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Interview

SRF-Schwingfest-Kommentator Stefan Hofmänner: «Ich kann nicht schlafen, weil mir das Hirn glüht»

Ein ganzes Wochenende lang haben die Schwingfans vor den Bildschirmen vor allem einer Stimme zugehört: Derjenigen von Kommentator Stefan Hofmänner. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen mit dem grössten Sportanlass des Landes, Probleme mit dem Schlaf und eine spezielle Symbiose.
Alessandro Crippa
Stefan Hofmänner, Schwing-Kommentator beim SRF. (Bild: Keystone)

Stefan Hofmänner, Schwing-Kommentator beim SRF. (Bild: Keystone)

Können Sie nach so vielen Stunden Live-Berichterstattung überhaupt noch sprechen?

Für mich selbst tönt meine Stimme nicht mehr wie normal. Sie wurde schon ziemlich strapaziert.

Sind Sie auf ein Ereignis des Wochenendes besonders stolz?

Persönlich bin ich stolz, dass ich mich nicht häufig versprochen habe. In all diesen Stunden verwechselt man halt einfach mal einen Namen.

Hat Ihrer Meinung nach auch der richtige Schwinger das Fest gewonnen?

Es hätte wohl mehrere gegeben, von denen man hätte sagen können: Das ist der richtige Sieger. Ich glaube, dass man dies bei Stucki sagen kann, nur schon seines Notenblattes wegen. Stucki hat vor sechs Jahren nach dem verlorenen Schlussgang Sempach einen Kuss aufgedrückt und damit nicht nur physische, sondern auch menschliche Grösse bewiesen. Aber auch Wicki wäre ein richtiger König gewesen, weil er so viel investiert hat, dorthin zu kommen, wo er jetzt eben ist.

Haben Sie auch einen persönlichen Favoriten?

Erstens bin ich Schwingfan und zweitens bin ich Fan von guten Geschichten. Darum bin ich auch extrem interessiert an den Geschichten und Hintergründen dieser Schwinger. Vielleicht ist einem schon der eine oder andere menschlich ein wenig näher, aber das kann ich ausblenden und dann gefallen mir schlichtweg die guten Geschichten.

Gibt es eine solche Geschichte, die Ihnen dazu spontan einfällt?

Wenn ich weiss, dass Marcel Mathis auf einer Nidwaldner Alp, an diesem unglaublich 'stotzigen' Bord, Bauer ist und auch weiss, dass er sich am Samstag beim Mähen noch fast anseilen muss und am Sonntag ans Schwingfest geht, dann finde ich das einfach super.

Die Geschichte von Schwinger Mathis Marcel (rechts) findet der SRF-Kommentator Hofmänner "super". (Bild: Keystone)

Die Geschichte von Schwinger Mathis Marcel (rechts) findet der SRF-Kommentator Hofmänner "super". (Bild: Keystone)

Wie viele Stunden haben Sie seit Donnerstag geschlafen?

Ganz ehrlich – nicht viele. Denn alles Wichtige, alles was ich wissen will, muss ich mir aufschreiben. Von den 70 besten Schwingern habe ich eine ausgiebige Biografie mit allen Resultaten aus dieser Saison, aber auch aus vorherigen. Und dann ist es bei mir einfach so, dass mir das Hirn glüht und ich keinen Schlaf finde.

Sind Sie so wissbegierig, dass Sie gar nicht schlafen wollen?

Nein, ich will unbedingt schlafen. Ich weiss, wie wichtig Schlaf für die Konzentration ist. Da sprechen wir natürlich nicht von den ersten ein bis zwei Stunden, das bringt man immer hin. Aber am Sonntag in der siebzehnten und achtzehnten Stunde des Kommentierens schlägt sich das nieder.

Sie kommentieren Schwingen in Mundart, Skifahren aber in Hochdeutscher Sprache. Welche Unterschiede im Sprachgebrauch bringt das mit sich?

Die Informationssprache beim SRF ist Hochdeutsch. Ausnahme sind die Experten. Beim Schwingen hat man sich vor etwa 20 Jahren dazu entschieden, es mit Mundart zu versuchen – mit Erfolg. Weil ich Schweizerdeutsch denke ist es auf jeden Fall sehr dankbar, in Mundart kommentieren zu dürfen.

Ihre persönliche Schwingfest-Bilanz fällt demnach positiv aus?

Ja. Es war ein unglaubliches Fest. Es war bahnbrechend gut organisiert, die Stimmung war unfassbar schön und was ich ebenfalls schön gefunden habe, war das Zusammentreffen von Tradition und Moderne. Gerade auch mit den modernen Wohnblöcken gleich neben der Arena, in der Arena aber die Alphörner. Es war eine perfekte Symbiose der Tradition, die in die Moderne hineingewachsen ist und dort kerngesund lebt. Und mir gefällt ein Spruch dazu sehr gut: Tradition ist nicht das Anbeten der Asche, sondern das Weitertragen des Feuers. Und an diesem Eidgenössischen wurde das Feuer definitiv weitergetragen.

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