Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Spono-Handballerinnen greifen nach dem Double

Die Cupsiegerinnen der Spono Eagles gehen als Favorit in den Meisterschaftsfinal gegen den LC Brühl. Für Leistungsträgerin Lisa Frey (23) könnte es am Donnerstag der letzte Auftritt in Nottwil sein.
Stephan Santschi
Spono-Topskorerin Lisa Frey im Cupfinal gegen Brühl SG. (Bild: foto-net/Alexander Wagner (Zürich, 29. April 2018))

Spono-Topskorerin Lisa Frey im Cupfinal gegen Brühl SG. (Bild: foto-net/Alexander Wagner (Zürich, 29. April 2018))

Beeindruckend war sie, die Dominanz der Spono Eagles im Cupfinal von Ende April. Der LC Brühl wurde phasenweise vorgeführt, lag mit bis zu zehn Toren im Rückstand und verlor letztlich mit 23:27. Am Donnerstag treffen die beiden dominierenden Teams des Schweizer Frauenhandballs wieder aufeinander. In der Nottwiler SPZ-Halle (19.30 Uhr) startet der Playoff-Final der SPL-1-Meisterschaft, der in einem Best-of-3-Modus ausgetragen wird. Die Entscheidung im Titelkampf fällt entweder am Samstag im zweiten Spiel in St. Gallen oder in einer allfälligen Finalissima am Dienstag in Nottwil. Favorit ist Spono und der Hunger nach Titeln noch nicht gestillt, wie Lisa Frey betont: «Wir sind heiss auf dieses Spiel, wir wollen das Double holen.» Das gelang dem Verein bisher erst einmal, im Jahr 2001.

Für Lisa Frey könnte es am Donnerstag zum letzten Auftritt in der SPZ-Halle kommen. Die 23-jährige Aargauerin wird die Luzernerinnen nach sechs Saisons verlassen. In Dänemarks zweithöchster Liga hat sie beim Aalborger Klub Vendsyssel Handbold einen Zweijahresvertrag unterschrieben. «Während meiner Knieverletzung hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und da reifte in mir das Bewusstsein, dass ich ins Ausland wechseln möchte.» Dänemark sei schon immer die Liga ihrer Träume gewesen, der schnellen und nicht ganz so körperbetonten Spielweise wegen. Dass sie nicht in die dänische Eliteliga geht, erklärt Frey so: «Als Nicht-Skandinavierin ist es schwer, da direkt reinzukommen. Ich möchte eine Leaderrolle übernehmen, mich weiterentwickeln und dann in zwei, drei Jahren den Schritt nach oben schaffen.»

Ihr Freund kommt mit nach Dänemark

Leben wird sie im Zentrum der Hafenstadt Aalborg, gemeinsam mit ihrem Freund Tobias Madliger. Letzte Woche waren sie dort, um den Mietvertrag zu unterschreiben. Neben dem Sport wird die ausgebildete Kauffrau wöchentlich während 20 bis 25 Stunden im Büro arbeiten. «Alles ist dort noch einen Tick professioneller als bei uns. Ich kann in allen Bereichen noch viel dazulernen», sagt die 46-fache Schweizer Nationalspielerin. Zum Wechsel ermunterte sie auch ihre Schwester Noëlle (26), aktuell bei RW Thun unter Vertrag. Sie zog es bereits mit 19 Jahren in die Ferne, spielte vier Jahre in der Bundesliga bei Blomberg-Lippe. «So früh wäre das für mich nicht in Frage gekommen. Als Noëlle zurück in die Schweiz kam, war sie so alt, wie ich jetzt bin», erzählt Lisa Frey und lacht.

Dass sie bereit für diese Veränderung ist, zeigten die letzten Wochen. Die Nachwirkungen des Kreuzbandrisses von Ende 2016 hat sie überwunden und auch der Nasenbeinbruch und die Hirnerschütterung, die sie in diesem Frühjahr ausser Gefecht gesetzt hatten, sind ausgeheilt. «Insgesamt bin ich etwa bei 90 Prozent meines Leistungsvermögens angelangt», schätzt sie und dann sagt sie etwas, dass durchaus aufhorchen lässt: «Ich bin nicht mehr der gleiche Spielertyp wie vor meiner Knieverletzung.»

Freys Spiel hat sich gewandelt

Früher, da preschte die abschlussstarke und kräftige Rückraumspielerin auf halblinker Position in fast jede Lücke, heute wird sie vermehrt im mittleren Aufbau, also in der Schaltzentrale, eingesetzt. «Ich spiele mehr mit dem Kopf, überlege mir, wie ich meine Teamkolleginnen in Szene setzen könnte.» Angst vor einer neuerlichen Verletzung spiele hierbei nicht mit, versichert sie, viel mehr sei es die Spielintelligenz, die sie auf diese Weise fördere.

An ihrer Durchschlagskraft hat sie allerdings nichts eingebüsst, auch wenn sie in diesem Jahr zwischenzeitlich an sich gezweifelt hatte. Trainer Urs Mühlethaler redete ihr Mut zu, machte sie wieder stark und erhielt im Cupfinal als Dank elf Tore seiner Leistungsträgerin geschenkt. Auch am letzten Wochenende im letzten Finalrunden-Spiel gegen Thun traf Frey elf Mal und führte ihr Team zum 27:22-Sieg.

Nottwilerinnen wollen wieder «den Ton angeben»

Am Donnerstag, gegen den LC Brühl im Meisterschaftsfinal, werden die Spono Eagles für den Erfolg alle Qualitäten von Lisa Frey brauchen – das strategische Denken und die rohe Kraft. «Der Schlüssel zum Sieg liegt in der Deckung, dort müssen wir wachsam sein und dürfen die abschlussstarken Rückraumspielerinnen der St. Gallerinnen nicht unbedrängt aus neun Metern werfen lassen.» Es müsse keiner aus dem Kollektiv herausragen, findet Frey. «Wir brauchen einfach eine normale Leistung.» Normal, das bedeutet im Selbstverständnis der Nottwilerinnen so viel wie «den Ton angeben». So, wie Ende April im Cupfinal.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.