Spitzenspiel im Letzigrund: Der FC Wil fordert Rekordmeister GC

Der FC Wil und die Grasshoppers sind mit jeweils sechs Punkten aus den ersten zwei Spielen in die neue Spielzeit der Challenge League gestartet. Während das von den Zürchern so erwartet wurde, kommt die maximale Punkteausbeute auf Seiten der Wiler eher überraschend.

Gianluca Lombardi
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Viel Einsatz wird auch gegen die Grasshoppers gefordert sein.

Viel Einsatz wird auch gegen die Grasshoppers gefordert sein.

Bild: Gianluca Lombardi

Der Start in die neue Saison ist den Ostschweizern wohl besser gelungen, als dass so manch ein Aussenstehender gedacht hätte. Mit dem FC Aarau und dem FC Thun hat der FC Wil zwei vermeintliche Schwergewichte bezwungen. Beide Male hiess es am Ende 3:1 für die Wiler, beide Male war der Erfolg gerechtfertigt.

Mit den Grasshoppers wartet nun ein ganz anderer Gradmesser auf die junge Mannschaft von Cheftrainer Alex Frei. Die neureichen Zürcher sind der eindeutige Favorit in diesem Vergleich. Mit Hilfe der chinesischen Investoren werteten die Verantwortlichen um Sportchef Bernard Schuiteman das Kader extrem auf. Gleich fünf Akteure wechselten von den Wolverhampton Wanderers aus der Premier League nach Niederhasli.

GC finanziell in einer anderen Liga

Dass Geld allein keine Tore schiesst, haben die Wiler unter türkischer Führung einst selbst erfahren. Dennoch sind die Rollen am Samstag verteilt. Die Grasshoppers sind der Favorit. Die Wiler dürfen, die Zürcher müssen gewinnen. Trainer Frei sagt:

«Kurz und bündig, GC ist in einer eigenen Liga. Wenn du solche Möglichkeiten hast, ist die Haltung richtig, dass du aufsteigen willst.»

Trotz einer eindeutigen Rollenverteilung werden sich die jungen Wiler wohl nicht verstecken. Dem FC Wil ist es auch diese Saison gelungen, ein Kader mit viel Talent zusammenzustellen. Doch noch viel wichtiger scheint, dass der Trainerstab es bisher schaffte, dass die jungen Akteure dies auch auf den Platz brachten. Ob das auch gegen die Grasshoppers zu einem Punktgewinn reichen wird, wird sich weisen.

Frei: «Hier dreht keiner durch.»

Eine Niederlage würde den FC Wil alles andere als aus der Bahn werfen. Die Ostschweizer wissen, wohin sie gehören und was für einer Aufgabe und Philosophie sie sich verschrieben haben. Diese Haltung unterscheidet sich von jener des Gegners. Trotzdem treten auch die Wiler an, um ihre Spiele zu gewinnen.

«Ich habe nicht das Gefühl, dass hier einer beginnt durchzudrehen, nur weil wir Thun und Aarau bezwungen haben», sagt der Wiler Trainer Frei. Er unterstreicht aber auch, dass innerhalb der Mannschaft ein grosses Selbstvertrauen da sei.

Es wäre nicht die erste Überraschung

Im Duell mit dem Rekordmeister kann der FC Wil ohne Druck aufspielen. Denn selbst bei einer Niederlage dürfte vor der Länderspielpause von einem gelungenen Saisonstart die Rede sein. Doch vielleicht gelingt den jungen Wilern im Letzigrund die grosse Überraschung. Es wäre nicht die erste der Saison.