St. Gallen rundum zufrieden

«Valencia kommt unserem Traumlos nahe», sagt St. Gallens Sportchef Heinz Peischl nach der Europa-League-Auslosung. Die Verantwortlichen des Clubs sind sich der Herausforderung bewusst, welche die nächsten Wochen mit sich bringen.

Patricia Loher
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St. Gallens Captain Philippe Montandon nimmt nach der Rückkehr am Flughafen in Zürich die Gratulation einer Anhängerin entgegen. (Bild: Urs Bucher)

St. Gallens Captain Philippe Montandon nimmt nach der Rückkehr am Flughafen in Zürich die Gratulation einer Anhängerin entgegen. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Die Spieler sassen im Mannschaftsbus. Irgendwo auf der Strecke zwischen Zürich und St. Gallen erfuhren sie, was ihnen der 4:2-Coup bei Spartak Moskau einbringen wird: In der Gruppenphase der Europa League trifft St. Gallen auf Valencia, Swansea City und Kuban Krasnodar. Nach der Rückkehr in die AFG Arena – am Nachmittag stand gleich ein nächstes Training auf dem Programm – sprach Trainer Jeff Saibene von einer «superinteressanten Gruppe». Er freue sich vor allem auf die Begegnungen mit zwei Teams, bei denen der Fussball gelebt werde. St. Gallens Trainer sprach damit die Spanier von Valencia und die Waliser von Swansea an. So wie schon im Playoff gegen Spartak Moskau sind die Ostschweizer krasser Aussenseiter. Für die Sechzehntelfinals qualifizieren sich die Gruppensieger und Gruppenzweiten.

Peischls früher Abflug

St. Gallens Sportchef Heinz Peischl und Andy Mestka von der Event AG wohnten der Auslosung in Monaco bei, nachdem sie sich schon um vier Uhr morgens auf dem Moskauer Flughafen eingefunden hatten. Peischl sagte nach Bekanntgabe der Gegner, er sei rundum zufrieden. Valencia komme ihrem Traumlos nahe, und Swanseas Trainer Michael Laudrup lasse attraktiven Fussball spielen. Peischl und Mestka machten sich hinterher zurück auf den Weg in die Schweiz. Schon lange zuvor war die restliche Delegation nach einem Linienflug aus Moskau in Zürich eingetroffen.

Schnell wurde offensichtlich, dass der Erfolg Spuren hinterlassen hatte. Bei der Passkontrolle wurde der eine oder andere St. Galler gleich zur guten Leistung in Moskau beglückwünscht. Eine Handvoll Anhänger empfing das Team mit Applaus. Die Rückkehr des FC St. Gallen erregte am Flughafen Aufmerksamkeit. Saibene sagte, er habe sich am Abend früh zurückgezogen. «Ich wollte den Moment auch für mich geniessen.» Nur: Sofort einschlafen konnte St. Gallens Trainer nach dem Grosserfolg nicht. Zu viel war passiert. Den aussergewöhnlichen Auftritt der Ostschweizer hatten im Chimki-Stadion auch Vertreter der Schweizer Botschaft in Moskau miterlebt.

Das Thema Kadergrösse

Bereits morgen hält aber wieder der Alltag Einzug. Ab 13.45 Uhr trifft St. Gallen zu Hause auf Luzern. Die Verantwortlichen sind sich der Herausforderung bewusst, welche die nächsten Wochen mit sich bringen. St. Gallen wird bis zur Winterpause sechs zusätzliche Spiele und drei Reisen bestreiten, tendenziell ist das Kader zu knapp bemessen. In Moskau hat sich mit Stéphane Nater zudem eine Teamstütze verletzt. Der Mittelfeldspieler fällt nach einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich drei Wochen aus und könnte damit auch das erste Heimspiel der Europa League gegen Krasnodar verpassen. Trotzdem ist es eigentlich nicht geplant, auf dem Transfermarkt noch einmal aktiv zu werden. Der FC St. Gallen will die Lage in aller Ruhe beurteilen. Saibene sagt: «Wir werden trotz des Einzugs in die Gruppenphase nicht plötzlich mit Geld um uns werfen.»