Volleyball

Pedro Luis Garcia Toribio: «Ich bin extrem dankbar, hier zu sein»

Pedro Luis Garcia Toribio findet sich beim TV Schönenwerd immer besser zurecht. Nachdem der Volleyballer aus der Dominikanischen Republik zuerst nur «Bahnhof» verstand, findet er sich jetzt immer besser zurecht in seiner Wahlheimat.

Fabian Tschamper
Drucken
Teilen
Pedro Luis Garcia Torbio steht für den TV Schönenwerd im Einsatz

Pedro Luis Garcia Torbio steht für den TV Schönenwerd im Einsatz

Seit dem 20. August ist er offiziell ein Teil des TV Schönenwerd: Pedro Luis Garcia Toribio. Der Volleyballer aus der Dominikanischen Republik verstärkt den TV Schönenwerd in der NLA. Seit seiner Anreise ist er bei der Familie Fedeli in Starrkirch-Wil zuhause und fühlt sich pudelwohl. Gastmutter Christine Fedeli fungiert bei dem Interview als Übersetzerin. Toribio beginnt mit seiner Geschichte rund um seinen Lieblingssport.

Mit zehn Jahren hat der kleine Pedro in seinem Heimatdorf die Faszination Volleyball entdeckt. «Es gab nicht viele andere Beschäftigungen, darum habe ich mich für Volleyball begeistern lassen», erzählt der Dominikaner. Kurzzeitig hat er auch noch Baseball entdeckt, doch der grössere Ball hat ihm mehr zugesagt. 2005 war ein Internationales Turnier in der Dominikanischen Republik und sein Talent wurde sofort erkannt. Toribio bekam das Angebot, in der Nationalmannschaft seines Landes zu spielen, und ist seither ein festes Mitglied. Der mit 1,91 m mittlerweile nicht mehr so kleine Pedro hat Angebote aus Europa bekommen und entschied sich dann für Spanien, wo er seine jetzige Frau traf, und später auch für Katar.

«In Katar stimmte für mich das Angebot nicht und daher habe ich dort nicht wirklich gespielt», erklärt er. Kurze Zeit später findet er sich wieder in den Reihen der Schönenwerder. Auf die Frage, was für ihn am schwierigsten war bei diesem Wechsel, gibt er mit einem Lächeln zur Kenntnis: «Die Sprache. Eindeutig die Sprache. In meinen ersten Spielen war ich so schlecht, weil ich meine Kollegen und den Trainer nicht verstanden habe.» Doch es sei nicht alles negativ bezüglich der Sprache, zum Beispiel verstehe er die Reibereien und Probleme der Kameraden nicht und somit braucht es ihn auch nicht zu kümmern.

Im Grossen und Ganzen hat Pedro Luis Garcia Toribio ein gutes Gefühl bezüglich seiner Heimat und Zukunft mit dem TV Schönenwerd. «Die Sprache ist kein Problem, die Anpassungsphase ist grundsätzlich vorbei. Doch ich möchte meine Teamkollegen noch besser kennen lernen, wir müssen uns blind verstehen auf dem Spielfeld.» Angesprochen auf die Ziele ist seine Antwort ganz klar: «Ich will gewinnen, ich spiele, um zu gewinnen. Das Team hat sich einen Platz unter den ersten drei zum Ziel gesetzt, doch wenn wir mehr zu einer Einheit werden und die Mentalität auf einem hohen Niveau halten, dann können wir mehr erreichen.» Das bestätigt auch Christine Fedeli, er sage immer, dass er spielt, um zu gewinnen – nicht mehr und nicht weniger.

Abgesehen vom Volleyball scheint es dem Dominikaner sehr gut zu gehen. Als er im Sommer hierher kam, hat es ihm sehr gut gefallen, und auch jetzt mag er den Schnee – doch nur durch das Fenster von innen nach draussen. Er ist sich die Temperaturen nicht gewohnt, wie die Gastmutter sagt. Leider hat dieses Leben auch Schattenseiten. «Ich bin mir über die Konsequenzen einer Profikarriere durchaus bewusst, doch das macht es trotzdem nicht leichter», erzählt Toribio weiter. Er hat zwar regen Kontakt mit seiner Familie, doch dennoch vermisst er seine Heimat – gerade um die Weihnachtszeit. «Ich bin zu dieser Zeit etwas nostalgisch», erklärt er. Ob er Weihnachten mit seiner Frau verbringen kann, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen.

Und plötzlich möchte er unbedingt noch etwas loswerden: «Ich bin extrem dankbar, dass ich hier sein darf. Was der Verein alles für mich getan hat, ist unfassbar. Sie bezahlen mir einen Englischkurs, damit ich mich besser verständigen kann, und sie haben mich zu dieser grossartigen Familie gebracht. Ich hätte es nicht besser treffen können.» Als Christine Fedeli diese Worte übersetzt, hielt sie einen Moment inne und bedankte sich voller Stolz bei dem sympathischen jungen Sportler – es hätte auch anders kommen können.