Der achte Platz in der spanischen Meisterschaft, ein negatives Torverhältnis und die Heimniederlage am Wochenende gegen Real Sociedad: Das entspricht nicht den Erwartungen des spanischen Traditionsclubs, der noch vor gut zehn Jahren zweimal im Champions-League-Final stand. Doch auch wenn die Spieler derzeit in Interviews von Krise und Torflaute sprechen, ist der spanische Club gegen den FC St. Gallen morgen abend im Europa-League-Spiel der grosse Favorit.

FC Swansea warnte seine Fans

Schwindelerregend dürfte das Spiel morgen auch für viele St. Galler Anhänger werden. Viele der rund 1500 Ostschweizer werden im Gästesektor des Mestalla-Stadions in der obersten Galerie stehen, weit über dem Spielfeld. Die Tribüne ist als steilste Stadionrampe Europas bekannt, weist eine Steigung von etwa 45 Grad auf. In Fussballmagazinen wird die atemberaubende Aussicht aufs Spielfeld beschrieben, aber auch auf Gefahren hingewiesen: Nur dank der Querstangen herrsche nicht «akute Absturzgefahr», heisst es da. Und der FC Swansea, der vor fünf Wochen in Valencia zu Gast war, warnte seine Fans: Wer Höhenangst hat, bleibt lieber zu Hause.

Die imposante Bauweise des Stadions lässt sich mit seiner Geschichte erklären. Der Grundstein wurde vor 90 Jahren gelegt. An die zunächst kleine Tribüne wurden im Laufe der Zeit weitere Galerien angebaut. Bereits in den 1970er-Jahren war das Stadion eingepfercht zwischen Wohnbauten. Vor der WM 1982 in Spanien schien eine Kapazitätserhöhung kaum mehr möglich. Architekten brachten die Stadt aber auf die Idee, das Spielfeld abzusenken, um zuunterst eine weitere Tribünenreihe errichten zu können und die Zuschauerzahl auf 50 000 zu erhöhen. 30 000 davon waren Sitzplätze. Erst in den 1990er-Jahren kamen die obersten, steilsten Tribünen dazu.

Heute fasst das Estadio de Mestalla 55 000 Zuschauer. Diese Zahl wird am Donnerstag mit Sicherheit nicht erreicht. Auch bei Meisterschaftsspielen finden sich derzeit selten mehr als 35 000 Zuschauer im Stadion ein.

Warten auf bessere Zeiten

Als Valencia aber um die Jahrtausendwende seine besten Zeiten erlebte, hegte Juan Soler, der damalige Präsident des Vereins, grosse Pläne: Im Norden der Stadt sollte ein neues Stadion, das Nou Mestalla, für 75 000 Plätze gebaut werden. Geworden ist daraus ein Mahnmal. Nur der Rohbau steht – und droht zu verlottern. Weiterhin fehlt dem stark verschuldeten Club das Geld für die Fertigstellung, unter anderem, da kein Käufer für das Gebiet des heutigen Mestalla gefunden wird.

So wartet Valencia weiter auf bessere Zeiten. Auf Zeiten, in denen der Club wieder an die Leistungen von Barcelona oder Real Madrid herankommt, in denen das neue Stadion fertiggebaut werden kann. Und in denen keine Teams aus der Schweiz mehr antreten, die in der nationalen Meisterschaft lediglich Dritter wurden.

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