SOUVERÄN: Bösch macht halbes Dutzend voll

Der Sieger des St. Galler Kantonalschwingfests in Rapperswil-Jona heisst Daniel Bösch. Er setzt sich im Schlussgang gegen Simon Kid durch und gewinnt zum sechsten Mal das eigene Kantonale.

Ives Bruggmann, Rapperswil
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Daniel Bösch (rechts) jubelt nach dem gewonnenen Schlussgang gegen Simon Kid. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Daniel Bösch (rechts) jubelt nach dem gewonnenen Schlussgang gegen Simon Kid. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Ives Bruggmann, Rapperswil

Daniel Bösch reckt die Arme in die Höhe. Soeben hat der Zuz­wiler den Schlussgang des 103. St. Galler Kantonalschwingfests gegen Simon Kid mittels Kurz gewonnen. Die Erleichterung ist dem 1,93 m grossen Hünen anzumerken. Der 18. Kranzfestsieg seiner Karriere ist der erste seit August 2015, als er auf der Schwägalp triumphierte. «Ich bin froh, dass es nun wieder gereicht hat», sagte Bösch, der aufgrund eines Nasenbeinbruchs erstmals in dieser Saison ein Kranzfest bestritt.

Die sechswöchige Zwangspause war dem 29-Jährigen von Beginn an nicht anzumerken. Bereits im ersten Gang machte er mit dem als Mitfavorit gehandelten Glarner Roger Rychen kurzen Prozess. Auch in den beiden weiteren Gängen am Vormittag gegen Sandro Schlegel und Florian Hasler verschwendete Bösch nicht unnötig Kräfte und gewann jeweils nach kurzer Gangdauer. So konnte sich der gebürtige Toggenburger im vierten Gang einen Gestellten gegen den Schwyzer Gast Bruno Nötzli erlauben, um nach einer glatten Zehn gegen Patrick Schmid souverän in den Schlussgang einzuziehen.

Schrecksekunde zu Beginn des Schlussgangs

Das Geschehen im Schlussgang dominierte Bösch von A bis Z. Schon in der ersten Minute beförderte er Kid zum ersten Mal auf die Schulterblätter. Zum Schrecken der Zuschauer in der Eishalle von Rapperswil-Jona landete Kid jedoch neben dem Sägemehlring und prallte mit voller Wucht auf den nur mit Rasenteppich belegten Boden. Glücklicherweise blieb der Aussenseiter aus Weesen unverletzt und konnte weiterschwingen. «Solche Situationen muss man sofort wieder abhaken. Zumal ja zum Glück nichts passiert ist», sagte Bösch. Bekanntlich gelang ihm das einwandfrei, und so feierte er bereits den sechsten Sieg am St. Galler. «Das eigene Kantonale zu gewinnen, ist immer speziell», freute sich der 135-Kilogramm-Koloss. Vor allem auch, weil er im vergangenen Jahr sehr schlecht geschwungen habe, wie er sagt.

Dass Bösch nun bereits sechs Mal auf der Siegerliste steht und nur noch den dreifachen Schwingerkönig Jörg Abderhalden mit sieben Triumphen vor sich hat, mache ihn stolz. Und obwohl die Saisonplanung auf den Unspunnen-Schwinget von Ende August ausgerichtet ist, nimmt Bösch diesen Sieg gerne mit. «Das gibt mir sicher einen positiven Schub.»

Auch der zweite St. Galler Mitfavorit Arnold Forrer blieb unbesiegt und baute seinen Kranzrekord mit Rang fünf auf 144 aus. Mit dem zweiten Gestellten im fünften Gang nahm er sich aus dem Rennen um den Festsieg. Dennoch liess der 38-jährige Schwingerkönig sein Können das eine oder andere Mal aufblitzen. Für viel Applaus sorgte der spektakuläre Sieg im vierten Gang gegen den Schwyzer Andreas Höfliger, den er am Boden sehenswert auf den Rücken drehte.

Gäste ohne Chance auf Festsieg

Die Gäste hielten die St. Galler von Anfang an in Schach. So bezwang Ruedi Eugster im zweiten Gang den formstarken Zürcher Samir Leuppi. Simon Kid bremste den Appenzeller Michael Bless im dritten Gang aus. Am Ende gewannen die gastgebenden St. Galler 20 Kränze und liessen den Gästen nur deren 13 übrig. Was jedoch am schwersten wiegt, ist der Sieg, und auch den holten sich die St. Galler dank Bösch.

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