Solothurner 2. Liga

Der FC Härkingen ist Leader, aber doch nicht Favorit

In der Solothurner 2. Liga steht die dritte Runde innert Wochenfrist an. Nur Härkingen und Iliria haben noch eine weisse Weste. Der FC Härkingen gastiert am Samstag beim FC Bellach, der FC Iliria am Sonntag beim FC Mümliswil.

Raphael Wermelinger
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Das Team der Stunde: Der FC Härkingen mit Trainer Roger Stöckli (mittlere Reihe, ganz rechts).

Das Team der Stunde: Der FC Härkingen mit Trainer Roger Stöckli (mittlere Reihe, ganz rechts).

Patrick Lüthy

Nur ein Mal habe er nach dem zweiten Spieltag vom Mittwochabend auf die Tabelle der 2. Liga geschaut. Schade eigentlich, ist es doch ein äusserst erfreulicher Anblick für den Trainer des FC Härkingen. Nach zwei Siegen liegt Roger Stöckli mit seinem Team an der Spitze der höchsten Regionalliga. Nur der FC Iliria weist ebenfalls das Punktemaximum auf, hat aber mehr Strafpunkte gesammelt.

«Momentan sieht es gut aus. Sechs Punkte bei diesem happigen Programm sind top», sagt Stöckli. «Mit der letzten Saison im Hinterkopf wäre es übertrieben gewesen, so einen Start zu erwarten.» Härkingen beendete die Vorrunde der abgebrochenen Meisterschaft 2019/20 nur auf dem achten Platz. Für Stöckli war es die erste Saison als Cheftrainer. «Nach einer guten Vorbereitung, die wohl ein wenig geblendet hat, starteten wir schwach und hatten danach auch Pech», blickt er zurück.

Die Vorbereitung auf diese Saison beschreibt er dagegen mit durchzogen. Die Leistungen in den Testspielen waren zu oft nicht wie von ihm gewünscht. Woran es genau gelegen hat, sei schwierig zu eruieren. «Sicher auch daran, dass wir viel gewechselt haben, damit jeder genug zum Einsatz kam», sagt er. Umso besser verliefen die ersten zwei Meisterschaftsspiele. «Der Sieg gegen Wangen war sicher verdient», blickt Stöckli auf das Startspiel vom Sonntag zurück. «Wir haben sie am Anfang auf dem falschen Fuss erwischt.» Härkingen ging in der ersten Halbzeit zweimal in Führung, die Wangner konnten jeweils wieder ausgleichen, mussten ab der 42. Minute allerdings wegen einer Unsportlichkeit mit einem Mann weniger auskommen.

Trotzdem hatte Stöcklis Elf nach der Pause Mühe. «Sie waren viel dynamischer am Ball. Das hat uns trotz Überzahl vor Probleme gestellt», sagt er. «Da hatten wir Glück, dass wir nicht in Rückstand gerieten.» Stattdessen trafen die Härkinger nach einer guten Stunde Spielzeit zur Vorentscheidung. «Es war sehr heiss und bei ihnen waren die Luft und auch die Gegenwehr langsam raus. Da machten wir noch den Vierten», so Stöckli.

Das Mittwochspiel zu Hause gegen den Mümliswil beschreibt er als ausgeglichen. Sein Team habe die Aufgabe taktisch sehr gut gelöst, freut er sich: «In dieser Beziehung haben wir einen grossen Schritt nach vorne gemacht.» Erst fünf Minuten vor Schluss fiel der einzige Treffer des Spiels, erzielt durch Härkingens Silvan Oeggerli. «Der hätte auf beiden Seiten fallen können. Letzte Saison gewann Mümliswil mit 1:0 – jetzt hat es sich ausgeglichen», sagt Stöckli.

Läuft beim FC Härkingen. Wär da nicht die Verletztenliste. Acht Spieler konnten im letzten Spiel nicht mittun. Darunter Topskorer Yanick Oumaray, bei dem noch nicht bekannt ist, wie lange er nach seinem Misstritt im Startspiel ausfallen wird. Loris Micelli hat sich bereits in der Vorbereitung in einem Testspiel verletzt, am schlimmsten traf es Torhüter Marco Bättig, der sich ebenfalls in einem Testspiel einen Kreuzbandriss zuzog. «Wir sind uns dies mittlerweile gewohnt. Umso wichtiger ist ein breites Kader», sagt der Trainer. «Den anderen Teams geht es wohl ähnlich.»

Am Samstag gastiert der FC Härkingen beim FC Bellach, der nach der Startniederlage gegen Biberist (0:1) am Mittwoch in Wangen einen Punkt holte (2:2). Als Leader ist der FC Härkingen automatisch der Favorit? «Nein, schreib das ja nicht», sagt Roger Stöckli lachend. «Ich sehe uns nicht als Favoriten. Wir kennen Bellach sehr gut, und sie uns. Es gibt keine Geheimnisse. Auch dieses Spiel kann auf beide Seiten kippen. Wir dürfen kein bisschen nachlassen.»

Solothurner 2. Liga

3. Spieltag. Heute: Lommiswil – Fulenbach (17.00, Weiher). Bellach – Härkingen (17.30, Brunnmatt). Oensingen – Wangen bei Olten (17.30, Bechburg). Olten – Biberist (18.00, Kleinholz). Klus/Balsthal – Subingen (19.30, Moos). – Sonntag: Mümliswil - Iliria (10.00, Brühl).