EHC Olten

Hoffnungsträger Torhüter - Simon Rytz oder Matthias Mischler: Wer bestreitet das erste Playoffspiel?

Sie sind grosse Konkurrenten, aber noch viel mehr gute Freunde: Es ist das Erfolgsrezept des EHCO-Torhüterduos Simon Rytz und Matthias Mischler – die standfesten Eckpfeiler im Oltner Team

Silvan Hartmann
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Simon Rytz oder Matthias Mischler? wer steht im Tor des EHCO?

Simon Rytz oder Matthias Mischler? wer steht im Tor des EHCO?

Freshfocus

Er überblickt als hinterster Mann das gesamte Spielgeschehen, nimmt sowohl individuelle wie auch kollektive Fehler so gut wahr, wie wohl kein anderer Spieler auf dem Eis: Der Torhüter.

Und gibt dazu noch jemand wie der erfahrene EHCO-Goalie Simon Rytz Auskunft, hat das Wort in der Garderobe Gewicht. «Wir haben zuletzt sicher zu wenig gezeigt. Wir konnten unser Potenzial bislang nicht abrufen», sagte der 34-Jährige nach dem letzten Qualifikationsspiel gegen die Ticino Rockets.

Rytz spricht dabei mehr über das Team als Gesamtes, denn die Torhüter sind weniger davon betroffen. Der EHC Olten ist in der komfortablen Lage, auf zwei überdurchschnittliche Torhüter zurückgreifen zu können.

Sie sind in dieser Saison seit je die Eckpfeiler in einem Gesamtkonstrukt, das bislang doch eher auf wackligen Beinen stand. 92,31 Prozent (Simon Rytz) und 92,46 Prozent (Matthias Mischler) Fangquote sprechen eine deutliche Sprache: Auf die EHCO-Torhüter ist gewiss Verlass.

Sie sind in den Playoffs zentrale Figuren: Über sie werden die Spiele entschieden. Doch wer wird in das ungemein wichtige erste Playoff-Spiel starten? Werden sich die beiden weiterhin von Spiel zu Spiel abwechseln?

Im Trainingscamp gibt es Anzeichen dafür, dass der Drittplatzierte in den Playoffs wohl auf eine Nummer Eins setzen könnte: Kommt es so weit, dürfte es sich dabei wohl um Simon Rytz handeln. Chris Bartolone will sich nicht in die Karten blicken lassen und sagt: «Sie sind beide sehr gut in Form, sie sind der Rücken dieser Mannschaft. Dank ihnen haben wir schon viele Spiele gewinnen können.»

Die Rolle gefunden

In den Gesprächen mit den beiden Torhütern am Rande des Trainingslagers stellt sich heraus, dass sie zentralere Dinge in den Mittelpunkt stellen, als auf Teufel komm raus, sich um einen Einsatz zu prügeln. «Vielleicht bin ich anders als andere Torhüter. Für mich ist wichtig, dass wir zusammen Erfolg haben», sagt Rytz und fügt hinzu: «Mit Matthias Mischler hat sich eine sehr gute Freundschaft ergeben. Wir mögen einander alles gönnen, was die Situation einfacher macht. Missgunst ist das Schlimmste, was es gibt und kann ein Team kaputtmachen.»

Es ist beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit insbesondere Rytz als ehemaliger NLA-Torhüter seine Rolle gefunden und akzeptiert hat. «Natürlich hatte ich mir vor der Saison vorgestellt, mehr spielen zu können. Aber in den Gesprächen hat sich dann ergeben, dass wir beide die Hälfte spielen. Ich habe nie an diesem Entscheid gezweifelt und das Beste daraus gemacht. Ich habe gelernt, mich um jene Dinge zu kümmern, die ich beeinflussen kann», sagt Vollprofi Rytz.

Auch für Matthias Mischler, der bereits seine dritte Saison mit dem EHCO bestreitet, war die Situation nach der Verpflichtung von Rytz nicht einfach. Er hätte es als klares Signal werten können, doch er tat es nicht:

«Ich wusste nicht, was ich erwarten konnte und wie viel ich tatsächlich spielen würde. Umso glücklicher bin ich, wie es aufgegangen ist. Simon und ich sind ein grossartiges Team, unser Verhältnis ist sehr positiv. Wir pushen uns gegenseitig», sagt Mischler. Sie hätten sich gegenseitig sehr viel geholfen, «aber vor allem durfte ich viel von seiner Erfahrung profitieren», so Mischler.

Das Erfolgsrezept der beiden kennt vor allem auch Assistenz- und Goalietrainer Michael Tobler bestens: «Sie sprechen sehr viel miteinander, arbeiten hart an sich, kämpfen in jeder Situation, um für das Team da zu sein. So haben sie sich auch das Vertrauen der Mitspieler geholt.»

Für welchen Torhüter sich Bartolone auch entscheiden mag: «Es ist eine Entscheidung für den spielenden Torhüter und nicht eine gegen den Ersatzgoalie», sagt er. Woran ganz bestimmt nicht zu zweifeln ist: Simon Rytz und Matthias Mischler werden es verstehen.