St. Gallen besteht Charaktertest

In der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups lässt der FC St. Gallen gegen Altstetten nichts anbrennen und gewinnt trotz personeller Umstellungen 7:0. Deshalb denkt Trainer Jeff Saibene bereits an die nächste Aufgabe in der Meisterschaft.

Markus Zahnd/Zürich
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St. Gallens Kristian Nushi (rechts, gegen Altstettens Sadik Jasari) meldet sich im Utogrund nach überstandener Schulterverletzung mit zwei Toren zurück. (Bild: EQ Images/Melanie Duchene)

St. Gallens Kristian Nushi (rechts, gegen Altstettens Sadik Jasari) meldet sich im Utogrund nach überstandener Schulterverletzung mit zwei Toren zurück. (Bild: EQ Images/Melanie Duchene)

FUSSBALL. In der ersten Hauptrunde des Cups ist es nach den Spielen meistens so, dass beide Trainer zufrieden sind. Jener des Oberklassigen, weil seine Mannschaft deutlich gewonnen hat, und jener des Unterklassigen, weil seine Mannschaft zumindest eine Weile dagegengehalten hat. Das war auch nach dem 7:0 des Super-League-Leaders St. Gallen gegen den 2.-Liga-Club Altstetten nicht anders.

Die Zürcher hielten sich im mit über 2000 Besuchern gut besetzten Stadion Utogrund immerhin mehr als eine halbe Stunde schadlos, ehe der erwartete Torreigen seinen Anfang nahm. So durfte Altstettens Trainer Marco Previtali an der neben dem Festzelt stattfindenden Pressekonferenz sagen, dass er stolz sei auf seine Mannschaft. Und er durfte sich über eine Aussage von Jeff Saibene freuen. St. Gallens Trainer erwähnte lobend, dass sich die Zürcher nicht nur tief in die eigene Hälfte zurückgezogen, sondern selber auch etwas für das Spiel getan hätten.

Wieder mehr Alternativen

Gerade aus Sicht von Saibene war es indes weniger wichtig, das deutliche Resultat detailliert zu analysieren und über den für eine Cuppartie gewohnten Spielverlauf zu sprechen. Für Saibene war die Partie vielmehr eine willkommene Gelegenheit, lange verletzt gewesenen Akteuren einen Ernstkampf zu ermöglichen. Das Team des Leaders hatte denn auch ein anderes Gesicht als zuletzt in der Meisterschaft gegen den FC Sion. So hütete Marcel Herzog erstmals das Tor, viel zu tun hatte er allerdings nicht. In der Aussenverteidigung setzte Saibene auf Ivan Martic und Marco Hämmerli; gerade Hämmerli bewies mit einigen guten Flanke, dass wieder mit ihm zu rechnen ist. Auch Kristian Nushi kehrte nach seiner Verletzungspause ins Team zurück und tat dies mit zwei Toren ebenfalls erfolgreich. Und im Angriff spielte Franck Etoundi erstmals in dieser Saison von Beginn weg; auch der 22jährige Kameruner traf.

«Die Spielpraxis war für diese Akteure enorm wichtig», sagte Saibene. Denn so weiss der Trainer, dass er in den nächsten Spielen Alternativen hat. «Bei uns herrscht ohnehin ein gesunder Konkurrenzkampf. Dieser wird nach der Rückkehr der verletzten Spieler noch intensiver», so der Luxemburger.

Erstmals der Favorit

Für einen Trainer ist das eine komfortable Situation. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass Saibene im Spiel am Sonntag zu Hause gegen Servette wieder auf die in der Meisterschaft bisher so erfolgreiche Formation setzt. Die Ausgangslage hingegen wird eine andere sein. «Wir sind Leader und spielen gegen den Tabellenletzten. Damit sind wir zum erstenmal in dieser Meisterschaft der Favorit. Wir wollen aber gleich auftreten, wie wir das zuletzt immer getan haben», sagte Saibene.

Für die St. Galler wird das Spiel gegen Servette also auch zu einem Charaktertest. Den ersten in dieser Saison hat die Mannschaft gegen Altstetten bereits bestanden. Oder wie es Saibene ausdrückte: «In solchen Spielen kann man als Super-League-Club nur verlieren. Mit dem 7:0 haben wir einfach unsere Pflicht erfüllt. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.»

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