Sportliche Party für Urgestein

Der dreifache Thurgauer Weltmeister Ralph Näf hängt sein Bike nach dem Abschlussrennen in Mattwil vor 1800 Zuschauern an den Nagel.

Urs Huwyler
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Ralph Näf hat in Mattwil sein Abschlussrennen durchgeführt. (Bild: Urs Huwyler)

Ralph Näf hat in Mattwil sein Abschlussrennen durchgeführt. (Bild: Urs Huwyler)

MOUNTAINBIKE. Sollte ein Mountainbiker in nächster Zeit zurücktreten und ein Abschiedsrennen organisieren, er wird es nach der Vorlage in Mattwil schwer haben. Kein Rennen wies 2015 national gesehen eine bessere Besetzung auf als die Biker-Party mit und rund um den OK-Präsidenten, Rennleiter und Zweirad-Hauptdarsteller Ralph Näf (Happerswil). Am Start waren nämlich unter anderen Michael Albasini, Stefan Küng, Gregory Rast, Daniel Hubmann, Reto Hollenstein und Claudio Imhof. Und bei den Kinderrennen wurden der Holländer Rudi van Houts als pedalendes «Spitzenfahrzeug» und der Spanier José Hermida als «Besenwagen» eingesetzt.

Auch das Bike tut sich schwer

Michael Albasini schleppte einen Holzbalken mit, an den der Olympia-Sechste sein Bike nageln durfte. Wobei sich das Velo sträubte und nochmals vom Nagel flog. Für das Zweirad schien es wie für viele Anwesende schwer verdaulich, dass «Nefi» als Weltklasseathlet zurücktritt. Aktuell nimmt er in der Qualifikation für Olympia in Rio noch immer Position drei ein. Drei Schweizer können starten. «Man weiss nie», sagte der Gefeierte, «ich trainiere ja weiter als Hobbyfahrer und dann schauen wir vor Rio weiter.»

Die als Zebra-Katze verkleidete Jolanda Neff (Tandem mit Kathrin Stirnemann), Nino Schurter, die Gebrüder Lukas und Mathias Flückiger, Florian Vogel oder die Altstars bewiesen durch ihre Teilnahme, welchen Stellenwert sich Ralph Näf nach der Maurerlehre selbst erarbeitet hat.

Spezielle Gala

Ralph Näf wollte eine spezielle Abschiedsgala bieten. Der Tenor nach dreieinhalb Stunden Wettkampf und einer doppelt so langen «Tschau Ralph»-Party im Feuerwehrdepot war klar: Solche Rennen müssten jedes Jahr im Kalender stehen. Die zugelosten Fahrer bestritten ein fast ernsthaftes Rennen mit Risiko-Wechsel-Szenen nach jeder Runde. Nach 43 Minuten wusste zwar fast niemand, wer vorne lag und ob die Verfolger tatsächlich Verfolger oder Kreisende mit Sauerstoffmangel waren, aber dies war alles Beilage. «Es war brutal hart», fanden die Bahn-EM-Helden Stefan Küng und Claudio Imhof.

Der Grossteil unter den Besuchern war überzeugt: Das Weltmeister-Duo Ralph Näf/Daniel Hubmann (OL) würde gewinnen. Weit gefehlt. Rang 14 blieb den Favoriten. Näfs deutscher Schützling Julian Schelb (U23-Vizeweltmeister) und der regionale Fahrer Ralph Federer (Gossau) gewannen. Die grossen Namen reihten sich hinten ein. Es kümmerte niemanden. Autogramme gab es auch so.