Spitzenhandball in Basel vor dem Aus

Der RTV Basel, gestern in der Meisterschaft Gegner von Fortitudo Gossau, ist in der Krise. Dem NLA-Club fehlt es an finanziellen Mitteln und deshalb auch an sportlicher Qualität.

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HANDBALL. Auf diese Saison hin wurde die NLA von zwölf auf zehn Mannschaften reduziert. Damit sollte das sportliche Niveau erhöht werden. Erstgenannter Absteiger in der Zehner-Liga war vor der Saison Fortitudo Gossau. Anstelle der Ostschweizer befindet sich nun der RTV Basel am Tabellenende. Bereits fünf Punkte beträgt der Rückstand auf das neuntplazierte GC Amicitia. Wollen die Basler in der kommenden Saison in der NLA spielen, müssen sie in den abschliessenden Spielen der Hauptrunde punkten – denn alle Zähler werden in die Abstiegsrunde mitgenommen.

300 000 Franken sind zu wenig

Die Gründe für die Misere beim RTV Basel sind vielfältig. Am schwersten wiegen die finanziellen Probleme: Die Basler geben pro Jahr 300 000 Franken für ihr Team aus. Bei Gossau – das ebenfalls nicht zu den finanzkräftigen Clubs der Liga gehört – sind es 420 000 Franken. Weil Basel jeden Franken zweimal umdrehen muss, haben die Verantwortlichen eine Trainerlösung gefunden, die in der NLA einzigartig ist. Coach Silvio Wernle – ehemaliger Captain der Basler – verdient gemäss «Basler Zeitung» nichts.

Knapp sind die Ressourcen der Basler seit 2009. Damals verstarb Mäzen Ernst Schneider. Seitdem fehlen dem Club einige hunderttausend Franken pro Saison. «Wie hoch der Schuldenberg ist, weiss ich nicht», sagte Präsident Alex Ebi der «Basler Zeitung». Ebi muss der Generalversammlung des Clubs aber in der kommenden Woche konkrete Zahlen präsentieren.

Ebi glaubt an die Wende

Wegen des knappen Budgets schaffen es die Basler nicht, eine konkurrenzfähige Equipe zu stellen. Der Schlüsselspieler der vergangenen Spielzeit, Sigurbergur Sveinsson, verliess den Verein. Mitten in der Saison ist nun mit Rok Ivancic ein zweiter wichtiger Spieler in seine Heimat Slowenien zurückgekehrt. Die Basler haben nur noch vier Rückraumspieler in ihrem Kader. Obwohl vieles auf den Untergang des Clubs hindeutet, sagt Ebi: «Irgendwie werden wir die Wende schaffen.» (chk)