St. Gallen trifft auf den Zwilling

Der nach fünf Runden noch unbesiegte FC St. Gallen spielt heute um 19.45 Uhr in Thun. Der Aufsteiger trifft dabei auf eine Mannschaft, deren Basis dieselben Stärken sind. «Drei Punkte sind möglich», sagt Mario Mutsch.

Patricia Loher
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«Alle haben dasselbe Ziel. Das Team funktioniert»: St. Gallens Mario Mutsch (links) gegen den Luzerner Hekuran Kryeziu. (Bild: freshfocus/Daniela Frutiger)

«Alle haben dasselbe Ziel. Das Team funktioniert»: St. Gallens Mario Mutsch (links) gegen den Luzerner Hekuran Kryeziu. (Bild: freshfocus/Daniela Frutiger)

FUSSBALL. St. Gallens Trainer Jeff Saibene wählte aussergewöhnlich emotionale Worte, als es vor einer Woche darum ging, das 1:1 in Luzern zu analysieren. Der ausgebliebene Pfiff des Schiedsrichters nach einem Foul an Torhüter Daniel Lopar und der Penaltyentscheid wenige Sekunden später, als das Spiel eigentlich hätte unterbrochen sein sollen, beschäftigten den Luxemburger. Die Mannschaft, sagte er kurz nach der Partie, sei um ihren verdienten Lohn gebracht worden. Vor dem Auswärtsspiel in Thun mag der Trainer die Geschehnisse aus der 85. Minute in Luzern nicht mehr thematisieren. Sie seien abgehakt, sagt er. Aber natürlich haben Trainer und Mannschaft jene Situation in den Tagen nach dem Spiel analysiert. Und zum Thema wurde auch, dass die Mannschaft zu jenem Zeitpunkt auch schon mit 2:0 oder 3:0 hätte führen können, wenn sie sauber gekontert hätte. «Ich will nicht alles dem Schiedsrichter anlasten», sagt Saibene. Auch ihnen seien Fehler unterlaufen und dazu gehört, dass während einer überschaubaren Luzerner Druckphase nach Gegenstössen die letzten Pässe zu ungenau gespielt wurden.

Saibene lobt Mutsch

Das sind nach dem überraschend guten Saisonstart mit neun Punkten aus fünf Spielen aber nur kleine Kritikpunkte. Insgesamt tritt die Mannschaft stabil, gut organisiert und spielfreudig auf. «Alle haben dasselbe Ziel. Das Team funktioniert», sagt Aussenverteidiger Mario Mutsch. Der luxemburgische Nationalspieler hatte sich eine Woche vor dem Saisonstart eine Muskelverhärtung im Oberschenkel zugezogen, verdrängte dann allerdings den jungen Ilija Ivic nach zweieinhalb Spielen aus der Startformation. Saibene lobt seinen Landsmann für die ersten Auftritte in St. Gallen. Zwar habe Ivic lange gut gespielt, doch gegen den FC Zürich habe er Mühe bekundet und sei zudem verwarnt worden. Deshalb habe er sich entschieden, zur Pause den Wechsel vorzunehmen. «Seither macht Mutsch seine Sache gut. Zudem hatte er eine gute Vorbereitung hinter sich.»

St. Gallen trifft heute in Thun auf eine Mannschaft, deren Basis dieselben Stärken sind. Disziplin, Ordnung und ein intaktes Mannschaftsgefüge. Hinzu kommt, dass die Partie auf Kunstrasen gespielt wird. Mutsch sagt, ihm bereite das keine Sorgen, «weil wir viele technisch gute Spieler haben». Der 27-Jährige fügt aber an, wie jeder Fussballer spiele auch er lieber auf Naturrasen. St. Gallen hat in dieser Woche einige Einheiten auf der Plastikunterlage bestritten.

15 Minuten ohne Gegentor

Das Ziel der Ostschweizer in Thun ist es, die erste Viertelstunde ohne Gegentor zu überstehen, «denn wir nehmen an, Thun kommt wie die Feuerwehr», so Saibene. Wenn sie zu Beginn dagegenhalten würden, lägen auch im Berner Oberland drei Punkte drin, sagt Mutsch. Allerdings hat die Mannschaft von Trainer Bernard Challandes vor einer Woche Basel in der Startphase und bis zum Platzverweis von Goalie Guillaume Faivre in der 24. Minute doch gefordert. «Basel rannte dem Gegner lange bloss hinterher. Thun trat ballsicher und selbstbewusst auf», sagt Saibene, der das Spiel im Stadion mitverfolgt hat. Am Ende setzte sich der Meister trotzdem mit 3:1 durch.

Etoundi spielt wieder

Saibene muss heute auf Kristian Nushi verzichten, der sich in Luzern die Schulter ausgekugelt hat. Für ihn spielt Marco Mathys. Nicht mit dabei sind auch Marco Hämmerli, der unter Adduktorenproblemen leidet, und Ivan Martic, der sich im 1.-Liga-Spiel mit St. Gallen II gegen die Old Boys eine gelb-rote Karte einhandelte und deshalb gesperrt ist. Zum erstenmal seit seiner Schulteroperation zum Einsatz kommt Franck Etoundi. Er und Atila gehören dem Aufgebot von St. Gallen II für das kleine Stadtderby gegen Brühl in der 1. Liga Promotion an.

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