St. Gallen als logischer Schritt

Neuzugang Daniel Dziwniel will in St. Gallen seinen Weg weitergehen. Im Mittelpunkt stehen für den 22-Jährigen aber die Ziele des Clubs. Er wolle die Eingewöhnungszeit so kurz wie möglich halten und «dem Team schnell helfen».

Andy Sager/Belek
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Daniel Dziwniel ist im Trainingslager in der Türkei zum Team des FC St. Gallen gestossen und nutzt die Zeit, um die Kollegen kennenzulernen. (Bild: Andy Sager)

Daniel Dziwniel ist im Trainingslager in der Türkei zum Team des FC St. Gallen gestossen und nutzt die Zeit, um die Kollegen kennenzulernen. (Bild: Andy Sager)

FUSSBALL. Als «jung, dynamisch und fussballerisch sehr gut ausgebildet» beschreibt Jeff Saibene, Trainer des FC St. Gallen, den Neuzugang Daniel Dziwniel. Damit passt der deutsch-polnische Doppelbürger perfekt ins Anforderungsprofil des Super-League-Clubs. «Ich gehöre zu dem Typ des modernen Verteidigers, der sich auch gerne in die Offensive einschaltet», sagt Dziwniel.

Beide Beschreibungen verdeutlichen, dass St. Gallen mit Dziwniel die Lücke schliesst, die der abgewanderte Ermir Lenjani hinterlassen hat. Mickaël Facchinetti erhält auf der Position links in der Verteidigung wieder Konkurrenz. «Meine Erfahrung aus den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass Konkurrenz für beide Seiten förderlich ist», sagt Dziwniel dazu, «im Mittelpunkt steht aber ohnehin das Team und sein Funktionieren».

Dziwniel beschreibt sich auch privat als eher introvertiert. «Hier ist aber alles neu, ich muss auf alle zugehen», so der 22-Jährige. Bisher hat er zwei Tage mit dem Team verbracht. Dass der Kontakt im Trainingslager in Belek besonders intensiv ist, hilft. «Die Namen sitzen schon fast alle», so Dziwniel. Er wolle die Eingewöhnungszeit so kurz wie möglich halten und «dem Team möglichst schnell helfen».

«Alles ging so schnell»

Daher ist er auch bemüht, gleich in St. Gallen bleiben zu können und vor dem Rückrundenstart nicht noch in Polen persönliche Dinge holen zu müssen. «Ich habe nur die nötigsten Sachen dabei, so schnell ging alles.» Dabei kann er auf die Unterstützung seiner Familie zählen – «wie in all den Jahren bisher».

Dziwniel will schnell in der Ostschweiz Fuss fassen und eine Wohnung finden. Er sei zwar ein Stadtmensch, doch er fühlt sich auch am Wasser sehr wohl – «vielleicht entscheide ich mich auch dafür», sagt der Verteidiger und denkt dabei an den Bodensee. Die Unterstützung des Clubs ist ihm gewiss. Schliesslich soll Dziwniel den Kopf so schnell wie möglich frei haben, um beim Erreichen der Saisonziele zu helfen. Am Ehrgeiz des Neuzugangs dürfte das nicht scheitern.

Seine Vergangenheit gliedert der Pole fast durchgehend in Schritte. Derjenige von der U17 der Frankfurter Eintracht zu Offenbach sei der richtige gewesen. Da habe er die Chance gesehen, Profi zu werden. Auch der Wechsel zu Ruch Chorzow sei «ein guter Schritt» gewesen, «ich konnte viel Erfahrung sammeln». Es war das erste Mal, dass der Doppelbürger, der «ein polnisches und ein deutsches Herz» habe, in seiner eigentlichen Heimat Fuss fasste. Er sei zwar in Deutschland aufgewachsen, doch zu Hause wurde Polnisch gesprochen und zu allen grossen Festen sei die Familie nach Polen gereist. Das Engagement in St. Gallen ist der nächste Schritt. Hier will sich Dziwniel weiterentwickeln. «Oberste Priorität haben aber die Ziele des Clubs.» Unter anderem soll das gelingen, was mit Chorzow zuletzt verfehlt wurde: die Qualifikation zur Europa League.

Vorfreude auf die AFG Arena

Ob ein letzter Schritt dereinst der Sprung in eine Topliga ist oder wann der Einzug in die polnische Nationalmannschaft gelingt, lässt Dziwniel offen. «Wir schauen mal, was die Zeit bringt.» Erst freut sich der Neuzugang auf die Spiele in der AFG Arena: «Ich bin gespannt, wie es ist, wenn sie voll ist.» Im Idealfall ist sie die Bühne für viele weitere Schritte.