St. Gallen erleidet Schiffbruch

Der FC St. Gallen verliert den Cup-Achtelfinal zu Hause gegen Luzern mit 2:3. Bereits zur Pause liegen die schwachen Ostschweizer mit 1:3 im Rückstand. Das Tor von Dzengis Cavusevic zum 2:3 fällt zu spät.

Patricia Loher
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Enttäuschter Dzengis Cavusevic: Auch er konnte nach seiner Einwechslung die Wende nicht einleiten. (Bild: Hanspeter Schiess)

Enttäuschter Dzengis Cavusevic: Auch er konnte nach seiner Einwechslung die Wende nicht einleiten. (Bild: Hanspeter Schiess)

FUSSBALL. Zum erstenmal seit der Saison 2012/13 ist der FC St. Gallen in einem Cup-Achtelfinal gescheitert. Im Winter 2013 hatten sich die Ostschweizer in Aarau wenigstens noch in die Verlängerung gekämpft. Doch nur allein von einer Zusatzschlaufe waren die St. Galler – in der vergangenen Saison immerhin noch Cupfinalist – gegen Luzern weit entfernt. Ihr zweites Tor fiel zu spät, als dass es noch etwas hätte bewirken können. Dzengis Cavusevic traf erst kurz vor dem Schlusspfiff zum 2:3.

Die Mannschaft von Trainer Joe Zinnbauer blieb trotz einer Steigerung nach der Pause chancenlos. Nach 23 Minuten lag sie bereits mit 0:2 zurück. Nach 45 Minuten stand es 1:3. Zinnbauer muss sich jedenfalls für das Heimspiel in der Meisterschaft vom Sonntag gegen das selbe Luzern einiges überlegen, um sein Team wieder in die Spur zu bringen. Der Auftritt gestern vor allem vor der Pause war jedenfalls nicht bloss schlecht, er war erschreckend schlecht. Ein Sinnbild des rundum verunglückten Abends war Dejan Janjatovic: Der Mittelfeldspieler wurde in der elften Minute für den verletzten Alain Wiss eingewechselt. Schon in der 67. Minute war Janjatovics Arbeitstag wieder beendet. Zinnbauer sagte, diese Massnahme habe taktische Gründe gehabt.

Wenn gar nichts klappt

St. Gallen war dem Gegner ins offene Messer gelaufen, weil vorne und hinten nichts klappte. Weil an diesem Abend eigentlich gar nichts klappte. Die Ostschweizer hatten versucht, mutig zu spielen, sie hatten versucht, ein Pressing aufzuziehen. Doch schnell wurde offensichtlich, dass die Mannschaft die Vorgaben ihres Trainers nicht umsetzen konnte. Vielmehr entwickelte sich ein Spiel mit dem Feuer, bei dem sich die Gastgeber verbrannten und das eine oder andere Tor mehr hätten kassieren können. Mario Mutsch und Wiss bildeten überraschend das zentrale Mittelfeld, hinter ihnen war Everton positioniert. Doch das Experiment scheiterte. Erst als sich Luzern nach der Pause etwas zurücknahm, fingen sich die St. Galler. Daniele Russo, der zuvor seine mangelnde Spielpraxis nicht hatte verbergen können, steigerte sich ebenso wie Mutsch, der nach der Pause defensiver spielte. In der 56. Minute bot sich den St. Gallern die Chance, trotz aller Widrigkeiten wieder zurückzukehren in dieses Spiel. Doch Edgar Salli stellte sich zu umständlich an.

Wiss verletzt ausgewechselt

Am Anfang dieses schlechten Abends stand die Auswechslung von Captain Wiss nach bloss elf Minuten, weil sich der frühere Luzerner am Fuss verletzt hatte. Danach ging alles schnell: Zwei Minuten später erzielte der Gegner durch Clemens Fandrich die Führung, nach 23 Minuten stand es 0:2. St. Gallen gelang es zwar, sich besser zu sortieren, angetrieben von Steven Lang und Everton schafften es die Ostschweizer, eine gute Phase zu entwickeln. Diese Phase krönte Lang in der 24. Minute mit einem schönen Weitschusstor und wenig später hätte Martin Angha ausgleichen können. Doch die Verteidigung, die lange zu den besten der Super League gezählt hatte, fand den Tritt nicht. Sie hatte keine Unterstützung, die Bälle kamen oft und einfach zurück. Es klafften Lücken, was vor allem die Abwehr zu spüren bekam. In der 39. Minute genügte ein Pass, um die aufgerückte Abwehr St. Gallens zu überwinden. Jérôme Thiessen traf zum 3:1 für Luzern. Schon zur Pause war der Abend gelaufen. Seiner Mannschaft seien einmal mehr viel zu viele Fehler unterlaufen, sagte Zinnbauer und fügte an: «Unser Plan war ein anderer.»

Mehr Bilder zum Spiel auf www.tagblatt.ch