Matzendorf
Kantonales Schwingfest am Sonntag: Ein Heimspiel ohne einheimische Sieganwärter

Am Sonntag geht das Solothurner Kantonale Schwingfest in Matzendorf über die Bühne. Die Aussichten der einheimischen Schwinger sind dabei bescheiden. Gegen die antretenden Eidgenossen ist kaum ein Kraut gewachsen.

Marcel Kuchta
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Der Aargauer Eidgenosse Andreas Döbeli (l.) bodigte am vergangenen Sonntag in Lenzburg den Solothurner Marcel Kropf.

Der Aargauer Eidgenosse Andreas Döbeli (l.) bodigte am vergangenen Sonntag in Lenzburg den Solothurner Marcel Kropf.

Alexander Wagner / KEYSTONE

104 Schwinger waren bis Mittwochabend für das zweite Kranzfest der mit Verspätung gestarteten Schwingsaison gemeldet. Ziemlich genau ein Drittel davon stellen Vertreter des Veranstalterkantons. 35 Schwinger, die in einem Solothurner Schwingklub (Mümliswil-Ramiswil, Solothurn und Umgebung, Thal-Gäu, Olten-Gösgen, Grechen sowie Dorneck-Thierstein-Laufenthal) engagiert sind, stehen auf der Teilnehmerliste des Solothurner Kantonalen, welches am Sonntag in Matzendorf über die Bühne gehen wird.

Auch wenn das Kontingent der «einheimischen» Schwinger also recht gross sein wird – nur der Aargau stellt mit 44 Mann ein grösseres Feld –, so kann man einen Exploit in Form eines Festgewinns praktisch ausschliessen. Dazu ist einerseits die Konkurrenz viel zu stark.

Mit Nick Alpiger, Joel Strebel, Andreas Döbeli und Patrick Räbmatter stehen vier Aargauer Eidgenossen am Start. Dazu kommen mit Sämi Giger und Domenic Schneider noch zwei schwergewichtige Gäste aus der Nordostschweiz. Andererseits fehlt den Solothurnern seit dem Rücktritt von Bruno Gisler, der 2018 als letzter «Einheimischer» in Mümliswil triumphiert hatte, schlicht ein absoluter Spitzenschwinger.

Bruno Gisler (oben) gewann 2018 in Mümliswil als letztere Solothurner das eigene Kantonale.

Bruno Gisler (oben) gewann 2018 in Mümliswil als letztere Solothurner das eigene Kantonale.

Wolfgang Rytz

Gegen die Eidgenossen wird die Luft schnell dünn

Der Mümliswiler Marcel Kropf darf mit seinen 41 Kranzgewinnen zwar durchaus zur gehobenen Hubraumklasse gezählt werden, aber gegen die Eidgenossen wird die Luft schnell ziemlich dünn. Am vergangenen Sonntag am Aargauer Kantonalen blieb Kropf bei seinen Duellen gegen Strebel und Döbeli jedenfalls chancenlos.

Immerhin reichten seine vier Siege in den restlichen Gängen zu Kranz Nummer 41. Den zweiten Solothurner Kranz in Lenzburg sicherte sich mit Simon Stoll ein weiterer Mümliswiler. Der 21-Jährige gehört zu den zahlreichen Jungen, die im Kanton nachrücken. Sie sollen die Lücke füllen, die wie eine klaffende Wunde im solothurner Schwingsport existiert. Es fehlt fast eine ganze Generation an kompetitiven Athleten.

Remo Stalders Abschied auf Raten

Der einzige Eidgenosse der Solothurner, der noch als Aktiver geführt wird, ist der Mümliswiler Remo Stalder. Wobei der 31-Jährige in dieser Saison sicher nicht mehr ins Geschehen eingreifen wird. Ihn plagen Verletzungen an der Schulter und am Knie.

Wenn überhaupt, dann wird Stalder zum Abschluss seiner Karriere im kommenden Jahr noch ein letztes Mal am Solothurner Kantonalen antreten. Eine Teilnahme am Eidgenössischen in Pratteln im August 2022 schliesst der Kranzgewinner von Burgdorf 2013 allerdings aus. Dafür müsste er sich an der Schulter operieren lassen.

Der letzte aktive Solothurner Eidgenosse, Remo Stalder, wird seine Karriere spätestens nächstes Jahr beenden und diese Saison ganz auslassen.

Der letzte aktive Solothurner Eidgenosse, Remo Stalder, wird seine Karriere spätestens nächstes Jahr beenden und diese Saison ganz auslassen.

Philipp Schmidli

Für den Sonntag sind neben Kropf mit Thomas Stüdeli (Solothurn), Simon Stoll (Mümliswil), Johann Scherrer (Dorneck) sowie Gabriel Probst (Solothurn) vier weitere Einheimische gemeldet, die sich als Teilverbandskranzschwinger bezeichnen dürfen. Kropf (35), Stüdeli (36) und Scherrer (37) gehören schon zu den älteren Semestern, Probst ist 30, hat seinen einzigen Kranz aber bereits vor zehn Jahren am Nordwestschweizer geholt. Einzig Stoll ist mit 28 im «besten» Alter, was die Problematik im Kanton Solothurn recht eindrücklich aufzeigt.

Immerhin: Am Sonntag stehen auch 13 Solothurner Schwinger mit den Jahrgängen 2003 bis 2005 auf der Anmeldeliste. Das zeigt: Der Nachwuchs ist da. Nun gilt es, in Matzendorf vielleicht schonmal das eine oder andere Ausrufezeichen zu setzen.

Mümliswil-Ramiswil mit grösstem Kontingent

Wenn am Sonntag in Matzendorf am Solothurner Kantonalen um 8.45 Uhr die Schwinger zum ersten Gang antreten, dann werden insgesamt 35 Solothurner an die Arbeit gehen. Dabei sind sechs Solothurner Schwingklubs mit mindestens einem Athleten vertreten. Das grösste Kontingent stellt dabei wenig überraschend der Schwingklub Mümliswil-Ramiswil mit 14 Mann. Dahinter folgen Dorneck-Thierstein-Laufental mit sieben, Thal-Gäu sowie Solothurn und Umgebung mit jeweils sechs. Die Schwingklubs Olten und Grenchen stellen jeweils nur einen Vertreter. (ku)

Das Programm vom Sonntag:

06:30 Eröffnung Festgelände
08:10 Apell der Schwinger auf dem Festplatz
08:45 Wettkampfbeginn
12:00 Mittag
16:30 Schlussgang
17:30 Rangverkündigung

Das Schwingfest ist ein Pilotprojekt des Kantons Solothurn für Grossanlässe mit speziellem Schutzkonzept. Der Anlass, bei dem maximal 1000 Besucher auf dem Festgelände zugelassen sind, wird via Livestream übertragen.

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