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SPÄTES PECH: Knapp am Sieg vorbeigeschlittert

Ein 2:2 zum Haareraufen: Die St. Galler dominieren gegen die Young Boys die zweite Halbzeit, dennoch treffen die Berner in der Nachspielzeit zum – umstrittenen – Ausgleich.
Ralf Streule
«Ich dachte, ich haue mal drauf.» Marco Aratore über den ersten seiner zwei Treffer. (Bild: Urs Bucher)

«Ich dachte, ich haue mal drauf.» Marco Aratore über den ersten seiner zwei Treffer. (Bild: Urs Bucher)

Ralf Streule

Um diesen Sieg hatten die St. Galler Zuschauer keine Angst mehr. 2:1 stand es, nichts roch mehr nach Dramatik, nichts roch nach Gegentor. Die Fans standen schon Minuten vor dem Schlusspfiff auf, feierten und beklatschten das Team, das in der zweiten Halbzeit plötzlich schaltete und waltete, die Young Boys dominierte. Deren Trainer Adi Hütter stand nach 90 Minuten ratlos an der Seitenlinie, während im Pu­blikum genüsslich die Blitztabelle auf dem Smartphone konsultiert wurde: St. Gallen lag auf dem vierten Rang, zwei Punkte nur hinter Leader Zürich.

Zwei Minuten später gellte ein Pfeifkonzert durchs Stadion.

Contini: «Da fehlt mir jedes Verständnis»

Die Dramatik war doch noch zurückgekommen, in Form des Gegentors, in Form eines umstrittenen Schiedsrichterentscheids – und in Form einer weiteren Berner Grosschance zum Sieg. Ein Corner war den Young Boys zugesprochen worden in der Nachspielzeit, der Ball sprang Verteidiger Kasim Nuhu an den Arm, dann vor die Füsse. Nuhu traf.

Es war die meistdiskutierte Szene des Spiels. Es war keine aktive Bewegung mit dem Arm zum Ball, nein. Aber dennoch: Ohne die Berührung wäre das Gegentor wohl nicht zustande gekommen. Trainer Giorgio Contini war sich seiner Sache sicher: «Der Ball wird gestoppt mit der Hand. Die Schiedsrichter reden von einem korrekten Entscheid, auch noch nachdem sie nach Spielschluss die Videosequenz sahen – da fehlt mir jedes Verständnis.»

Was sich St. Gallen vorwerfen muss: Trotz starkem Auftritt in den zweiten 45 Minuten war es ihnen nicht gelungen, ein Zweitorepolster zu schaffen. Roman Buess war zweimal nach St. Galler Kontern gescheitert.

Nach einer ersten Halbzeit, in der die Ostschweizer nur wenig zustande gebracht hatten, war das Schlussresultat leistungsgerecht. Zwar waren die St. Galler schon vor der Pause aggressiv in die Zweikämpfe gegangen, aber nie dazu gekommen, bei Ballbesitz Ruhe in ihr Spiel zu bringen. Vielleicht hatte dies auch mit dem frühen Wechsel zu tun, den Contini hatte vornehmen müssen: Peter Tschernegg brach sich in einem Zweikampf das Schlüsselbein – und fehlt den St. Gallern nun wohl mehrere Wochen. Ausgerechnet seinem Ersatz Gjelbrim Taipi unterlief in der 25. Minute jener Fehler, der zum 0:1 führte. Er war vor dem Strafraum von Daniel Lopar angespielt und von der Berner Offensive unter Druck gesetzt worden. Sein Ballverlust nutzte Nuhu zur Führung. Der Ausgleich der St. Galler vor der Pause durch Marco Aratores Weitschuss kam danach aus dem Nichts – «ich dachte, ich haue mal drauf», sagte der Basler später. Als er nach der Pause sehenswert nachdoppelte, schien dies die St. Galler Dominanz einzuläuten.

Es bleibt eng an der Tabellenspitze

Auch wenn die Berner nicht in ihrer besten Phase stecken, auch wenn ihnen der angeschlagene Guillaume Hoarau fehlte und Yoric Ravets Abgang schmerzt, auch wenn sie von den Europacup-Einsätzen vielleicht körperlich geschwächt waren: Die Reaktion der Ostschweizer in der zweiten Halbzeit war bemerkenswert. Offenbar konnte Trainer Contini in der Pause an den richtigen Schrauben drehen. Den Gang in die Länderspielpause können die St. Galler mit einem guten Gefühl antreten. Danach wartet Leader Zürich. Fast wäre es ein Spitzenkampf geworden. Oder – im weitesten Sinne ist es einer. Dass nach sechs Runden die ersten sieben Teams innerhalb von vier Punkten liegen, gab es in der Super League kaum einmal.

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