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Der EHC Olten gewinnt das Spiel mit 4:3 nach Verlängerung gegen die Lakers

Nach einem frühen Führungstreffer des EHCO ging es bergab. Die Lakers führten schon bald mit 3:1. Dann aber starteten die Oltner die Aufholjagd, die im 4:3-Siegestreffer in der Verlängerung mündete.

Klaus Zaugg (Text) und Yann Schlegel (Liveticker)
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Die Powermäuse jubeln in Rapperswil über den vierten Sieg in Serie.

Die Powermäuse jubeln in Rapperswil über den vierten Sieg in Serie.

Nordwestschweiz

Der Dichterfürst Conrad Ferdinand Meyer (neben Gotthelf und Keller der bedeutendste Schweizer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts) hat für das, was diese Oltner auszeichnet ein Wort geprägt: Unbestürzbar. Er meinte damit zwar das Wesen der Berner. Aber es trifft exakt die ganz besondere Qualität der Mannschaft von Heikki Leime. Auch deshalb ist sie nach 60 Minuten nach wie vor unbesiegt.

Unbestürzbar bedeutet in dieser Partie die coole Reaktion nach einem 1:3-Rückstand gegen einen starken, wuchtrigen Gegner. Mit Blitz starten die Solothurner. Als sei der Leibhaftige vom Hirzel herabgefahren. 1:0 nach nur 18 Sekunden. Aber die Reaktion ist heftig. Auf den Blitz folgte der Donner des Gegners und nach elf Minuten und drei Sekunden führen die Lakers 3:1. Die Oltner haben Mühe mit dem giftigen Forechecking. Sie biegen sich unter dem gegnerischen Druck – aber die «Unbestürzbaren» brechen nicht.

Es brauch mehr als einen Zweitore-Rückstand um diese Mannschaft aus dem Konzept zu bringen. Nach und nach bekommt Olten ein sehenswertes Spiel unter Kontrolle und nach knapp 37 Minuten ist der Rückstand aufgeholt. Das 3:3 ist gar ein Treffer nach einem Blitz-Konter in Unterzahl. «Es kam mir vor wie ein NLA-Spiel» freute sich Assistenz-Trainer Dino Stecher – und er muss es ja wissen. Schliesslich war er ja auch Gehilfe von Kulttrainer Kevin Schläpfer in der NLA. Tatsächlich war dieser Spitzenkampf eine Partie, die von der spielerischen Qualität, vom Tempo und von der Intensität her gutes NLA-Niveau erreichte.

Ein ganz besonderes Spiel ist es für Stefan Hürlimann, den jahrelangen Kultcaptain der Lakers. «Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich aufs Spiel zu konzentrieren und den Rest auszublenden. Aber ich schlief nicht gut und hatte schon ein komisches Gefühl. Wie würden die Zuschauer reagieren?» Er erlebt eine angenehme Überraschung. Verwaltungsrat Sandro Ruggli bedankt sich vor dem ersten Puckeinwurf auf dem Eis hoch offiziell, rühmt den einstigen Captain und hat sogar Geschenke dabei. Ein Essensgutschein und eine Flasche Wein. «Das hat mich sehr gefreut» sagt Stefan Hürlimann. «Ich hatte eigentlich ein wenig das Gefühl gehabt, man habe mein Engagement bei den Lakers nie so richtig gewürdigt. Ich habe mich wohl getäuscht....»

Die Oltner hatten mit Blitz begonnen, die Lakers hatten zwischendurch mit Donner geantwortet und die Oltner verabschieden sich mit einem letzten Blitzschlag. Zum zweiten Mal ist es so, als sei der Leibhaftige vom Hirzel herabgefahren. In der Verlängerung trift Justin Feser bereits nach 17 Sekunden zum 4:3. Gegen einen starken Michael Tobler. Der Oltner Finalheld des letzten Frühjahres steht ja jetzt bei den Lakers im Tor. Und es war ja eine der bangen Fragen vor der Saison, ob es eine Torheit war, Michael Tobler ausgerechnet zu den Lakers ziehen zu lassen. Aber in diesem Spiel ist Matthias Mischler – er hat als neue Nummer 1 alle Meisterschaftspartien dieser Saison bestritten – ebenso gut wie sein Vorgänger. Er wehrt 92,68 Prozent der Schüsse ab und übertrifft damit Michael Tobler auch statistisch (89,19 Prozent Fangquote). Er ist ein würdiger Tobler-Ersatz.

Am Dienstag treffen die Oltner im Cup auf das NLA-Spitzenteam Zug. Wenn sie die gestrige Leistung wiederholen können, dann werden sie nicht chancenlos sein. Aber es wird dann schon ärger vor dem Oltner Tor blitzen und donnern als gestern.

Der Liveticker zum Nachlesen:

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