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Spono Eagles wird gegen LC Brühl in der Verlängerung kalt erwischt

Der LC Brühl schockt die Spono Eagles und gewinnt in Nottwil das erste Finalspiel mit 31:29 nach Verlängerung. Damit haben die St. Gallerinnen am Samstag zu Hause den ersten Matchball im Meisterkampf.
Stephan Santschi
Die Spono Eagles (Ivana Ljubas am Ball) können sich im ersten Finalspiel gegen Brühl nicht entscheidend durchsetzen. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Die Spono Eagles (Ivana Ljubas am Ball) können sich im ersten Finalspiel gegen Brühl nicht entscheidend durchsetzen. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Wenn der Speaker die Zuschauer schon 30 Minuten vor dem Anpfiff zum Zusammenrücken bittet und sogar auf der sonst leeren Gegenseite Bänke aufgestellt werden. Wenn für die Medien eine zweireihige Tribüne eingerichtet wird. Wenn 14 Helfer zweieinhalb Stunden aufwenden, um den vom Verband vorgeschriebenen Boden zu verlegen. Wenn zwölf Mädchen dem Publikum die Schweizer Fahne sowie die Klubembleme präsentieren und anschliessend die Nationalhymne gespielt wird. Wenn all das passiert, ist es wieder so weit. Dann ist Playoff-Zeit, dann geht es um die Krone im Schweizer Frauenhandball. So geschehen gestern in der SPZ-Halle in Nottwil, wo die einheimischen Spono Eagles den Dauerrivalen aus St. Gallen, den LC Brühl, zum ersten Spiel im Meisterschaftsfinal baten (best of 3).

Die beiden Teams lieferten sich einen nervenaufreibenden Abnützungskampf. Die Ostschweizerinnen erwischten den besseren Start, schienen mit allen Mitteln die Demütigung aus dem Cupfinal gegen Spono wettzumachen, als sie chancenlos waren und zeitweise mit zehn Toren zurückgelegen hatten. Brühl war besser in Halbzeit eins, kein Zweifel, der Vorsprung zur Pause war aber minimal (12:13).

Sponos Lisa Frey wird von der Verteidigung von LC Brühl zurückgehalten. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Sponos Lisa Frey wird von der Verteidigung von LC Brühl zurückgehalten. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Luzernerinnen arbeiten sich Tor um Tor heran

Nach dem Seitenwechsel änderte sich dies vorübergehend. Die Nottwilerinnen, als Favorit in diese Endausmarchung gestiegen, zeigten Nerven, produzierten nun reihenweise Fehler und verloren vorübergehend den Faden. Nach 35 Minuten lagen sie mit 13:19 zurück, nicht wenige unter den 550 Zuschauern rieben sich die Augen. «Wir haben 40 bis 45 Minuten lang keinen Zugriff auf das Spiel erhalten», stellte Spono-Trainer Urs Mühlethaler nach Spielschluss fest. Woran das lag, konnte er sich (noch) nicht erklären. «Vielleicht war Brühl etwas giftiger als wir. Der Gegner hat es auf jeden Fall gut gemacht.»

Brühls Jennifer Murer spektakulär beim Abschluss. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Brühls Jennifer Murer spektakulär beim Abschluss. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Sein Team vermochte sich allerdings zu steigern, fand mit der 5:1-Defensive und der nun präsenteren Torhüterin Lea Schüpbach zu mehr defensiver Stabilität. Tor um Tor arbeiteten sich die Luzernerinnen mit frenetischer Unterstützung des Publikums heran, in der 57. Minute gelang ihnen der Ausgleich (24:24). Pascale Wyder, die nun beste Offensivspielerin, vergab 20 Sekunden vor Schluss sogar den Siegestreffer. Die Entscheidung sollte also in der Verlängerung fallen.

Zweimal fünf Minuten dauert im Handball die Overtime, fällt in dieser Phase keine Entscheidung, kommt es zu einer zweiten Verlängerung, wieder über zweimal fünf Minuten. Spono gelang der Start diesmal nach Wunsch. Lisa Frey traf vom Penaltypunkt zum 25:24, und hätte Ivana Ljubas kurz darauf auf 26:24 erhöht, wäre das Zünglein an der Waage wohl auf die Seite Nottwils gekippt. Doch Ljubas zielte daneben, und Brühl fand mit mehr Entschlossenheit in der Offensive nach 70 Minuten zum 31:29-Sieg. «Uns mangelte es etwas an Bewegung, wir waren passiv. Und wir kassierten Tore, wo man sich hinterher fragen muss: Warum haben wir diese Tore so erhalten?», rätselte Mühlethaler.

«Keine Spielerin bewegte sich auf hohem Level»

Sponos Pascale Wyder steigt höher. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Sponos Pascale Wyder steigt höher. | Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 17. Mai 2018)

Fakt am Ende war: Die Spono ­Eagles agierten zu fahrig im Angriff, solche eklatanten technischen Fehler machen sie sonst eigentlich nie. Es war auch ein Spiel, in dem die Leistungsträgerinnen nicht auf Touren kamen. «Keine Spielerin bewegte sich auf einem hohen Level», stellte Mühlethaler fest.

Die Best-of-3-Serie beginnt damit denkbar schlecht, bereits am Samstag müssen sie die Scharte in St. Gallen auswetzen, möchten sie weiterhin vom zweiten Double und dem fünften Meistertitel der Vereinsgeschichte träumen. Der Trainer gibt sich kämpferisch: «Wir essen nun Spaghetti in der Kabine. Und dann hoffe ich, dass wir in St. Gallen wieder mit dem Rhythmus antreten, den Spono ausmacht.»

Playoff-Final (Best of 3). 1. Runde: Spono Eagles – Brühl St. Gallen 29:31 n.V. – 2. Runde, Samstag. 17.30 Uhr (Kreuzbleiche): Brühl St. Gallen – Spono Eagles.

Spono – LC Brühl 29:31 n.V. (24:24, 12:13)

SPZ. – 550 Zuschauer. – SR Sager/Styger. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten. – Spono ­Eagles: Schüpbach/Aegerter/Troxler; Irman (4), Hodel (2), Ljubas (4), Frey (7/7), Amrein (2), Ramseier; Calchini (2), Matter (2), Wyder (5), Wick (1), Spaar. – LC Brühl: Dokovic/Fabia Schlachter; Kündig (1), Spatz (3), Goricanec (6), Fudge (2), Özcelik (3), Oberli (1); Marina Schlachter, Mustafoska (1/1), Albrecht (2), Murer (6), Altherr (5/1), Ussia (1). – Bemerkung: Aegerter hält Penalty von Mustafoska (23./10:11).

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