EHCO-Trainer Chris Bartolone: «Dann kann man nur noch beten und hoffen»

EHCO-Trainer Chris Bartolone über das Déjà-vu, kurz vor Schluss den Ausgleich zu kassieren, defensive Passivität und das Gefühl des Auswärtssieges.

Silvan Hartmann
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EHCO-Trainer Chris Bartolone ist im Playoff-Fieber

EHCO-Trainer Chris Bartolone ist im Playoff-Fieber

Andy Mueller/freshfocus

Chris Bartolone, was für ein Spiel mit einem guten Ende für Sie! Lassen Sie uns Ihren Emotionen teilhaben.

Chris Bartolone: Ich bin glücklich. Es war wieder ein Auf und Ab. Die Schiedsrichter wollten uns zuerst kaum Powerplays zusprechen, ich war etwas schockiert. Aber wir liessen uns nicht aus der Bahn werfen, konzentrierten uns auf das Spiel und erhielten kurz vor Schluss doch noch eine der wenigen Überzahlsituation, die wir nutzen konnten. Nicht, dass alles in Ordnung war in unserem Spiel, aber das gab uns Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein. Doch ein Spiel geht über 60 Minuten, und das nutzten sie dann auch konsequent aus.

Es fehlten 19 Sekunden auf der Matchuhr.

Man muss Langenthal in dieser Phase Kredits geben: Sie haben so gekämpft, wie man das von einem Top-4-Team erwarten kann.

Was kann man besser machen, dass man sich über die Zeit rettet?

Man muss den Preis bezahlen und hart kämpfen. Man braucht natürlich auch ein wenig Puckglück, das war nicht auf unserer Seite. Sie haben den Torhüter mit einem zusätzlichen Feldspieler ersetzt und uns mit Schüssen eingedeckt. Man kann nicht mehr viel tun, als kämpfen, hoffen und beten. Wir wollten noch enger spielen und unser Kasten verteidigen. Wir waren aggressiv, aber sie haben trotzdem spät getroffen.

Nach dem Ausgleich wähnte man sich in einem Déjà-vu aus einem Spiel in Thurgau...

Es waren andere Gedanken, ein anderer Stress, weil wir in Thurgau 5:2 führten und das Spiel dem Gefühl nach entschieden war. Hier war trotz der 3:2-Führung noch alles offen. Man muss sich auch dann aufopfern.

Das haben Sie schliesslich in der Verlängerung getan.

Ja, einmal mehr war Torhüter Matthias Mischler überragend, er hat die mental wichtigen Grossparaden gezeigt, die den Feldspielern Kraft gegeben haben. Und ich will ein Wort zu unseren Fans sagen: Sie waren die ganze Zeit zu hören, sie feuerten uns grossartig an, obwohl wir auswärts gespielt haben.

Zum Spiel: Ab dem zweiten Drittel schien es, als würde man in der Defensive einen Schritt zu weit weg vom Gegner stehen.

Langenthal hat ein schnelles Team, man kann ihnen nicht zu viel Platz geben, sonst nutzen sie das rigoros aus. Wir hatten gemerkt, dass wir aktiver sein müssen. Ich will noch eine engere, solidere Defensive, daran werden wir in den nächsten Tagen arbeiten müssen.

Was haben Sie dem Team gesagt vor der Verlängerung?

Man versucht, positiv zu bleiben, wir waren das bessere Team im dritten Drittel. Der Druck, dieses Spiel zu gewinnen, war nicht auf unserer Seite. Hätte man im Voraus in der Garderobe gefragt, ob wir in die Verlängerung kommen, hätten wir unterschrieben. Also lasst uns diese Overtime für uns entscheiden, egal wie wir dahin gekommen sind. Und wir haben es getan.

Was nehmen Sie mit von diesem Sieg?

Ich kann das Zitat nur wiederholen: Nicht zu hoch fliegen, nicht zu tief fallen.Wir haben noch lange nichts gewonnen, ausser, dass wir den Heimvorteil nun auf unserer Seite haben.