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St. Gallen trifft auf den BVB: Die Dortmunder wühlen in bester Bayern-Manier auf dem Transfermarkt

St. Gallen trifft am Dienstagabend auf Dortmund. Der deutsche Club verpflichtet die Leistungsträger anderer Bundesligaclubs. Das ist eine bekannte Masche.
Sergio Dudli
Dortmunds Neuzugang Thorgan Hazard (Mitte) im Testspiel gegen Udinese. (Bild: Freshfocus)

Dortmunds Neuzugang Thorgan Hazard (Mitte) im Testspiel gegen Udinese. (Bild: Freshfocus)


Sie werden es in München nicht gerne zugeben. Aber viele Anhänger der Bayern dürften neidisch auf den Konkurrenten aus Dortmund sein, den heutigen Testspielgegner des FC St. Gallen. Während die Chefetage des Serienmeisters weiterhin mit der Bekanntgabe eines Transfers-Hammers auf sich warten lässt, haben die Dortmunder erfolgreiche Wochen hinter sich. Die Rückkehr von Mats Hummels liess sich der Zweitplatzierte der vergangenen Saison über 30 Millionen Franken kosten. Nur wenig günstiger waren Thorgan Hazard von Gladbach, Nico Schulz von Hoffenheim und der Leverkusener Julian Brandt.

Kein «Fall Sané» bei den Dortmundern

Insgesamt gab die Dortmunder Vereinsspitze um Hans-Joachim Watzke bisher über 140 Millionen Franken für neue Spieler aus. Damit übertreffen sie die Münchner, obwohl diese allein für Lucas Hernandez fast 90 Millionen an Atlético Madrid überwiesen. Was bei den Transfers der Dortmunder auffällt: Mit Ausnahme von Paco Alcacer und Mateu Morey, die aus Barcelona kamen, stammen alle Neuzugänge aus der Bundesliga. Hazard war bei Gladbach der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive, Brandt der Taktgeber im Mittelfeld der Leverkusener und Aussenverteidiger Schulz hat sich bei Hoffenheim zum Nationalspieler gemausert. Dazu gesellt sich Rückkehrer Hummels.

Mit diesen Transfers verstärkt sich Dortmund, während es gleichzeitig die Konkurrenz schwächt. Eine Strategie, die in den vergangenen Jahren vor allem Bayern München praktiziert hat. So holten die Münchner beispielsweise vor acht Jahren mit Manuel Neuer den besten Torhüter der Liga aus Schalke. Unvergessen sind auch die Transfers von Robert Lewandowski, Mario Götze und Mats Hummels, die aus Dortmund nach München gelotst wurden.

St. Gallen mit Klinsmann im Tor

Für St. Gallens deutschen Trainer Peter Zeidler ist das Testspiel gegen Dortmund «etwas ganz Besonderes». Mit Lucien Favre komme einer der besten Trainer Europas in den Kybunpark und mit ihm ein Team, das in Deutschland zu den Favoriten auf den Meistertitel zähle. «Es war beeindruckend, was für Transfers der Club getätigt hat», sagt Zeidler. Im Vorverkauf wurden für diese Testpartie, die um 19.30 Uhr angepfiffen wird, 9000 Tickets abgesetzt. Zeidler wird heute jenen Akteuren eine Chance geben, die noch in den ersten beiden Partien der Saison wenig oder keine Spielpraxis erhielten. So steht der 22-jährige Neuzugang Jonathan Klinsmann im Tor. Moreno Costanzo, Angelo Campos, Fabiano oder Vincent Rüfli erhalten gegen Dortmund ebenfalls die Gelegenheit, sich aufzudrängen. Offen ist, ob Jordi Quintillà wieder einsatzfähig ist. Der 25-jährige Spanier hat das Basel-Spiel verpasst, weil er an einer Entzündung des Weisheitszahnes leidet. Quintillà muss sich den Zahn bald ziehen lassen. Bis dahin sollte die Entzündung mit Antibiotika in den Griff bekommen werden. (pl)

Nun versuchen es also die Dortmunder mit der «Bayern-Taktik». In den deutschen Medien werden sie für die Zuzüge gelobt, zumal es sich bei den gekauften Spielern um junge Spieler mit Entwicklungspotenzial handelt – Hummels ausgeklammert. Die Transfers gingen schnell und professionell über die Bühne. Keine Spur eines wochenlangen Hin und Hers, wie dies beim Meister aus München der Fall ist. Sané kommt. Sané kommt nicht. Sané kommt vielleicht. In Dortmund haben sie längst Nägel mit Köpfen gemacht. Dies dürfte mit ein Grund dafür sein, warum der Geduldsfaden der Bayern-Fans bis zum Zerreissen gespannt ist.

In der Rolle des Käufers statt des Verkäufers

Während Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Karl-Heinz Rummenigge der aufkeimenden Unruhe mit Durchhalteparolen begegnen, steht die Dortmunder Mannschaft. Das verschärft den Ton in München zusätzlich. In Nordrhein-Westfalen dagegen herrscht vor dem Saisonstart eine entspannte Atmosphäre. Nachdem der Club in den vergangenen Jahren allein durch die Verkäufe von Pierre-Emerick Aubameyang, Ousamane Dembélé und Christian Pulisic 280 Millionen Franken eingenommen hat, scheint der Umbruch abgeschlossen. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte vor wenigen Wochen:

«Wir brauchten auf diese Saison hin nochmals mehr Qualität. Wir haben immer gesagt, wir benötigen zwei Sommer-Transferperioden, um die Mannschaft aufzubauen. Das haben wir getan.»

Um das Niveau im Kader zu erhöhen, wurde neben dem im vergangenen Jahr verpflichtet Axel Witsel mit Hummels ein weiterer Routinier geholt. «Wenn wir mal wieder einen Titel gewinnen wollen, können wir nicht dauerhaft nur 20-Jährige verpflichten», so Watzke. Erst kürzlich äusserte sich der 60-Jährige auch zu den Unruhen in München, wo nach wie vor auf einen Nachfolger von Frank Ribéry und Arjen Robben gewartet wird: «Es ist egal, was die Bayern noch machen: Sie haben jetzt schon eine Top-Mannschaft.»

Nach St. Gallen ist vor Bayern München

Watze habe die kritischen Zeilen der Medien, welche die schwächste Münchner Truppe seit Jahren ausgemacht haben wollen, schon fast geglaubt, «da habe ich mir das Bayern-Team mal aufgeschrieben.» Das sei bereits ohne weitere Verstärkungen «sehr, sehr stark». Vier Tage nach dem heutigen Spiel gegen St. Gallen kommt es im Super-Cup zum ersten Vergleich der beiden deutschen Spitzenteams. Während Bayern München bereits unter Druck steht und seine Vormachtstellung bestätigen muss, ist es für die Mannschaft von Favre eine erste Chance, die Münchner zu ärgern. Sollten die Dortmunder gewinnen, würde der strapazierte Geduldsfaden in der bayrischen Landeshauptstadt wohl endgültig reissen.

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