Eishockey 2. Liga

Der Nachfolger ist auch der Vorgänger

Der 48-jährige Trainer Christof Amsler kehrt nach acht Jahren an die Bande des Zweitligisten SC Altstadt Olten zurück. Dazwischen war er vorwiegend für den Zweitligisten EHC Laufen tätig, 2016/17 führte er die ZSC Lions Frauen zum Schweizer Meistertitel.

Raphael Wermelinger
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Nach einer ausgeglichenen Quali mit acht Siegen und acht Niederlagen fiel Altstadt Olten im Vorjahr in den Viertelfinals raus.

Nach einer ausgeglichenen Quali mit acht Siegen und acht Niederlagen fiel Altstadt Olten im Vorjahr in den Viertelfinals raus.

Hans Peter Schläfli

Seit dem letzten Meisterschaftsspiel der vergangenen Saison am 11. Februar ist beim SC Altstadt Olten einiges gegangen. Nur wenige Tage nach dem Ausscheiden in den Playoff-Viertelfinals vermeldete der Klub einen Trainerwechsel. Headcoach Rolf Hildebrand gab sein Amt nach acht Jahren «aus zeitlichen Gründen» ab. Marc Kiefer, der während der vergangenen sieben Jahre als Hildebrands Assistent figuriert hatte, trat ebenfalls ­zurück. In der Mitteilung auf der Website bedanken sich die ­Verantwortlichen des SC Altstadt Olten beim Duo für «die geleistete Arbeit, ihr Herzblut und die Loyalität». «Mit ihrem Einsatz haben sie die Weiterentwicklung des Teams und des Vereins massgeblich geprägt.»

Hildebrand und Kiefer haben den SCA indes nicht verlassen. Sie bleiben dem Verein als Spieler der zweiten Mannschaft erhalten. Den Nachfolger konnte der Klub ebenfalls bereits im Februar vermelden. Es ist dies Christof Amsler, der bereits von 2008 bis 2012 Headcoach beim SC Altstadt war und damit auch Hildebrands Vorgänger. Seine ersten Erfahrungen hatte Amsler Ende der Neunzigerjahre als Spielertrainer bei Hölstein-Niederdorf gesammelt. Danach war er zuerst zwei Jahre Assistent und ab der Saison 2003/04 vier Jahre lang Cheftrainer beim EHC Zunzgen-Sissach, ehe er 2008 erstmals beim SC Altstadt Olten anheuerte.

«Das war eine tolle Zeit», erinnert sich Amsler gerne zurück. «Der SC Altstadt ist ein besonderer, sehr familiärer Klub. Der Kontakt ist in den letzten Jahren nie abgebrochen.» Für ihn fühle es sich wie ein Heimkommen an. Am speziellen Altstadt-Geist habe sich während seiner Abwesenheit nichts verändert. «Aber es sind ein Haufen neuer Gesichter hier», sagt er. «Von meiner ersten Zeit sind nur noch wenige Leute dabei.» Zudem sei die Erwartungshaltung mittlerweile eine andere: «Wir wussten damals schon, dass wir Potenzial haben. Jetzt ist die Bereitschaft aber grösser, etwas reissen zu wollen. Auch das Kader ist dementsprechend grösser.»

 «Es fühlt sich wie ein Heimkommen an», sagt Trainer Christof Amsler über seine Rückkehr zum SC Altstadt Olten.

«Es fühlt sich wie ein Heimkommen an», sagt Trainer Christof Amsler über seine Rückkehr zum SC Altstadt Olten.

zvg

Nachdem er den SC Altstadt Olten 2012 verlassen hatte, war er vorwiegend beim Ligakonkurrenten EHC Laufen tätig (2012 bis 2016 und 2017 bis 2019). In der Saison 2016/17 holte Amsler den Schweizer Meistertitel mit den ZSC Lions Frauen. Nach den insgesamt acht Jahren in der 2. Liga mit Altstadt Olten sowie Laufen habe er «ein bisschen die Schnauze voll gehabt vom Zweitliga-Eishockey», blickt er zurück. Da kam die Chance, mal bei einem Grossklub zu arbeiten, gerade richtig. «Die Per­spektive, mit den Besten etwas machen zu können, war reizvoll. Es war eine sehr erfolgreiche Saison und eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen will.»

Dennoch kehrte er nach nur einem Jahr zum EHC Laufen zurück. In der vergangenen Saison legte er eine Pause ein und im Februar kam das Angebot von Seiten des SC Altstadt Olten, allerdings wollte man ihn zuerst als Sportchef verpflichten. «Da musste ich absagen, denn ich bin einer für auf das Eis», sagt er. Nur wenig später entschieden sich die Verantwortlichen des SC Altstadt schliesslich für ihn als neuen Headcoach.

Nicht nur an der Bande, sondern auch im Kader gab es in den vergangenen acht Monaten diverse Mutationen. Langjährige Spieler wie Adrian Poggio, Patrik Friant, Kevin Kissling, Cédric Aeschlimann, Silvano Castellani, der 14 Jahre für das Fanionteam auflief und der Rekordspieler ist, sowie Karl Knopf traten alle zurück. Letzterer war nach seiner langen Profikarriere in der NLA und NLB in den vergangenen sieben Jahren der Teamleader und Captain des SCA-Teams.

«Die hätten wir sicher brauchen können, darüber müssen wir nicht diskutieren», bedauert Amsler die Abgänge, sieht aber gleichzeitig eine grosse Chance: «Wir haben viele junge Spieler vom EHC Olten dazugewonnen. Für einen Klub ohne eigene ­Junioren ist es entscheidend, dass man es schafft, Junge zu finden, die mithelfen, dass es weitergeht. Dieser Umbruch ist sehr wichtig für den Verein.» Kompensiert wurden die Abgänge zudem mit den Zuzügen von Silvano Renggli (Argovia Stars) sowie Simon Fässler und Philipp Aeppli (beide EHC Laufen).

Christof Amslers Saisonziel lautet, den Favoriten Rheinfelden, Bucheggberg und Zunzgen-Sissach möglichst lange Paroli bieten zu können. «Es ist insgesamt eine sehr ausgeglichene Gruppe. Wir wollen in der Qualifikation Fortschritte machen und in den Playoffs bereit sein.» Zum Auftakt der neuen Saison trifft der SC Altstadt morgen Samstag um 20.15 Uhr daheim auf den EHC Brandis.