St. Gallen muss vorwärts schauen

Der FC St. Gallen trifft morgen um 13.45 Uhr in der fünftletzten Runde der Super League auswärts auf die Young Boys. Im Hintergrund arbeiten die Verantwortlichen um Sportchef Heinz Peischl aber bereits am Kader für die nächste Saison.

Andy Sager
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St. Gallen Dejan Janjatovic (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

St. Gallen Dejan Janjatovic (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

FUSSBALL. Aktuell steckt St. Gallen in einer Krise. Personell wird diese auf die kommende Saison wohl Konsequenzen haben. Ob das Team die Gelegenheit in der Europa League erhält, bleibt dabei eine Randnotiz. Die Clubverantwortlichen sind gefordert:

Verlängerung: Die Verträge von Goran Karanovic, Daniel Sikorski, Muhamed Demiri und Jim Freid laufen Ende Juni aus. Karanovics Arbeitspapier enthält eine Option, die sich verlängert, wenn er prozentual auf genug Einsatzzeit kommt. «Im Moment erreicht er das», sagt St. Gallens Mediensprecher Daniel Last. Sein Vertrag dürfte sich um ein Jahr verlängern. Mit allen vier wird «zeitnah gesprochen, auch mit Demiri und Sikorski», sagt Sportchef Heinz Peischl.

Ausdünnung: Bei Sikorski und Demiri stehen die Zeichen eher auf Trennung. Darauf lassen auch die Äusserungen der Verantwortlichen schliessen. Demiri hatte seit seinem Wechsel von Thun 2013 einen schweren Stand. Seit vergangenem Sommer bleibt ihm hinter Everton nur die Reservistenrolle. Sikorski hatte im Winter vorerst den Sprung ins Team geschafft, konnte letztlich aber auch nicht vollends überzeugen.

Planung: Ebenfalls dank Option hat sich der Vertrag von Captain Stéphane Besle um ein Jahr verlängert. 2016 stehen er, Marco Mathys, Pascal Thrier, Roberto Rodriguez und Dejan Janjatovic aber vor der Ungewissheit. Besonders Janjatovic werden immer wieder Wechselabsichten nachgesagt. Bei Vertragsende könnte er St. Gallen ablösefrei verlassen. Um die Ruhe aufrecht zu erhalten, wären Verlängerungen in diesem Sommer sinnvoll. «Natürlich denken wir auch über die kommende Saison hinaus. Von daher werden wir sicher auch mit diesen Spielern reden», so Peischl.

Absicherung: Mit seinen Leistungen hat Yannis Tafer nicht nur die St. Galler Anhänger entzückt. Seit Wochen wird über ein angebliches Interesse der Young Boys am Mittelfeldspieler spekuliert. Der Berater des Algeriers, dessen Vertrag bis 2017 läuft, will dazu keine Auskunft geben. Aktuell soll auch Janjatovic in Bern ein Thema sein. Sein Berater Vim Vogel bestätigt, dass «es mehrere Anfragen gibt» – unter anderem auch Kontakt zu den Young Boys. «Ein schriftliches Angebot liegt aber nicht vor. Zudem fokussiert sich Dejan im Moment auf St. Gallen, er hat noch ein Jahr Vertrag.» Bei einem entsprechenden Angebot wäre Janjatovic aber wohl nicht abgeneigt. Der Club hat aktuell weder für Tafer noch für Janjatovic oder einen anderen Spieler ein Angebot vorliegen. Gegen ein Wechsel Tafers zu den Bernern spricht, dass diese den ausgeliehenen Flügel Alexander Gonzalez aus Thun zurückholen.

Verstärkung: Da wohl dennoch der eine oder andere den Verein verlassen wird oder der Club Handlungsbedarf sieht, dürften sich die Bosse umsehen. Ein Kandidat könnte Mario Bühler vom FC Wohlen sein. Der 23-Jährige führt als Innenverteidiger die zweitbeste Abwehr der Challenge League. Als junger, aufstrebender Spieler passt er ins St. Galler Konzept. «Er wäre sicher interessant», sagte Saibene kürzlich. Der Spieler, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, steht aktuell in Verhandlungen mit drei Super-League-Teams, wie sein Berater Gezim Ibrahimi sagt, darunter Luzern. «St. Gallen ist aber nicht dabei. Und unterschrieben ist noch nichts.»

Ein Leader, wie ihn St. Gallen brauchen könnte, ist Bühler nicht. Eine Option dazu gäbe es in Lugano: Der 29jährige Antoine Rey ist wendig, schnell und erfahren. Als zentraler Mittelfeldspieler könnte der Schweizer in der Spielgestaltung zudem neue Impulse setzen.

Im Angriff würde sich ein Blick nach Genf lohnen: Der 22jährige Benjamin Besnard, der im Winter den Sprung von der 1. Liga in die Challenge League geschafft hat, wäre eine Investition in die Zukunft. Servette wäre wohl verhandlungsbereit.

Eine Verpflichtung der ehemaligen St. Galler Philipp Muntwiler und Moreno Costanzo steht indes nicht an. Das Gerücht um Muntwiler sei «Boulevard hoch sieben», wie Saibene sagte. Muntwilers Berater Bernt Haas hat «von dem Interesse auch nur in den Medien gelesen» und sagt, dass man sich zwar alles anhöre. Ziel sei aber zuerst der Klassenerhalt mit Vaduz. Auch Costanzo, der noch bis Sommer von den Young Boys an Aarau ausgeliehen ist, führe Sondierungsgespräche, wie Berater Max Urscheler sagt. «Im Moment gibt es keine Tendenz, wir sprechen mit allen Clubs.»

Beförderung: Alternativen böten sich St. Gallen im eigenen Nachwuchs. Die Innenverteidigung könnte mit Roy Gelmi besetzt werden. Die Beförderung des 20-Jährigen wäre ein Risiko, das sich auszahlen könnte. Wie Marsel Stevic gehört Gelmi bereits zum Kader, figuriert aber selten im Aufgebot. Leader wären indes beide Jungen nicht.

AUSGABE: 24.03.2014-Freisteller-SPO / St. Gallen Yannis Tafer (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

AUSGABE: 24.03.2014-Freisteller-SPO / St. Gallen Yannis Tafer (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Fussball Super League FC St. Gallen - FC Sion in der AFG Arena Goran Karanovic vom FC St.Gallen (Bild: Michel Canonica)

Fussball Super League FC St. Gallen - FC Sion in der AFG Arena Goran Karanovic vom FC St.Gallen (Bild: Michel Canonica)

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