St. Gallen dominiert – aber nur 45 Minuten

Wie erwartet besiegt der FC St. Gallen im Stadtmatch Brühl mit 3:1. Der Klassenunterschied zwischen dem Leader und dem Tabellenletzten ist aber nur während den ersten 45 Minuten zu sehen. Denn in der zweiten Halbzeit zeigt Aussenseiter Brühl eine couragierte Leistung.

Markus Zahnd
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Bejubelt sein zweites Saisontor: St. Gallens Franck Etoundi. (Bild: Urs Bucher)

Bejubelt sein zweites Saisontor: St. Gallens Franck Etoundi. (Bild: Urs Bucher)

Fussball. Am Schluss musste sich der FC St. Gallen bei Daniel Lopar bedanken. Gleich dreimal rettete der Torhüter in der Schlussphase gegen die Brühler Angreifer in höchster Not und sicherte seinem Team damit die drei budgetierten Punkte gegen den Tabellenletzten. «Es ist meine Aufgabe, Tore zu verhindern», sagte Lopar nach dem Spiel gewohnt bescheiden.

Noch in der ersten Halbzeit war jedoch nicht abzusehen, dass Lopar überhaupt beschäftigt werden würde. Denn während den ersten 45 Minuten sahen die 5500 Zuschauer im ausverkauften Paul-Grüninger-Stadion einen Klassenunterschied. Leader St. Gallen kontrollierte das Geschehen ohne grösseren Aufwand, liess Ball und Gegner geschickt laufen. Und praktisch bei jeder Tempoverschärfung kam ein St. Galler zum Abschluss. «In der ersten Halbzeit war das Team ganz stark, so stelle ich mir unser Spiel vor», sagte St. Gallens Trainer Jeff Saibene. Folgerichtig ging der Favorit mit einem 2:0 in die Pause, Franck Etoundi und Philipp Muntwiler, den Saibene anstelle von Captain Daniel Imhof ins Team hineinrotierte, hatten getroffen.

Zu defensiv gestartet

Von Brühl war in den ersten 45 Minuten gar nichts zu sehen. Trainer Erik Regtop setzte auf eine Defensiv-Taktik, als Folge war die Offensive praktisch inexistent. Zwar stellte Regtop seine Mannschaft bereits früh um, doch zu Chancen kamen die Brühler erst in der zweiten Halbzeit. Zu gefallen wusste dabei vor allem Alban Morina, der die Abwehr St. Gallens mit seiner Schnelligkeit und Aggressivität immer wieder vor Probleme stellte. Zurecht attestierte Regtop aber der ganzen Mannschaft eine «ganz starke zweite Halbzeit».

Keine Freude an den zweiten 45 Minuten hatte hingegen Saibene: «Wir haben völlig den Faden verloren. Durch dumme Ballverluste brachten wir uns immer wieder selber in Schwierigkeiten.» Brühl, das nach der Pause auf den an Rückenproblemen leidenden Marc Zellweger verzichten musste, nutzte diese Schwächen des Leaders aber zu wenig aus. Zwar gestaltete es das Spiel weitgehend ausgeglichen, Brühl war aber lange zu wenig zwingend. Und vor allem nutzte St. Gallen in der 63. Minute gleich den ersten vernünftigen Angriff zum 3:0, Oscar Scarione verwertete ein steiles Zuspiel des kurz zuvor eingewechselten Kristian Nushi.

Morinas Treffer

Aber auch die Brühler wurden für ihren couragierten Auftritt noch belohnt. In der 81. Minute staubte Morina zum 1:3 ab. Das Resultat entsprach dem Gezeigten. Der Tabellenletzte forderte den Leader zwar mehr als vor dem Spiel gemeinhin anzunehmen war, letztlich verdiente sich der FC St. Gallen die drei Punkte aber mit einer starken ersten Halbzeit. Und er hatte mit Lopar einen starken Goalie, dem der erste Stadtmatch seit 40 Jahren auch «grossen Spass» machte.

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