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«Sonst schwebt das wie eine Krähe über dem Kopf»

Nachgefragt

Sportpsychologe Robert Buchli hatte während sechs Jahren ein Mandat bei einem Eishockeyclub aus der NLA. Für ihn spielen bei einem während der Saison kommunizierten Wechsel viele Faktoren ineinander, die den betroffenen Spieler vor Herausforderungen stellen.

Wie bewegen Sie sich innerhalb einer Mannschaft?

Ich muss oft präsent sein und trotzdem in meiner neutralen Aussenrolle bleiben. Es ist wichtig, dass die Spieler mich wahrnehmen, damit letztlich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann. Ziel ist es, das ganze System mittelfristig zu stabilisieren und hier zu sein für die individuellen Bedürfnisse aus dem Team. Der Spieler hat hier allerdings die Verantwortung. Wir als Fachpersonen können einzig Anregungen geben, im mentalen Bereich etwas zu machen, wenn wir beobachten, dass sich ein Athlet mit der aktuellen Situation schwertut.

Wie sieht Ihre Arbeit aus, wenn ein Spieler wegen eines anstehenden Wechsels zu Ihnen kommt?

Es gibt drei Schritte. Erstens: Er soll sich bei mir entladen, denn da ist viel Energie vorhanden. Zweitens: Wir betrachten sein Umfeld und schauen, wo er sich abstützen kann – er kann und muss nicht alles alleine stemmen. Drittens: Wir schauen, dass er aus den anstehenden Veränderungen positive Energie gewinnen kann.

Ein Spiel gegen den ehemaligen Club wird für den Spieler oft zum Spiessrutenlauf. Wie kann er sich darauf mental einstellen?

Er muss eine realistische Erwartung haben an das, was ihn erwartet. Versteht er das, kann er einen Schritt weiterdenken: Wie verhalte ich mich beim Einlaufen? Wie reagiere ich, wenn ich ein Tor erziele? Es gibt Spieler, die ziehen aus einer hitzigen Atmosphäre eine grosse Motivation und agieren sehr provokativ. Es gibt aber auch jene, die sehr demütig auftreten und dem ehemaligen Club sowie dessen Anhängern sehr verbunden geblieben sind. Der wird auch alles geben, aber sich dezent verhalten.

Was kann ein Akteur machen, um sich von dem Stress und dem Druck, der auf ihn wirkt, zu erholen?

Eine zentrale Rolle nehmen die sozialen Kontakte ausserhalb des Sports ein. Dadurch wird der Spieler nicht ständig mit dem belastenden Thema konfrontiert – sonst schwebt der Druck wie eine Krähe über seinem Kopf. Generell gilt: Es gibt viele Methoden, die in einer Drucksituation Sinn machen – zum Beispiel Entspannungsverfahren wie Atemübungen oder Spaziergänge. Weniger ist in den meisten Fällen oft mehr. Letztlich muss die Intervention zum Spieler passen und er sollte die Handlung in der aktuellen Situation nicht zum ersten Mal machen. (dus)

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