Spahic ist keiner von uns

Plötzlich tauchten diese Bilder auf. Emir Spahic, wie er sich mit Ordnern prügelt. Emir Spahic, wie er einem Sicherheitsmann einen Kopfstoss versetzt. Leverkusen geht es in der Bundesliga eigentlich gut, die Mannschaft belegt Rang vier und ist auf Champions-League-Kurs.

Patricia Loher
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Plötzlich tauchten diese Bilder auf. Emir Spahic, wie er sich mit Ordnern prügelt. Emir Spahic, wie er einem Sicherheitsmann einen Kopfstoss versetzt. Leverkusen geht es in der Bundesliga eigentlich gut, die Mannschaft belegt Rang vier und ist auf Champions-League-Kurs. Nachdem das Team im Cup allerdings an Bayern München gescheitert war, rastete Spahic aus: Ordner hatten einigen seiner Freunde den Zutritt ins Stadioninnere verweigert. Seither ist Leverkusens Euphorie ob der Brutalität des Spielers gedämpft. Dem Club blieb nichts anderes übrig, als sich per sofort vom ehemaligen Captain der bosnischen Nationalmannschaft zu trennen. Mit Schimpf und Schande sei Spahic davon- gejagt worden, schrieben die deutschen Medien.

Einer, der den Missmut seines Vorgesetzten am Wochenende ebenfalls zu spüren bekam, war Basels Shkelzen Gashi. Der treffsichere Stürmer ist ein zurückhaltender Mensch, nicht bekannt für grosse Sprüche oder emotionale Ausbrüche. Aber im Heimspiel gegen den FC Zürich liess er sich provozieren und stiess Avi Rikan zu Boden. Gashi sah rot, sein Trainer Paulo Sousa war ausser sich. Mit einer deutlichen Handbewegung wies er Gashi an, sich vom Platz zu entfernen. Mit Gashis Verhalten könne er nicht einverstanden sein, sagte der Trainer. «So etwas will man nicht sehen.»

Leverkusens Trainer Roger Schmidt zeigte sich nach dem Vorfall um Spahic «erschüttert». Erschütternd war aber auch, dass Anhänger wenige Tage später in Mainz ein Transparent präsentierten, auf dem stand: «Emir, einer von uns». Tags darauf musste in Basel das Spiel unterbrochen werden, weil pyrotechnisches Material geflogen kam. In Mainz und Basel wurden auch auf den Rängen Grenzen überschritten.

Anhänger können nicht so einfach wie Spieler entlassen oder weit weggeschickt werden. Nach Ereignissen wie in Mainz und Basel – leider nicht.

patricia.loher@tagblatt.ch

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