Sportliche Aufsteller des Jahres: Skirennfahrerin und Sprinterin steigen auf in neue Sphären

Skifahrerin Corinne Suter und Leichtathletin Mujinga Kambundji gewannen WM-Medaillen, die man so nicht erwarten durfte.

Rainer Sommerhalder
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Skirennfahrerin Corinne Suter

Skirennfahrerin Corinne Suter

Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Das muss man zuerst einmal können: ohne einen einzigen Podestplatz im Weltcup gleich zwei Medaillen an den Weltmeisterschaften gewinnen. Dennoch war es kein Zufall, dass die Schwyzerin Corinne Suter an den alpinen Ski-Titelkämpfen in Åre in der Abfahrt auf Rang 2 und im Super-G auf Platz 3 fuhr. Es war viel mehr der Moment, in dem die klassische Trainingsweltmeisterin zur wahren Hauptdarstellerin mutierte. Nur eines änderte sich während der magischen Suter-Tage in Schweden nicht: die Tränen der Protagonistin im Ziel.

Wie oft sah man die 25-Jährige in der Vergangenheit nach einem Rennen vor Enttäuschung weinen, wenn sie die hohen Erwartungen und die eigenen Ansprüche wieder nicht ins erhoffte Resultat umwandeln konnte. Das grosse Talent Suter scheiterte eins ums andere Mal an ihrer Verbissenheit und ihren Zweifeln.

Und dann kam Åre. Diesmal weinte Corinne Suter vor Glück. Auf einmal begegnete man einer lockeren, einer selbstbewussten Athletin, die den Druck abstreifte und ihr Können im entscheidenden Moment unter Beweis stellte. Ihre zwei Medaillen rechtfertigte sie seither mehrmals – etwa mit vier Podestplätzen im Weltcup.

Kambundji beendet ihre Pechserie

Sprinterin Mujinga Kambundji

Sprinterin Mujinga Kambundji

Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Auch die Bernerin Mujinga Kambundji brach an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha aus der Logik aus. Ohne dass die 27-Jährige über 200 m je auf EM-Podest lief, holte sie sich WM-Bronze gegen die geballte Konkurrenz aus Afrika und Amerika. Die erste Sprintmedaille der Schweizer Leichtathletik an einer Freiluft-WM beendete auch eine unglaubliche Pechserie von Kambundji: Von der EM 2018 in Berlin kehrte sie mit drei vierten Plätzen über 100 m, 200 m und mit der Staffel zurück. In Doha verpasste die Schweizer Sportlerin des Jahres nur drei Tage vor ihrem Triumph den Einzug in den 100-m-Final um fünf Tausendstelsekunden. Suter und Kambundji – zwei Beispiele dafür, dass bisweilen auch aus Enttäuschungen Grosses entstehen kann.