St. Gallen schafft die Wende nicht

Der FC St. Gallen verliert in der 31. Runde der Super League zu Hause gegen den FC Sion 0:1. Es ist die dritte Niederlage in Serie. Die St. Galler sind zwar von Beginn weg bemüht – ihre Unsicherheit wird ihnen aber zum Verhängnis.

Andy Sager
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St. Gallens Captain Stéphane Besle (rechts) setzt sich für einmal gegen Sions Veroljub Salatic durch. (Bild: Ralph Ribi)

St. Gallens Captain Stéphane Besle (rechts) setzt sich für einmal gegen Sions Veroljub Salatic durch. (Bild: Ralph Ribi)

FUSSBALL. «Es fehlt uns derzeit an Selbstvertrauen, an Kreativität, an Dynamik», sagte ein niedergeschlagener Jeff Saibene. Der Coach des FC St. Gallen musste zum wiederholten Male seine Sicht einer Niederlage erläutern. Sein Team hatte gerade das Heimspiel gegen Sion, den Tabellenachten der Super League, mit 0:1 verloren. Dem Heimteam ist kein mangelnder Einsatz vorzuwerfen – es hat sich seinem Schicksal nicht ergeben. Doch es fehlte an den drei genannten, fundamentalen Werten.

Dass die Mannschaft kaum Selbstvertrauen hat, überrascht nicht. Die jüngsten Niederlagen haben Spuren hinterlassen. Gegen Vaduz, Luzern und nun Sion ging St. Gallen zuletzt als Verlierer vom Platz. Vor allem die 2:6-Schmach am Donnerstag in Luzern hat Spuren hinterlassen. Die Innerschweizer liegen durch das neuerliche 6:2 gestern gegen Aarau nur noch vier Punkte hinter den Ostschweizern und bringen sie damit in Bedrängnis.

Hauptaugenmerk auf Defensive

Vor allem aber offenbarte das 2:6 vom Donnerstag, dass beim Saibene-Team einiges im Argen liegt. Defensiv agierte St. Gallen äusserst anfällig. Und in der Offensive fehlte das Selbstverständnis. Gegen Sion war das Heimteam gestern daher darauf bedacht, aus einer sicheren Defensive zu agieren. Die Rückkehr von Captain Stéphane Besle, Daniele Russo und Everton trugen massgeblich dazu bei, dass dies gelang. Eine Steigerung zum inferioren Abwehrverhalten in Luzern war unübersehbar.

Nach einer Viertelstunde trauten sich die Ostschweizer in die Offensive und erhöhten nach knapp 30 Minuten die Schlagzahl, blieben aber ideenlos. Schon früh wurden lange Bälle als probates Mittel erachtet. Kombinationen im Mittelfeld mit den ballsicheren Mario Mutsch, Everton und Marco Mathys waren Mangelware. Sion hatte viele Spielanteile, zog daraus aber wenig Nutzen. Wenn Sitten gefährlich wurde, dann über die Flügel. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte aber St. Gallen: Ein Freistoss von Geoffrey Tréand touchierte in der 36. Minute die Latte. Mit dem 0:0 zur Pause konnte St. Gallen nur defensiv zufrieden sein.

Dass Goran Karanovic unauffällig blieb, war ob der wenigen Kombinationen keine Überraschung. Das Spiel mit langen Bällen ist nicht sein Spiel. Doch an der Idee vermochte St. Gallen nichts zu ändern. Der unbedingte Wille, die Partie zu gewinnen, war nicht wahrnehmbar. Und dies, obwohl die Gastgeber seit der 52. Minute einem Rückstand hinterherliefen: Nach einem Corner kam der Ball zu Konaté, der zum 1:0 traf.

Wie konsequent das Heimteam am Spiel mit langen Bällen festhielt, zeigte die Massnahme, dass Daniele Russo, seines Zeichens 1,93 Meter grosser Innenverteidiger, sechs Minuten vor Schluss zum Stürmer umfunktioniert wurde. Gefruchtet hat auch dieser Schritt nicht.

«Der Wille ist da»

Am Ende blieb es bei Sions 1:0 – gegen ein in erster Linie zu unsicheres St. Gallen. «Der Wille ist da. Die Spieler laufen und kämpfen», sagte Saibene. «Wir sind aber in einer Negativspirale, in der vieles gegen uns läuft. Dagegen müssen wir uns wehren.» Inwiefern sich Kreativität, Dynamik und Kampf ergänzen können, muss St. Gallen am Sonntag bei den Young Boys zeigen.

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