«St. Gallen macht es uns vor»

Servette ist nach acht Spielen noch ohne Sieg. Morgen trifft die Mannschaft mit dem Thurgauer Christian Schlauri um 13.45 Uhr in der AFG Arena auf St. Gallen. Der Leader sei für die Genfer in vielerlei Hinsicht ein Vorbild, sagt der 27-Jährige.

Markus Zahnd
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Christian Schlauri (links, im Zweikampf mit Moreno Merenda) konnte das Cup-Ausscheiden Servettes gegen Cham nicht verhindern. (Bild: ky/Sigi Tischler)

Christian Schlauri (links, im Zweikampf mit Moreno Merenda) konnte das Cup-Ausscheiden Servettes gegen Cham nicht verhindern. (Bild: ky/Sigi Tischler)

FUSSBALL. Sechs Niederlagen in acht Spielen, am meisten Tore kassiert und am wenigsten erzielt – die Bilanz von Servette nach acht Runden ist miserabel. Die Genfer, welche die vergangene Saison als Aufsteiger auf dem starken vierten Platz beendeten, sind damit Letzte der Super League und vor einer Woche zudem gegen den 1.-Liga-Club Cham aus dem Cup ausgeschieden. Morgen müssen sie nun ausgerechnet gegen Leader St. Gallen spielen. «Das wird ein hartes Spiel. Denn im Gegensatz zu uns strotzen die St. Galler vor Selbstvertrauen», sagt Christian Schlauri.

Der 27jährige Thurgauer kam gegen Cham erstmals nach einer langen Verletzungspause wieder zum Einsatz. Ob er auch morgen als linker Verteidiger spielt, weiss er noch nicht. «Sicher, ich will spielen. Viel wichtiger ist es aber, dass wir als Mannschaft möglichst schnell den ersten Sieg in dieser Saison realisieren.» Das gehe aber nur, wenn das Team den Kampf entdecke. «Auch das macht uns der FC St. Gallen vor: Nur mit der richtigen Einstellung können wir etwas gewinnen.»

Naters Abgang ist spürbar

Für die richtige Einstellung ist seit gut einer Woche mit Sébastien Fournier ein neuer Trainer verantwortlich. Der nach dem 0:3 gegen St. Gallen in Sion entlassene Walliser arbeite derzeit daran, dem Team eine Winnermentalität einzuimpfen, sagt Schlauri. «Er lebt den Fussball. Und er verlangt das auch von uns.» In den ersten Trainings wurde der Fokus auf ein kompaktes Auftreten gelegt, wie es der Leader zeige. «Wir müssen defensiv gut stehen, erst dann können wir an die Offensive denken», sagt Schlauri.

Alleine die mangelnde Einstellung sei aber nicht die Ursache für die schlechten Resultate. «Wir hatten auch einige wichtige Abgänge zu beklagen», so Schlauri. Unter anderem verliess Stéphane Nater den Club in Richtung St. Gallen. «Vielleicht wurde er bei uns zu wenig geschätzt. Denn nun in St. Gallen beweist er, wie wertvoll er für eine Mannschaft sein kann», sagt der Thurgauer, der in Schaffhausen und zuletzt zwei Saisons in Genf mit Nater zusammen gespielt hat. Auch jetzt hätten sie noch viel Kontakt, «wir telefonieren mehrmals pro Woche».

Gegen die Niederlagen stemmen

Viel mit Nater gesprochen hat in dieser Woche auch St. Gallens Trainer Jeff Saibene: «Sicher versuche ich es auszunutzen, wenn ein Akteur bis vor kurzem noch beim Gegner gespielt hat.» Nater wird seinem Trainer berichtet haben, dass die Genfer eigentlich noch immer eine spielstarke Mannschaft sind. Auch Schlauri sieht die Stärken seines Teams noch immer in der Offensive. «Wir werden uns in St. Gallen sicher nicht nur hinten hineinstellen. Aber schön zu spielen nützt auch nichts, wenn wir uns nicht vehement gegen Niederlagen stemmen.» Damit anfangen wollen Schlauri und seine Kollegen morgen gegen den Leader.