Volleyball

«Müssen einen Scherbenhaufen zusammenwischen» – diese Folgen hat der Saisonabbruch für «Schöni»

Eigentlich würde das Männerteam von Volley Schönenwerd derzeit um den Meisterschaftstitel in der NLA kämpfen. Doch der Spielbetrieb wurde inzwischen von Swiss Volley wegen dem Corona-Virus eingestellt. Nebst grosser Enttäuschung, bringt dies grosse Herausforderungen für den Klub mit sich.

Nik Dömer
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Volley «Schöni» wollte in dieser Saison nach den Sternen greifen.

Volley «Schöni» wollte in dieser Saison nach den Sternen greifen.

Remo Fröhlicher

Diese Pille schmeckt bitter, sehr bitter: Nach einer hervorragenden Qualifikation und einem beeindruckenden Lauf in den Playoffs standen die Chancen gut, dass Volley Schönenwerd zum zweiten Mal in der Klubgeschichte in den NLA-Final der Herren einziehen wird. Beim Halbfinal-Duell gegen Volley Luzern hätten die favorisierten Schönenwerder vom Heimrecht profitiert.

Doch die Corona-Krise macht dem Solothurner Vereinen einen bösen Strich durch die Rechnung. Der Spielbetrieb wird von Swiss Volley eingestellt. Aus der Traum von einer vollen Hütte mit epischer Final-Kulisse in der Betoncoupe Arena.

«Es hat sich zwar abgezeichnet, doch die Enttäuschung nach dem definitiven Entscheid ist trotzdem riesig bei uns im Verein. Wir haben uns sehr viel von dieser Saison erhofft», betont Sportchef Daniel Bühlmann.

Die Liga sei in dieser Spielzeit besonders ausgeglichen gewesen, daher habe sich das NLA-Team grosse Hoffnungen auf den Finaleinzug gemacht.

Keine Zeit für Frust

Dennoch bleibt für Bühlmann nicht viel Zeit, um sich über das abrupte Saisonende zu ärgern. Denn die Ausnahmesituation bringt in verschiedenen Hinsichten Herausforderungen mit sich. «Wir müssen einen Scherbenhaufen zusammenwischen. Neben dem emotionalen Rückschlag, den es zu verdauen gibt, müssen wir auch organisatorische und finanzielle Angelegenheiten klären.»

Priorität haben nun die drei Import-Spieler, da man deren Rückreise gewährleisten müsse. Für zwei polnische Akteure hat Bühlmann bereits entsprechende Massnahmen ergriffen.

Nebenbei gilt es nun die Situation rund um die Spielerverträge zu regeln, da die Saison nun früher zu Ende ist. Volleyball-Spieler verfügen jeweils nur einen Vertrag über ein Jahr. Der Sportchef rechnet damit, dass dies zu «einigen Diskussionen» führen könnte.

Und zum Schluss gilt es auch noch einen Lösung für den finanziellen Schaden zu finden. «Wir haben bis zu den Halbfinals budgetiert. Die verpassten Zuschauer-Einnahmen aus den beiden Halbfinal-Partien werden uns schmerzen, die müssen auf jeden Fall ausgeglichen werden.»

Kleiner Trost für «Schöni»

Der Schaden sei zwar sehr schmerzhaft, jedoch auch verkraftbar, erklärt der Sportchef. Er kann jedoch nicht leugnen, dass der Klub das finanzielle Polster – das durch einen Finaleinzug generiert worden wäre – gut gebrauchen hätte können.

Etwas gedulden muss sich «Schöni» noch über den Entscheid, was die Frage nach dem Meistertitel, die NLA-Rangliste und die damit verbundene Vergabe der Startplätze in den CEV Europacup-Wettbewerben anbelangt. Darüber wird erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Bühlmann geht davon aus, dass die Situation gleich wie beim Eishockey gehandhabt wird. In diesem Fall dürfte «Schöni» zumindest einen Platz beim Europacup für die nächste Saison auf sicher haben.