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Kolumne

SRF hat den Handball neu entdeckt

Natürlich sind nicht die Medien schuld an der langen Baisse des Schweizer Handballs, aber gerade beim Handball hat das Schweizer Fernsehen wenig Sensibilität gezeigt
René Bühler
Kolumnist René Bühler. (Bild: Benjamin Manser)

Kolumnist René Bühler. (Bild: Benjamin Manser)

Die Schweizer Handballer haben es geschafft, sie sind mit der Teilnahme an der EM von 2020 zurück im Rampenlicht des Sports. Es ist aber nicht nur die Nationalmannschaft, welche dies geschafft hat. Die grosse Arbeit wurde in den Vereinen geleistet, das Erreichen der EM-Endrunde ist der verdiente Lohn für viel Schweiss und Training.

Natürlich sind nicht die Medien schuld an der langen Baisse des Schweizer Handballs, aber gerade beim Handball hat das Schweizer Fernsehen wenig Sensibilität gezeigt. In den Vereinen wurde auch in den vergangenen 20 Jahren gut gearbeitet und es wurden spannende Meisterschaften gespielt, nicht zu vergessen auch die tollen Auftritte der Kadetten Schaffhausen in der Champions League.

Der Hype von SRF fühlt sich fast etwas zynisch an

Einmal mehr hat es sich aber auch im Handball gezeigt, dass die Begeisterung in der Öffentlichkeit über die Nationalmannschaft führt. Und da kam mit dem Schweizer Fernsehen das wichtigste Medium zurück, welches den Handball lange Zeit ­ignoriert hat. Es hätte auch in den vergangenen zwei Jahrzehnten genügend Gründe gegeben, um über diese grossartige Sportart mehr zu berichten.

So fühlt sich der Hype von SRF fast etwas zynisch an. Allerdings entspricht es dem Zeitgeist des Fernsehens, es wird dort aufgesprungen wo man Einschaltquoten vermutet. Gleiches ist im Unihockey und Schwingen passiert. Trotzdem, die Handballer werden froh sein, wenn ihnen wenigstens jetzt Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Suter kann gut mit Schmid umgehen

«Ich würde mir einen Zeh abschneiden, um einmal an einer EM- oder WM-Endrunde mit dabei zu sein.» Das sagte der fünfmal als bester Bundesligaspieler ausgezeichnete Andy Schmid. Man gönnt dem 35-jährigen Captain diese Teilnahme besonders, in seinem Schatten konnten andere Spieler heranwachsen und zu Leistungsträgern im In- und Ausland werden.

Ausserdem gab es mit Michael Suter einen Trainer, der 2016 das Team übernommen hatte und genau wusste, was auf ihn zukam. Es gelang ihm aber auch mit seinem Aushängeschild Schmid umzugehen. Unter anderem zeigte er Verständnis, dass dieser seit längerer Zeit keine Testpartien mehr für das Nationalteam spielt.

Auch der TSV St.Otmar, als Ostschweizer Aushängeschild des Schweizer Handballs, könnte von dieser positiven Stimmung profitieren. Es sollen in der kommenden Saison wieder mehr Zuschauer in die Kreuzbleichehalle gehen, um die Spieler auf dem Feld zu Spitzenleistungen anzutreiben.

Es sollten Ideen her

Bei den Handballern spielen immerhin über die Hälfte der Nationalspieler in der Schweiz, im Vergleich zu den Fussballern, wo gerade einmal Jonas Omlin und Noah Okafor vom FC Basel in der Schweiz tätig sind. Nach den Turbulenzen im Frühling mit den imaginären Verpflichtungen von Bundesligaspielern ist auch für St.Otmar der Erfolg der Nationalmannschaft eine grosse Chance. Es sollten innovative Ideen her, ob dies nun ein Vereinsmaskottchen ist, wie dies kürzlich der SC Brühl mit seinem «Paul» ins Leben gerufen hat, oder auch Ticketpartnerschaften mit dem FC St.Gallen, dem SC Brühl oder anderen Vereinen.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung wurde mit den Spielansetzungen gemacht. St.Otmar tritt nun ab und zu auch samstags an, für viele Zuschauer sind Sonntagsspiele um 17 Uhr unattraktiv. Auch die Gründung der Ostschweizer Handball-Akademie ist ein wegweisender Schritt, um die besten Handballer der Region an die Spitze zu führen, um vielleicht irgendwann wieder einen Schweizer-Meister-Titel in der Region zu feiern.

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