Sprinterin Salomé Kora  von Fussverletzung gebremst - das grosse Ziel bleibt die WM

Die Andwiler Sprinterin Salomé Kora verzichtet wegen einer Fussverletzung auf einen Start an den Schweizer Hallenmeisterschaften in St. Gallen. 

Fritz Bischoff
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Die Ostschweizer Sprinterin Salomé Kora übt sich in Geduld. (Bild: Benjamin Manser)

Die Ostschweizer Sprinterin Salomé Kora übt sich in Geduld. (Bild: Benjamin Manser)

An der Leichtathletik-EM im vergangenen August in Berlin sprintete die Schweizer 4 × 100-m-Staffel auf den vierten Platz. Das angestrebte Ziel einer Medaille verpassten die Schweizerinnen knapp. Schlussläuferin war Salomé Kora aus Andwil. Seither ist es um die 24-Jährige ruhig geworden. Die angehende Oberstufenlehrerin, die aktuell an der Päd­agogischen Hochschule St. Gallen ihre Zeit vor allem in ihre Masterarbeit investiert, war auf keinen Wettkampfplätzen mehr anzutreffen. Dies hat sich auch in der angelaufenen Hallensaison nicht geändert, wird sich auch in den noch anstehenden Hallenwettkämpfen nicht ändern und hat insbesondere auch auf die Schweizer Hallenmeisterschaften vom kommenden Wochenende in St. Gallen ihre Auswirkung.

Viel auf dem Velo unterwegs

«Leider, und schweren Herzens muss ich aus gesundheitlichen Gründen im Athletik-Zentrum auf einen Start verzichten», ­erklärte die Sprinterin des LC Brühl. Der Grund ist eine langwierige Verletzung im rechten Fuss. Eine Überlastungsverletzung hat sich im vergangenen Herbst immer stärker akzentuiert und führte dazu, dass Kora die Freiluftsaison abbrechen musste und die Vorbereitungen auf die Hallensaison nicht plan- und wunschgemäss angehen konnte. «Zeitweise konnte ich keine spezifischen Sprinttrainings mehr absolvieren und war deshalb mehrheitlich auf dem Velo unterwegs. Eine Operation war jedoch nicht angezeigt», blickt die ­Goldmedaillengewinnerin über 4 × 100 m an der Universiade 2017 in Taipeh zurück. Immerhin: An ihrer Athletik habe sie zielgerichtet arbeiten können.

Trainingslager in Südafrika

Ende Januar war Kora zusammen mit andern Kaderathletinnen und Athleten von Swiss Athletics in Südafrika im Trainingslager. «Leider konnte ich wegen meiner Fussverletzung aber immer noch nicht das erhofft volle Programm absolvieren.» Normalerweise würde nach dieser intensiven Trainingsphase für die Leichtathletinnen nun die Indoorsaison beginnen, eine Zeit, die auch immer als eine sehr wertvolle Standortbestimmung angesehen wird. «Mein Fuss ist wohl auf gutem Weg zur Besserung und so eigentlich auch vorbereitet auf die Belastungen, die auf ihn zukommen, doch habe ich mich zusammen mit meinen Trainern entschieden, auf die Hallensaison zu verzichten, um für meinen Fuss keine Risiken einzugehen.»

Bald wieder zweitschnellste Schweizerin?

Der gezielte Aufbau und damit die Rückkehr zu den Wettkämpfen hat in diesem Jahr ein grosses Ziel, einen grossen Höhepunkt – die Weltmeisterschaften vom 28. September bis 6. Oktober 2019 in Doha (Katar). Dort will Kora einerseits mit der Schweizer 4 × 100-m-Staffel an den Start gehen können, anderseits aber auch als Einzelläuferin über 100 m. Seit fünf Saisons hat sie ihre Bestzeit immer wieder verbessern können. Aktuell steht ihr Wert bei 11,25 Sekunden. «Es ist mein Ziel, in diesem Jahr unter 11 Sekunden zu laufen. Dann bin ich hinter Mujinga Kambundji, aber wieder vor meinen beiden Staffelkolleginnen Sarah Atcho und Ajla Del Ponte die zweitschnellste Schweizerin», hofft die Gewinnerin des letztjährigen St. Galler Sportpreises, die bereits im Jahr 2015 mit gesundheitlichen Pro­blemen zu kämpfen hatte. Nachdem sie damals an den Hallen-Schweizer-Meisterschaften über 60 m Bronze gewonnen hatte, reiste sie mit dem Schweizer Team an die Staffel-Weltmeisterschaften auf den Bahamas. Im Juni jedoch musste sie wegen Ermüdungsreaktionen in mehreren Fussknochen und zu starken Schmerzen die Saison abbrechen und sogar an Krücken gehen. Auch aus dieser Erfahrung will die St. Gallerin die Rückkehr zu den Wettkämpfen in diesem Jahr nicht forcieren und ihren Aufbau mit gezieltem Training kontinuierlich weiterführen.