Fussball 2. Liga

Als würdiger Abschied für den Trainer: FC Welschenrohr will Ligaerhalt schaffen

Der Tabellenzehnte Welschenrohr muss in der Rückrunde der 2. Liga seine Torproduktion ankurbeln und die Disziplin verbessern.

Raphael Wermelinger
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Der FC Welschenrohr wird versuchen, seinem Trainer Christoph Büschi ein Abschiedsgeschenk zu machen.

Der FC Welschenrohr wird versuchen, seinem Trainer Christoph Büschi ein Abschiedsgeschenk zu machen.

Markus Müller

Welschenrohr beendete die vergangene Saison als Aufsteiger auf dem starken 4. Platz. Die Vorrunde der aktuellen Spielzeit verlief dagegen nicht nach Wunsch. Die Thaler steigen als Tabellenzehnte in die Rückrunde. «Unsere Vorrunde war geprägt von inkonstanten Leistungen, fehlender Disziplin und zum Teil auch vom Pech», resümiert Defensivspieler Remo Christ.

Ein Blick auf die Statistik offenbart eine der grössten Schwächen des Teams: Mit 10 Toren in 11 Partien weist Welschenrohr die mit Abstand geringste Torausbeute auf. Die Hauptschuld für den 10. Platz bei der Offensivabteilung zu suchen, sei aber der falsche Ansatz, sagt Remo Christ: «Die Offensive braucht die Unterstützung der Hintermannschaft, um erfolgreich zu sein. Ein Team steht und fällt immer gemeinsam.»

Serie zum Rückrundenstart in der 2. Liga: Der FC Welschenrohr und Defensivspieler Remo Christ (Teil 3)

Kader FC Welschenrohr

Trainer: Christoph Büschi
Assistenten: Reto Fink, Daniel Fink

Tor: Marc Faganello, Marco Hug.
Abwehr: Michael Uebelhart, Simon Eggenschwiler, Claudio Stampfli, Patrick Eggenschwiler, Ernst Christ, Ivan Stjepanovic, Dominik Liniger.
Mittelfeld: Zigmas Danila, Joel Faganello, Lars Altermatt, Remo Christ, Manuel Müller, David Müller.
Angriff: Jürg Stoller, Tobias Fankhauser, Adrian Fankhauser.

Zuzüge: keine
Abgänge: keine

Zu viele Strafpunkte in der Hinrunde

Der 28-jährige Laupersdörfer ist überzeugt, dass der FCW die Torproduktion in der Rückrunde steigern kann: «Wir haben einige Spieler im Kader, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie Tore schiessen können. Tobias und Adrian Fankhauser zum Beispiel oder auch Manuel Müller.»

Was der FC Welschenrohr ebenfalls verbessern muss in der zweiten Saisonhälfte, ist die Disziplin. 45 Strafpunkte stehen auf dem Konto, nur Trimbach hat mehr Strafpunkte gesammelt. «Die fehlende Disziplin haben wir im Winter heiss diskutiert», so Christ, «das müssen wir unbedingt abstellen. Einerseits könnten die Strafpunkte am Schluss entscheidend sein, andererseits haben wir eh schon ein schmales Kader und können kaum auf gesperrte Spieler verzichten.»

 Remo Christ: «Wegen der geografischen Lage und dem aktuellenTabellenrang ist es für uns schwierig, Transfers zumachen.»

Remo Christ: «Wegen der geografischen Lage und dem aktuellenTabellenrang ist es für uns schwierig, Transfers zumachen.»

zVg

Keine Mutationen

Trotz eher dünner Kaderdecke und Platz 10 hat der FC Welschenrohr in der Winterpause keine Transfers getätigt. Obwohl man gerne ein breiteres Kader hätte, wie Christ sagt. «Wegen der geografischen Lage und dem aktuellen Tabellenrang ist es für uns schwierig, Transfers zu machen», stellt er klar, «die Philosophie des Vereins ist aber sowieso die Integration von jungen Spielern aus der eigenen Nachwuchsabteilung.» Denn dies führe zu mehr Kontinuität im Klub, zu weniger Unstimmigkeiten in den Teams und generell zu einem nachhaltigen Vereinsleben. «Die neuen Spieler müssen diese Werte teilen, was heute nicht mehr selbstverständlich ist», so Christ.

Der Maschinenbauingenieur muss es wissen. Schliesslich durchlief er bei den Thalern die gesamte Juniorenabteilung und schaffte 2013 den Sprung in die erste Mannschaft. Mittlerweile amtet Christ beim FCW zudem als Juniorenobmann. Was ihn daran reizt? «Ich durfte während meiner Laufbahn viele positive Dinge für meine persönliche Entwicklung mitnehmen», antwortet er, «die Jugend ist die Zukunft von jedem Verein. Mich um diese zu kümmer, motiviert mich. Auch wenn die Belastung nebst Beruf und Schule langsam grenzwertig ist.»

Karten werden neu gemischt

Vor allem für einen, der mit vollem Einsatz dabei ist wie Remo Christ. Der Defensivspieler verpasste in der Vorrunde keine einzige Partie und spielte immer über die volle Distanz. «Ich bin zum Glück nicht verletzungsanfällig», schwächt er selbst seine Leistung ab, «dass ich immer 90 Minuten gespielt habe, hing auch mit den gesperrten und verletzten Spielern zusammen. In der Rückrunde werden die Karten neu gemischt. Ich denke, der Trainer wird mehr rotieren.»

Dass Coach Christoph Büschi bereits seinen Rücktritt auf das Saisonende angekündigt hat, werde die Leistungen des Teams eher positiv beeinflussen, denkt Christ: «Die Mannschaft erlebte unter Christoph Büschi viele positive Momente. Wir wollen ihm deshalb einen würdigen Abschied bereiten. Er hat nicht nur die erste Mannschaft, sondern den ganzen Verein enger zusammengeschweisst.»

Von diesen «positiven Momenten» habe es auch in der Vorrunde einige gegeben, trotz Platz 10. Die Derbys gegen Mümliswil seien aufgrund des Zuschaueraufmarschs und der Stimmung immer spezielle Spiele. Gegen die Guldentaler landete der FC Welschenrohr einen seiner drei Vorrundensiege. «Auch unser Überraschungserfolg gegen den FC Grenchen war ein Highlight in der Vorrunde», ergänzt Christ, «Höhepunkte werden in einem Verein, in einem Team sowieso nicht nur auf dem Fussballplatz erlebt.»

Erfolg und Zusammenhalt

Die Rückrunde beginnt für Welschenrohr am Freitag in zwei Wochen mit dem Gastspiel beim sechsplatzierten SC Blustavia. Das Ziel der Thaler heisst Ligaerhalt. «Wenn wir konstant unsere Leistungen abrufen können und von der Verletzungshexe verschont bleiben, schaffen wir das», ist Christ überzeugt. Er erwartet, dass sich der FCW in der Rückrunde deutlich steigern wird: «Am Grundstein, also an einer guten körperlichen Verfassung, arbeiten wir seit Januar in jedem einzelnen Training.»

Und welche Rolle nimmt der 28-Jährige in der Zweitliga-Equipe ein? «Ich bin einer der ruhenden Pole im Team. Der Erfolg und auch der Zusammenhalt im Team sind mir sehr wichtig. Daran versuche ich mit meinen Inputs und meinem Verhalten zu arbeiten.»