Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Cool in der Luft» – Spono Eagles sind Schweizermeister

Die Spono Eagles bezwingen den LC Brühl in der Finalissima mit 25:21 und sind zum fünften Mal Schweizer Meister. Siegestanz, Erleichterung, aber auch Wehmut aufgrund einiger Abgänge sorgen für einen reichhaltigen Gefühlscocktail.
Stephan Santschi
Grosser Jubel: Die Spono-Spielerinnen feiern den Titel zum Schweizer Meister 2018. | Bild: Dominik Wunderli (Nottwil, 22. Mai 2018)

Grosser Jubel: Die Spono-Spielerinnen feiern den Titel zum Schweizer Meister 2018. | Bild: Dominik Wunderli (Nottwil, 22. Mai 2018)

Und dann hatten sie ihn in den Händen, den Meisterpokal, den sie unbedingt wollten. Kurz nach 21 Uhr Dienstagnacht standen die Spielerinnen der Spono Eagles im rot-weissen Schnipselregen auf dem Podest, die Goldmedaillen um den Hals, und liessen sich im Hexenkessel der Nottwiler SPZ-Halle feiern. 25:21 hatten sie den LC Brühl im dritten und entscheidenden Spiel des Playoff-Finals besiegt. Damit gewannen sie die Best-of-3-Serie mit 2:1-Siegen und sicherten dem Verein den fünften Meistertitel.

Da es Ende April auch den Cup gewonnen hatte, darf sich Nottwil sogar Double-Gewinner nennen – zum erst zweiten Mal nach 2001. Entsprechend gross waren die Emotionen, «gigantisch, was hier abgeht, schon in St. Gallen haben uns die Fans fantastisch unterstützt», schwärmte Sabrina Amrein.

Nottwil im Stil eines 100-Meter-Läufers

Sie, die 22-jährige Flügelspielerin, avancierte zu einer Hauptdarstellerin im finalen Akt des Meisterkampfs. Mit sieben Toren war sie die Topskorerin ihres Teams, schlicht beeindruckend, mit welch spielerischer Leichtigkeit sie dem Druck stand hielt. «Nervös war ich nur vor dem Spiel. Die Zuschauer haben mich getragen, Ich fühlte mich cool in der Luft», erklärte Amrein. So, wie sich ein Adler vom Sempachersee eben fühlen sollte.

Es waren aber bei weitem nicht alle so abgeklärt, wie Amrein, die Partie war wie erwartet hart umstritten und nach einer von den Defensivreihen dominierten ersten Hälfte (9:9) völlig offen. «Wir spielten hinten stark, aber vorne zu hektisch», stellte Trainer Urs Mühlethaler fest und teilte dies seinem Team in der Halbzeitpause mit – garniert mit der Forderung, fortan bitte mehr in den Gegenstoss zu gehen. Gesagt, getan, die Nottwilerinnen kamen aus der Kabine wie 100-Meter-Sprinterinnen, die auf den ersten Metern die Sache klarmachen wollten. 180 Sekunden später führten sie 14:10 und hatten jene Differenz gelegt, die bis zum Schluss Bestand halten sollte. Auch die frühe rote Karte gegen Ivana Ljubas (38.) wegen drei Zweiminutenstrafen brachte sie nicht aus dem Konzept. «Das war ein Schlag für uns. Wie wir den weggesteckt haben, war erstaunlich souverän», lobte Mühlethaler. Der Kampf im Kollektiv war aufopferungsvoll, Goalie Tamara Aegerter gelangen wichtige Paraden, Chantal Wick brillierte in zentraler Abwehrrolle und im Angriff war es nun neben Amrein auch die unwiderstehliche Lisa Frey, die dafür sorgte, dass es der 100-Meter-Läufer Nottwil als Erster über die Ziellinie schaffte.

Frey, die Teamleaderin, hatte ihre Fingernägel wie schon vor zwei Jahren beim letzten Meistertitel golden angestrichen, um das Schicksal positiv zu beeinflussen. Im Moment des Triumphs dachte sie auch an den Fehlstart zurück. An den letzten Donnerstag, als sie zu Hause mit 29:31 verloren und anschliessend in St. Gallen mit dem 31:24-Sieg den ersten Matchball des Gegners abwehrten: «Wir hatten das Messer am Hals. Doch wir wollten den Titel nicht herschenken.» Zu dominant waren sie während der Saison, das wusste auch Brühls Trainer Werner Bösch: «Es fällt mir schwer, dies einzugestehen. Aber Spono war besser.»

Sechs Abgänge bei den Spono Eagles

Und dann mischte sich in den Gefühlscocktail aus Jubel und Erleichterung auch noch Abschiedswehmut. Lisa Frey und Xenia Hodel ziehen ins Ausland; Patrizia Ramseier, Tamara Aegerter, Tatiana Heini und Assistenztrainer Martin Accola treten zurück. Doch wer als Doublegewinner geht, sagt mit grossem Stil Adieu. Oder wie es Lisa Frey sagt: «Besser geht nicht.»

Frauen SPL1 Playoff-Final (best of 3). 3. Runde: Spono Eagles – Brühl St. Gallen 25:21; Stand: 2:1 – Spono zum fünften Mal Schweizer Meister.

Spono Eagles – LC Brühl 25:21 (9:9) SPZ. – 750 Zuschauer. – SR Boskoski/Stalder. – Strafen: 3-mal 2 Minuten plus rote Karte für Ljubas (38./3-mal 2 Minuten) gegen Spono Eagles, 6-mal 2 Minuten gegen Brühl. – Spono Eagles: Schüpbach/Aegerter; Irman, Hodel (1), Frey (6/2), Wyder, Amrein (7), Ramseier (2), Ljubas (5/2); Wick (2), Matter (2), Calchini. – LC Brühl: Dokovic/Fabia Schlachter; Albrecht, Spatz (6/1), Goricanec (4), Fudge (5), Özcelik, Oberli (4); Mustafoska, Murer (1), Marina Schlachter, Altherr (1), Ussia, Wenger. – Bemerkungen: Dokovic hält Penalty von Frey (7./3:3). Aegerter hält Penalty von Mustafoska (24./7:5).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.