Handball NLB

TV Solothurn: Rückschlagende Niederlage und unnötige Emotionen

Auf dem Papier war es eigentlich ein klare Sache, die Affiche des Zweitletzten Chênois Genf gegen den Tabellenvierten TV Solothurn. Am Ende waren es aber die Welschen, die jubelten, während die Solothurner konsterniert die Heimreise antraten.

Alain Blaser
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Solothurns Nicolo Moggi konnte die Schiedsrichterentscheide nicht nachvollziehen.

Solothurns Nicolo Moggi konnte die Schiedsrichterentscheide nicht nachvollziehen.

Hans Peter Schläfli

Jeder Punkt in der NLB muss über 60 Minuten erkämpft werden. Dies musste der TV Solothurn letzten Samstag in Genf erfahren. Und am Ende reichen manchmal auf 60 Minuten Kampf nicht aus. So ging Chênois letztlich verdient mit 33:27 als Sieger aus einer schnellen und spannenden Partie hervor.

Die Heimmannschaft, die bisher nur gerade 5 Punkte auf dem Konto hat und gegen den Abstieg spielt, war gleich von Beginn weg bemüht, das Zepter in die Hand zu nehmen. Aufgrund der Tabellensituation, und auch wenn man die Resultate der Direktbegegnungen der letzten Jahre anschaut, war dies so nicht zu erwarten.

Zwar konnten die Solothurner die ersten beiden Tore des Spiel erzielen, doch danach wendete sich das Blatt schon früh zugunsten von Chênois. Die Welschen scheinen nach dem Trainerwechsel befreiter und frischer aufzuspielen und brachten die ansonsten immer sattelfeste Solothurner Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit.

So schafften sie es, Solothurn während der gesamten ersten Halbzeit auf zwei oder drei Toren Distanz zu halten. Zur Pause hiess es 16:14 für die Einheimischen.

Unnötige Emotionen wegen der Schiedsrichter

Wer die Solothurner kennt, machte sich zu diesem Zeitpunkt aber noch wenig Sorgen, dass das Spiel am Ende tatsächlich verloren werden könnte. Dank der guten Kondition der TVS-Akteure kann die Mannschaft meist in der zweiten Hälfte noch aufdrehen.

Zumal Chênois ein sehr hohes Tempo anschlug, das schwerlich über die ganze Distanz gehalten werden kann. Das hohe Tempo in der Partie überforderte aber nicht nur öfters die Solothurner Hintermannschaft, sondern auch die Unparteiischen.

Während die beiden Teams trotz Schnelligkeit und Härte fair und sportlich agierten, brachten die Schiedsrichter mit immer wirreren Entscheiden auf beiden Seiten plötzlich doch noch negative Emotionen ins Spiel. Das gipfelte in der 38. Minute darin, dass Genfs Abadie Quentin mit Rot vom Platz gestellt wurde. Ein Entscheid von vielen, den beide Seiten nicht nachvollziehen konnten.

Quentin erzielt aus vollem Lauf das 21:16 und prallte anschliessend in den Solothurner Nicolo Moggi. Um den Aufprall abzufedern, streckte der Genfer sein Hände aus, was die Unparteiischen als Tätlichkeit werteten. Zu allem Unsinn zog darauf der Offizielle noch die blaue Karte, was eine weitere Spielsperre und einen Rapport bedeutet. Sogar die Intervention von Moggi, der den Schiedsrichtern noch klar machte, nicht tätlich angegangen worden zu sein, nützte nichts.

In dieser Phase war es nur der Besonnenheit der beiden Mannschaften zu verdanken, dass das Spiel danach nicht gehässig wurde. Und am Ende konnten die Solothurner gleich darauf den Rückstand verkürzen und schafften in der 49. Minute den Anschluss (24:23). In diesem Moment stand das Spiel auf der Kippe.

Doch die Genfer konnten sich just in diesem Moment fangen, nützten zwei Konzentrationsschwächen des TVS eiskalt aus und erhöhten wieder auf 27:24. Von diesem Rückschlag erholten sich die Ambassadoren nicht mehr und mussten die zwei Punkte in der Romandie lassen.