Fussball

Das Team Brühl als Resultat einer Trendwende

Die gemeinsame Juniorenbewegung der beiden Stadtsolothurner Fussballvereine Blustavia und Post trägt neu den Namen Team Brühl Solothurn. Vereine, die auf dem Mittleren Brühl daheim sind, will man wegen mangelnder Juniorenförderung nicht einbeziehen.

Hans Peter Schläfli
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Das Team Brühl hat auf seinen roten Dresses noch keinen Sponsor aufgedruckt.

Das Team Brühl hat auf seinen roten Dresses noch keinen Sponsor aufgedruckt.

Hans Peter Schläfli

Die «Teams» schiessen wie aus dem Boden wie sonst nur die Pilze im Herbst: Zuerst gab es das Team Wasseramt Mitte, das sich als Talentförderung der drei Vereine Luterbach, Deitingen und Derendingen bereits etabliert hat. Seit diesem Sommer gibt es das Team Jurasüdfuss mit Bellach, Selzach und Lommiswil und das Team Brühl Solothurn mit Blustavia und Post.

In der vergangenen Saison arbeiteten die beiden Stadtsolothurner Vereine noch in einer grossen Gruppierung mit Rüttenen, Lommiswil und dem FC Solothurn zusammen. «Diese Zusammenarbeit funktionierte gut, solange sich der grosse FC Solothurn auf den Spitzenfussball konzentriert hat», erklärt Blustavias Präsident Peter Hauser. «Seit der FCS einen Kurswechsel vorgenommen hat und jetzt immer mehr Juniorenmannschaften im Breitenfussball stellt, bekamen Blustavia und Post Probleme.»

Thomas Wälti, der das Team Brühl koordiniert, ergänzt: «Das ist keine Kritik am FC Solothurn, der darf das machen. Wir mussten auf diese Trendwende reagieren. Wir müssen jetzt schauen, dass wieder mehr Junioren zu uns kommen. Unsere Juniorenbewegung muss wieder besser werden, damit Post und Blustavia eine Zukunft haben.» Ziel ist es laut Thomas Wälti, der sich seit 14 Jahren im Nachwuchsbereich einsetzt, eigene Junioren für die Aktivmannschaften auszubilden, und zwar unabhängig von der Liga, in der sie spielen.

Die anderen Vereine, die auf dem Mittleren Brühl daheim sind, werde man nicht ins Team Brühl einbeziehen, sagt Peter Hauser. «Die unternehmen im Juniorenbereich gar nichts und kaufen sich lieber ihre Mannschaften bei den anderen Vereinen zusammen. Die werden nicht einmal bei den Junioren F oder E aktiv. So kommen sie für unsere Gruppierung gar nicht infrage.»

Identitätsfindung

Es fällt auf, dass das rote Dress der Junioren C noch ganz neutral, ohne Aufdruck eines Sponsors daherkommt. Vor der Gründung des Teams Wasseramt Mitte musste noch begründet werden, wie eine eigene Identität erreicht werden soll. Der Namenswunsch eines Dresssponsors – in diesem Fall die Raiffeisenbank Wasseramt Mitte – musste mit einem Schreiben bewiesen werden.

Der Solothurner Fussballverband SOFV legt nun das Reglement für die Namensgebung immer grosszügiger aus. Das Team Jura Südfuss spielt bei den Junioren C sogar im alten Dress des FC Selzach weiter. Was macht da der neue Name für einen Sinn, wenn eine Juniorengruppierung eigentlich gar keine eigenständige Identität erkennen lässt? «Wir sind dabei, das alles zu organisieren», erklärt Wälti vom Team Brühl, «wir machen bewusst kleine Schritte.»