St.Gallen startet mit Vorschusslorbeeren in die Saison

Was ist vom FC St.Gallen in der neuen Saison zu erwarten? Am Samstag um 19 Uhr legt das Team von Peter Zeidler im Kybunpark gegen Luzern erstmals die Karten auf den Tisch.

Ralf Streule
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Peter Zeidler: «Wir sind darauf vorbereitet, dass es auch einmal Niederlagen geben wird.» (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Peter Zeidler: «Wir sind darauf vorbereitet, dass es auch einmal Niederlagen geben wird.» (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Der FC St.Gallen ist nach vielen Wechseln im Sommer schwer einzuschätzen. Vorschusslorbeeren gibt es schon einmal von Expertenseite: Gleich zweimal wurden die Ostschweizer von Fussballkennern auf den dritten Platz hinter YB und Basel getippt. Einmal zufällig in einem Tamedia-Podcast – wo die Positionen im wieder eng erwarteten Super-League-Mittelfeld kurzerhand gewürfelt wurden. Und dann von SRF-Experte Bruno Berner, der den Ostschweizern die Rolle als Überraschungsteam der Saison zutraut.

So viel Zuversicht nach so vielen Wechseln im Team? Zeidler gibt sich zurückhaltender. Er gibt zu bedenken: Von jenen Spielern, die im letzten Heimspiel beim 4:1 gegen YB auf dem Platz standen, gehören fünf nicht mehr zum Team, wie Tranquillo Barnetta, Majeed Ashimeru oder Vincent Sierro.

Zeidler: «Im Team steckt viel Potenzial»

Zeidler strahlt aber Zuversicht aus, ist erfreut über die Testspiele und die Spielfreude des Teams. «Da steckt Potenzial drin. Wir haben keine Angst und sind darauf vorbereitet, dass es auch einmal Niederlagen geben wird.»

Was die Taktik anbelangt, bleibt Zeidler ganz Zeidler. Nach seinem Gusto dürfte das Team noch dynamischer spielen, höher stehen und schneller Umschalten als in der vergangenen Saison.

Stojanovic bleibt die Nummer 1

Im Tor wird wie bisher Dejan Stojanovic stehen. Jonathan Klinsmann, der neu zu den St.Gallern stiess, bleibt vorerst zweite Wahl: Zwar habe sich Klinsmann in der Vorbereitung gesteigert und sei ein «hervorragender Torhüter», so Zeidler. Stojanovic habe aber ebenfalls einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.

Verletzt fehlen werden am Samstag Milan Vilotic, der an einer Fussentzündung laboriert, sowie Nicolas Lüchinger. Auch der rekonvaleszente Alain Wiss dürfte in den ersten Partien noch keine Rolle spielen.

Der 20-jährige Innenverteidiger Yannis Letard im Testspiel gegen Celtic Glasgow. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Der 20-jährige Innenverteidiger Yannis Letard im Testspiel gegen Celtic Glasgow.
(Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

In der Innenverteidigung wird Zeidler wohl auf die jungen Yannis Letard und Leonidas Stergiou setzen. Kommen als Aussenverteidiger wie erwartet Silvan Hefti und Miro Muheim zum Zug, betrüge der Altersschnitt der Abwehrreihe 19,75 Jahre. Was das Mittelfeld betrifft, lässt sich aus den letzten Testspielen schliessen, dass neben Jordi Quintillà wohl Lukas Görtler und eher überraschend Victor Ruiz zum Einsatz kommen – und nicht etwa Moreno Costanzo.

Saisonabonnement-Verkauf läuft etwas besser als vor einem Jahr

Das Spiel gegen Luzern könnte eines auf Augenhöhe geben, obschon die Serie von neun St.Galler Niederlagen in Folge gegen diesen Gegner eine andere Sprache spricht. Doch auch Luzern verlor im Mittelfeld mit dem Abgang von Ruben Vargas an Substanz.

Für das Spiel vom Samstag waren bis Freitagmittag 9000 Tickets verkauft. Bisher sind zudem 7300 Saisonabos weg, gemäss Präsident Matthias Hüppi etwas mehr als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Die 8000er-Marke werde voraussichtlich wieder geknackt.

Kommentar

Der FC St.Gallen vor der Saison – es ist Zeit, dass etwas entsteht

Trotz finanziell knapper Mittel hat sich der FC St.Gallen sportlich gute Voraussetzungen geschaffen. Die Ostschweizer haben die meisten Neuverpflichtungen längerfristig gebunden. Das weckt die Hoffnung, dass auch auf dem Platz endlich Kontinuität Einzug hält. Unsere Analyse vor dem Saisonstart.
Patricia Loher