SPORTS AWARDS: Marcel Hug Behindertensportler des Jahres

Der Thurgauer Marcel Hug ist an den Credit Suisse Sports Awards in Zürich zum vierten Mal in Folge und zum insgesamt fünften Mal als Behindertensportler des Jahres ausgezeichnet worden. Der Rollstuhl-Leichtathlet, der an den Paralympics in Rio de Janeiro zwei goldene und zwei silberne Auszeichnungen gewonnen hat, setzte sich gegen Manuela Schär und Tobias Fankhauser durch.

Drucken
Teilen
Für Marcel Hug ist es die fünfte Auszeichung an den Sports Awards. (Bild: Keystone)

Für Marcel Hug ist es die fünfte Auszeichung an den Sports Awards. (Bild: Keystone)

Marcel Hug zählt seit Jahren zu den besten Rollstuhl-Leichtathleten der Welt. Diesen Sommer erfüllte er sich einen weiteren grossen Traum: In Rio de Janeiro durfte er sich die lang ersehnten ersten beiden Paralympics-Goldmedaillen umhängen lassen.

Dass Hug nach den Erfolgen von Brasilien zum vierten Mal in Serie und zum insgesamt fünften Mal als Behindertensportler des Jahres ausgezeichnet worden ist, entspricht deshalb der Logik. Hug brachte von den Paralympics nicht nur die goldenen Auszeichnungen aus den Wettkämpfen über 800 m und aus dem Marathon nach Hause, sondern zusätzlich noch zwei Silbermedaillen (1500 und 5000 m).

Die Paralympics in Rio waren der bisherige Höhepunkt in der erfolgreichen Karriere von Marcel Hug. Der 30-jährige, in der Zentralschweiz lebende Thurgauer bezeichnete die Saison 2016 in seinem persönlichen Rückblick denn auch als erfolgreichste seiner 20-jährigen Laufbahn.

Die vier Medaillen von Rio waren nicht die einzigen Erfolge von Hug. Gleich zum Auftakt der Saison unterbot er in den Vereinigten Arabischen Emiraten seinen eigenen Weltrekord über 5000 m um vier Sekunden. Weil der Veranstalter es verpasste, die nötigen Formulare rechtzeitig einzureichen, wurde die Bestmarke aber nicht anerkannt. Hug entschied zudem die Gesamtwertung der erstmals durchgeführten Städte-Marathon-Serie «World Marathon Majors» für sich - mit notabene sechs (!) Siegen in Boston, London, Berlin, Rio, Chicago und New York.

Hug ist längst einer der Stars in der Szene. Der mit einem offenen Rücken (Spina Bifida) geborene Athlet widmet sein Leben seit der Kindheit dem Sport und ist einer der wenigen Profis unter den Rollstuhl-Leichtathleten. Auch wegen seiner besonnenen Art geniesst er weit herum Respekt und gilt er als Vorbild für den Rollstuhlsport.

Noch sind Hug die Ziele nicht ausgegangen. Kommendes Jahr peilt er den bereits 17 Jahre alten Weltrekord in seiner Paradedisziplin Marathon an. Und mit mindestens einem Auge schielt er bereits auf die Paralympics 2020 in Tokio. (sda)