2. Liga inter

Eine intensive und sehenswerte Nullnummer

Der FC Grenchen zeigt im ersten Saisonspiel eine gute Leistung und spielt zu Hause 0:0 gegen die Blue Stars aus Zürich.

Hans Peter Schläfli
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Die Grenchner mit Samuel Zayas (am Ball) und Stéphane Essomba setzten auch in Unterzahl Nadelstiche.

Die Grenchner mit Samuel Zayas (am Ball) und Stéphane Essomba setzten auch in Unterzahl Nadelstiche.

Hans Peter Schläfli

Endlich durfte auch der FC Grenchen in die neue Saison starten. Verständlicherweise brauchte das Heimteam etwas Zeit, um ins Spiel zu finden, und die Blue Stars kamen als erste zu ein paar guten Szenen. Doch in der 11. Minute fehlte bei einem Fallrückzieher von Stéphane Essomba, dem Sohn des früheren FCG-Profis Alain Menaga, nur wenig zur FCG-Führung und es entwickelte sich ein intensiver Kampf zweier gleichwertiger Teams auf Augenhöhe.

Dank eines intensiven Pressings übernahm Grenchen nach einer halben Stunde das Diktat und bis zur Pause wäre eine Führung durchaus verdient gewesen. «Ich bin positiv überrascht von der Intensität des Spiels. Es hat sich gelohnt, dass ich gekommen bin», sagte in der Pause Bernhard Lander, der vor 50 Jahren als FCG-Spieler in der NLA ein Tor gegen Servette geschossen und als Trainer vor 35 Jahren den FC Lengnau in den Viertelfinal des Schweizer Cups geführt hatte.

Es ist für viele Klubs schwierig, in der sportlich anspruchsvollen 2. Liga inter finanziell zu überleben. Die Reisen sind lang, die Spesen hoch, weil die Derbys fehlen, sind die Zuschauerzahlen oft recht tief. Eigentlich zu Unrecht: Rechts, links, rechts, Drehung um die eigene Achse und ab durch die Mitte: So dribbelte Pascal Nussbaumer, der wohl am meisten unterschätzte Fussballer der Region, die Blue Stars schwindlig. Alleine ihm zuzuschauen, war den Besuch im Stadion Brühl wert. Sein Schuss aus spitzem Winkel wurde aber vom Gästegoalie abgewehrt.

Platzverweis prägte die Schlussphase

Es war eine seltsame Szene mit langer Ankündigung, die dem Match ein neues Gesicht verlieh: Mit langem Anlauf schoss Waylon Grosjean von der rechten Seite heran, kam zu spät und haute den ballführenden Zürcher Dardan Berisha von den Beinen. Jedem der 250 Zuschauer im Brühl war klar: Das muss einen Platzverweis geben. «Er war wohl übermotiviert», kommentierte Grenchens Trainer Mirko Recchiuti nach dem Schlusspfiff die Szene, ohne den erfahrenen Verteidiger kritisieren zu wollen.
Mit einem Mann mehr rückten die Blue Stars sofort ein paar Meter nach vorne und erhöhten dadurch den Druck auf die Gastgeber. Bei einem Kopfball von Moreno Cincero konnte Goalie Jeffrey Grosjean mit einer sicheren Parade verhindern, dass sich der Platzverweis gegen seinen Zwillingsbruder im Resultat niederschlug.

In der Schlussphase durften die technisch starken Spieler wie Nussbaumer und Captain Samuel Zayas den Ball am Fuss halten, um Zeit verstreichen zu lassen. Mit diversen Einzelaktionen sorgten die beiden sogar für Nadelstiche vor dem Tor des Gegners, der sich nie sicher fühlen durfte. Nach einem Foul an Visar Aliu kam es zur letzten guten Chance für die Grenchner, doch Semir Ressil schoss aus guter Position weit übers Tor.

«In der Startphase merkte man, dass der Gegner eingespielter ist, aber dann haben wir uns gefunden und wir hatten doch ein paar gute Chancen, um in Führung gehen zu können», analysierte Trainer Recchiuti den Auftakt. «Mit einem Mann weniger mussten wir leiden, aber die Mannschaft hat Charakter bewiesen. Ich bin zufrieden mit der Leistung. Wenn wir so weiter machen, bin ich optimistisch, dass wir eine gute Saison spielen können, ohne in Abstiegsgefahr zu kommen.»

Grenchens Trainer Mirko Recchiuti war zufrieden mit dem ersten Auftritt seiner Mannschaft.

Grenchens Trainer Mirko Recchiuti war zufrieden mit dem ersten Auftritt seiner Mannschaft.

Hans Peter Schläfli

Stürmer Scott Mbemba kommt von Azzurri Biel

Mit den Zuzügen Altin Dakaj und Dario Simmen vom Solothurner Nachwuchs, Francis Asamoah von Colombier sowie Segio Salas und Dominik Feuz von Concordia Basel setzt der FCG gleich auf fünf 18-jährige Talente. Ganz ohne Routine geht es aber nicht, und so wurde mit Scott Mbemba von Azzurri Biel kurz vor Transferschluss noch ein erfahrener Stürmer geholt, der mit seiner Masse und Kraft eine wertvolle Alternative sein wird. Weiter geht es für Grenchen am Mittwoch um 20 Uhr in Möhlin gegen Pajde.