Swiss League

Grossveranstaltungen: Der EHC Olten zwischen Erleichterung und Ungewissheit

Der EHC Olten darf vorderhand immer noch mehr als 1000 Zuschauer begrüssen. Aber die Probleme in der Swiss League häufen sich. Die Walliser Klubs EHC Visp und HC Sierre dürfen keine Zuschauer mehr ins Stadion lassen. Damit ist die Fortsetzung der Meisterschaft gefährdet.

Marcel Kuchta
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Wie lange noch? Gut gefüllt Zuschauertribüne im Kleinholz.

Wie lange noch? Gut gefüllt Zuschauertribüne im Kleinholz.

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«Bereits erteilte Bewilligungen für Grossveranstaltungen sollen vorerst weiterhin aufrechterhalten werden, sofern auch ausserhalb des Veranstaltungsortes die Besucherströme zweckmässig geregelt sind. Die Situation wird aber laufend beobachtet und ausgewertet. Neue Bewilligungen für Grossveranstaltungen sollen jedoch nur noch mit grösster Zurückhaltung erteilt werden.» Diese Verlautbarung der Solothurner Regierung, die insbesondere an der Umsetzung der Schutzmassnahmen an den Heimspielen des EHC Olten nichts auszusetzen hatte, sorgte am Mittwoch-Nachmittag für Erleichterung in der Geschäftsstelle des Eishockeyklubs. Dort, im logistischen Epizentrum des Sportunternehmens, verfolgt man derzeit jede Äusserung der politischen Taktgeber mit grosser Spannung.

Visp und Sierre zu Geisterspielen verknurrt

Zumal sich die Situation – bei aller Erleichterung über die positiven News in eigener Sache – für den EHC Olten am Mittwoch letztlich doch erheblich verkompliziert hat. Dass der Kanton Wallis gleichentags massive Einschränkungen beschloss und somit die Oltner Swiss- League-Konkurrenten EHC Visp und HC Sierre vor grosse Probleme gestellt werden, hat natürlich Auswirkungen auf die ganze Liga. Es ist kaum anzunehmen, dass die beiden Walliser Klubs ihre Meisterschaftsspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen werden. «Die EHC-Visp-Familie wird seine treuen Partner, Helfer, Abonnenten und Mitarbeiter in den kommenden Tagen, auch nach Rücksprache mit Swiss Ice Hockey, über die Konsequenzen des Staatsratsentscheids informieren», liess der Oberwalliser Traditionsklub verlauten.

Angesichts dieser Tatsache nützt es auch nichts, dass sich die Swiss-League-Klubs vor der Saison mehrheitlich dahin gehend geäussert hatten, dass sie auch mit einer Obergrenze von 1000 Zuschauern spielen würden. Geisterspiele sind ein No-Go, da man die Leistungen gegenüber den Zuschauern und den Sponsoren nicht mehr erfüllen kann.

Wie weiter bei dieser Zerreissprobe?

Wie geht es also weiter in dieser Saison der Ungewissheit? Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass diese Zerreissprobe eher früher als später einschneidende Folgen haben wird für den Meisterschaftsbetrieb, der wegen den sich nun auch häufenden Quarantäne-Verordnungen, sowieso schon in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die beiden nächsten Meisterschaftsspiele der Oltner, am Freitag in Langenthal (im Kanton Bern gilt bekanntlich seit Sonntag eine Obergrenze von 1000 Zuschauern) und am Dienstag, zu Hause gegen Thurgau, dürften noch über die Bühne gehen. Am kommenden Mittwoch wird der Bundesrat weitere Massnahmen bekannt geben, die dann für die nächsten hohen Hürden sorgen dürften.

Kommentar

Die Luft wird langsam dünn

Der EHC Olten hat sein Schutzkonzept im Rahmen der Meisterschaftsspiele bisher so gut wie möglich umgesetzt. Die Zuschauer haben sich zum allergrössten Teil vorbildlich an die Rahmenbedingungen gehalten. Der Lohn dafür ist, dass der Kanton Solothurn vorderhand keine Einschränkungen für die Eishockey-Spiele im Kleinholz erlassen hat.
Aber der Blick auf die anderen Kantone – speziell den Kanton Wallis – lassen nichts Gutes erahnen. Die Oltner Verantwortlichen tun gut daran, damit zu rechnen, dass sich die Lage der Dinge diesbezüglich schnell zum Schlechteren verändert. Die Luft wird langsam, aber sicher, dünn. Denn so gut die Konzepte und so kooperativ die Zuschauer auch sein mögen: Sollte die Corona-Krise weiter ausser Kontrolle geraten, dann müssen letztlich auch die sportlichen Grossveranstalter ihren Beitrag zur Krisenbewältigung leisten. Auch wenn sie sich nichts vorzuwerfen haben. Auch wenn es finanziell schmerzt. Auch wenn es ungerecht ist. Irgendwann macht diese Zwängerei keinen Sinn mehr.